Statistisch verdient der Durschnitt 2300 Euro im Monat, die Hälfte davon ist Armut, das doppelte Reichtum. Also fängt bei spätestens 4600 Euro im Monat der Besserverdienende an. Es ist aber ein Trugschluss zu glauben besser verdienen heisst besser leben, denn wie schon einige bemerkt haben, was bleibt denn hängen ? Sicherlich immer weniger, aufgrund von Lebenshaltungskosten oder den Versicherungen zur Absicherung der Lebensalterarmut oder den Dingen die man zum Beruf braucht sei es Auto oder ähnliches. Ein Besserverdienender kann steuerlich viel geltend machen, wenn man keine Steuern zahlt, weil das Gehalt zu niedrig ist funktioniert das nicht. Ein Bekannter lebt knapp oberhalb des Existenzminimums mit drei Kindern und einem normalen Facharbeiterjob. Seine Frau arbeitet, er geht ebenfalls nebenher zusätzlich arbeiten und der Staat unterstützt auch noch. Er bezahlt exakt 1 Euro Steuern ... Wenn die Steuern erhöht werden muss ein Besserverdienender neue Absetzmöglichkeiten suchen, einem "Normalverdiener" wird das nicht helfen. Sollte dieser dann einmal mehr verdienen wird er nichts davon haben ... Wenn Steuern gerecht sind, insbesondere die Abzugsmöglichkeiten, dann sollte man diese komplett abschaffen ...
Wie in einem Beitrag dieser Zeitung vor Kurzem festgehalten wurde, leben hierzulande rund 2/3 der Bevölkerung von Transferleistungen, d.h. von Geld das anderen erwirtschaftet wird. So gesehen ist es, aus der Perspektive eines kurzfristigen, politischen Machterhalts, durchaus logisch, der Mehrheit zu Lasten der Minderheit mehr zu versprechen. Man muss sich immer vor Augen halten, dass jene Politiker, die für mehr Umverteilung sind, dies nicht uneigennützig tun: Es bedeutet einfach mehr Macht und Einfluss. Stellt sich nur Frage, wie lange sich die Leistungserbringer in diesem Land sich diese Bevormundung noch gefallen lassen werden. Bedauerlicherweise wohl noch sehr lange, denn entgegen den Unkenrufen der Linken, verstehen sich jene, die diesen Staat am Leben erhalten, sehr wohl als gute Staatsbürger und haben daher eben keinen Drang zur Revolution. Somit wird es wohl höchstens zu einer schleichenden Abstimmung mit den Füßen kommen (d.h. Auswanderung) oder einer Leistungsverweigerung, weil sich Arbeit einfach nicht mehr lohnt. Somit zementieren sich die Verhältnisse und es wird für Politiker leider immer attraktiver, das Geld anderer zu verteilen. Demokratie bedeutet bekanntlich, dass die Mehrheit entscheidet.
... kann ich meine Bemühungen, Arbeitsplätze zu schaffen auch gleich einstellen. Mit solch einer Regelung bleibt mir 1. kaum das Geld über, um noch eine Stelle einzurichten und auf der anderen Seite wird es auch auf Grund höherer Bezüge für HARTZ IV, schwerer noch jemanden zu finden, der arbeiten will. Auch für die, die eigentlich arbeiten wollen, wird sich langsam die Frage stellen, ob sie mit Hartz IV nicht evtl. doch mehr in der Tasche haben. Wo ist das noch sozial verträglich? In meinen Augen wird hier künstlich die Zahl der Arbeitslosen wieder angehoben. Die Absicht mag gut sein, die Umsetzung jedoch läßt sehr zu wünschen übrig.
... nur ist es inzwischen in Deutschland leider soweit, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten unmittelbar abhängig von diesem Staate ist. 63 Millionen wahlberechtigte, davon 20 Millionen Rentner, 4 Millionen Arbeitslose und Hartz IV, fast 7 Millionen Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes. Deutschland ist nach wie vor so blöd zu glauben, dass die Demokratie den Wohlstand sichert. Nein, es ist die individuelle Freiheit! Demokratie führt leider zu solchen populistischen Umverteilungsaktionen. Leute, geht auf die Strasse! Ruft Euren Bundestagsabgeordneten an!
