Vom schlichten Bedürfnis, ehrlich zu sein: Andre Agassi

Im Gespräch: Andre Agassi

Hat Ihnen Tennis einen Schlag versetzt?

Mit seiner schonungslos offenen Autobiographie hat Andre Agassi für Schlagzeilen gesorgt. Ein Gespräch über seinen Hass auf das Tennis, seine Liebe zu Steffi Graf, sein Toupet und ein Leben mit Lügen. Von Nina Rehfeld

Lesermeinungen zum Beitrag

16. November 2009 18:39

@B-Weichert

Andrea Burger (swingme)

Ich bin auch der Meinung, dass es bei vielen Leuten "unter der Decke" anders aussieht, sich viele nur noch zur Arbeit schleppen und ernste Probleme haben. In dem folgenden Punkt widerspreche ich aber: Sich dem zu stellen, halte ich nicht für eine Schwäche, sondern vielmehr für eine Stärke. Nämlich dann, wenn es mit konkreten Lebensentscheidungen einhergeht, etwa der, sich mal für eine längere Zeit eine "glückliche Auszeit" zu gönnen oder gar mit Persilschein (z.b. Frühverrentung) ganz auszusteigen und sich neu zu orientieren. Im Gegensatz zu vielen anderen bin ich auch nicht der Meinung, dass es dafür eines öffentlichen Outings und Bekenntnisses zu seiner Krankheit bedarf. Es kann aber hilfreich sein, bspw. in einem Blog o.ä. darüber zu schreiben (das geht ja ohne weiteres anonym), um anderen Mut zu machen. Hingegen bringt es das öffentliche darüber Reden nicht immer. Im Gegenteil birgt das Ganze die Gefahr, dass "die Krankheit" immer grösser und grösser wird, wie ein Schatten, den man nicht loswird.

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16. November 2009 09:21

Gierige Eltern

Mona Vogelsang (Aghapi)

wie im Fall von Agassi, Tiger Woods, Michael Jackson u.v.a.m. - das ist auch eine Form von Kindesmissbrauch! Wieso wird es nicht verhindert oder zumindest geahndet?
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Am Ende ist das für die eigenen Belange benutzte Kind auch noch "dankbar" für die evtl. daraus resultierenden persönlichen Eigenschaften, wie hier bei Agassi