Auch ich halte den Kommentar für sehr gelungen und freue mich dass es in der deutschen Medienlandschaft noch Verantwortliche gibt, die die Grundidee des Kapitalismus noch stärkt. Die politische Basis vor allem der SPD ist beängstigend weit nach links gerückt. Wer früher noch Kanzler war und eine Agenda 2010 durchsetzen konnte, der würde wohl heute aus seiner Partei ausgestoßen werden. Vielleicht sollen sich diese Sozialisten mal mit Marktmechanismen, der Lehre von Adam Smith oder generell VWL beschäftigen, sich aktuelle Zahlen und Stastiken zur Verteilung des Steueraufkommens ansehen und sich dann noch einmal ihr Grundkonzept durch den Kopf gehen lassen.
Es war noch nie so einfach ein Vorbild und zugleich Außenseiter der Gesellschaft zu sein. Auch ich erreiche leicht die Qualifikation als 'Besserverdiener' und die Clubjacke hängt wie Blei an mir und sorgt jedes Jahr für immer schlechtere Rundenzeiten. Meine 3 Ziele (2 Kinder großziehen, die Ältern mit Sozialabgaben stützen, eigene finanzielle Unabhängigkeit im Alter aufbauen) verschwimmen langsam und es wird wohl nur zu den ersten beiden Zielen reichen. Ein Vorschlag an die Politik: Macht es doch bei den Angestellten wie bei den Ärzten. Unsere Einkommen könnten direkt von den Arbeitgebern an die Finanzämter überwiesen werden. Von dort erhalten wir dann eine monatliche Abschlagszahlung, wobei als Verteilungsfaktor ein möglichst undurchschaubares Punkteerwerbsystem verwendet werden sollte (siehe Renten- bzw Gesundheitskasse). Dann wäre ich kein Außenseiter mehr und auch ich würde dann laut meinen 'Anspruch' auf Transferleistungen einfordern und der Partei mein Kreuzchen geben, welche meine Bedürfnisse am glaubwürdigsten achtet. Dennoch hoffe ich inständig, dass ich noch sehr lange ein Außenseiter / Besserverdiener / Autofahrer / Reihenhausbewohner / Gaststättenbesucher / Urlaubsreisender / FAZ-Leser bleiben darf...
Eigentlich müsste das Wort "Besserverdiener" doch etwas Gutes bezeichnen. "Besser", "verdienen", eigentlich beides positiv. In der bundesrepublikanischen Disskussionslandschaft hört siich das Wort stattdessen nach etwas Schlechtem an und weckt negative Assoziationen. Die Partei der Besserverdienenden musste diesen Namensschmuck umgehend wieder loswerden, wollte sie nicht in der Wählergunst sinken. "Wer ist ein Besserverdiener", das hört sich nach "Haltet den Dieb" an. Besserverdiener, das müssen anscheinend ganz besondere Schufte sein. Meiner Meinung sind diese Sprachverwirrungen Ausdruck der verdrehten Vorstellungswelt. Durch endlose Wiederholung falscher Vorstellungen haben sich diese in den Köpfen festgesetzt. Ähnlich wie die Behauptung die Armen würden immer ärmer, die Reichen immer reicher. Beides ist verfehlt. Abgesehen davon, dass man Armen nichts wegnehmen kann, weil sie nichts haben, sonst wären sie ja nicht arm, steigen die Leistungen für den Sozialhaushalt seit Jahrzenten an. Und dass die Reichen immer reicher werden ist doch selbstverständlich, natürlich wird Kapital in einer Volkswirtschaft aufgebaut. Und es ist doch schön dass es Reiche gibt. Dass Menschen reicher werden ist doch für jeden das Ziel und wunderbar.
Respekt vor dem Mut und der Deutlichkeit zu diesem Artikel!
Ich freue mich dieses Kommentar entdeckt zu haben. Hoffentlich lesen (und verstehen, auch wenn schwer vorstellbar) dass auch die verantwortlichen Politiker.
Super Beitrag, aber wie alle wissen wir, dass dieses Aussprechen in unserem Lande zu "political incorrect" gehört und nahezu gegen das "Grundrecht auf Sozialleistungen" verstößt. [/Satire] In unserem Land darf man leider als wahrheitssuchender Politiker soetwas nicht aussprechen, aus Angst einer der Millionen stimmberechtigten Hartz IV Empfänger könnte einem das Übel nehmen. Witz daran, dass diese eh nie CDU wählen würden. Anstatt sich auf Fortschritt zu besinnen, versuchen wir nur unser Mitleid Tag ein Tag aus auf die "Paar" Transfergeldempfänger zu richten. Das Prinzip, wenn es dem Großteil der Gesellschaft und damit vor allem der "Mittelschicht" gut geht, dann geht es auch den sozial Schwachen gut, wird von SPD und Linken doch gerne holterdiepolter mit lautem Parteigetöse übertönt, denn nichts geht über Menschlichkeit gegenüber Schwachen, selbst wenn darunter andere Leiden. Mir "gefällt" die Tatsache, dass sich *einige* Empfänger die Sonne auf den Pelz braten lassen ohne an Jobs etc denken zu müssen, und andere sich von früh bis spät den Buckel krumm malochen, um den Empfängern das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Hier läuft etwas WIRKLICH schief in unserem Land. Aussicht auf Besserung? Leider nein!!
Nichts an dem Beitrag von Herrn Appel ist verfälscht oder unwahr. Selten wurde die bittere Wahrheit in so kurzer und prägnanter Form dargeboten. Danke dafür. Meine Familie und ich (4 Personen) haben die Nase gestrichen voll davon, ständig für alles zahlen zu müssen. Soziale Leistungen für Menschen, unverschuldet in Not oder aufgrund langer Beitragszahlungen in die Gemeinschaftskasse, sind selbstverständlich, aber das deutsche System fördert den Missbrauch.
Hier sind wohl alle einer Meinung. Ich auch. Die Frage ist nur: wen interessieren Leserkommentare in der FAZ wirklich? Frau Merkel wird sie kaum lesen, andere Politiker auch nicht. Also sollten wir diese Plattform sinnvoll nutzen und fragen: Was ist die Alternative? Was können wir tun? Das ist die eigentliche Frage. Auswandern ist eine Lösung, aber nicht von jedem gewollt und auch nicht für jeden machbar. Den Frust runterschlucken, bis 2009 warten und dann das Kreuzchen feixend beim Guido machen? Das ändert auch nichts. Fakt ist: im Grunde sind wir - im Vergleich zu Rentnern und sozial Schwachen, die alle wählen dürfen und es auch tun - wenige. Also was bleibt noch, ausser abhauen? Ich bin ehrlich gesagt ratlos. Für Anregungen und Ideen wäre ich sehr dankbar.
... der mehr verdient als man selbst. So einfach ist das in Deutschland!
und verteilt! Sehr guter Kommentar, spricht mir aus Seele, Herz und Verstand.
.... die über 150000 Euro im Jahr einnehmen? Also alle die, die nicht mehr der Mittelschicht angehören? Wenn man den Spitzensteuersatz senkt, kann man ihn auch wieder anheben. Dankbar waren wohl die wenigsten gegenüber Herrn Schröder, der ihn senkte. Das wird aber die CDU/CSU nicht zulassen. Das sind ihre Wähler und die müssen bedient werden. Also lässt die CDU/CSU lieber die Mittelschicht sausen und langt ihr weiter überproporzional in die Taschen. Steuern werden bei denen abgeholt, bei denen die Politiker den geringsten Widerstand erwarten. Die Mittelschicht, bisher von der Politik der CDU/FDP-Koalitionen verwöhnt, müsste linke Argumente von Ausbeutung und Benachteiligung in ihr Vokabular aufnehmen, um auf ihre Misere aufmerksam zu machen. Sie müsste links werden und denken. Davor haben sie noch eine Abscheu. Die Zeit arbeitet aber gegen die Union und FDP.
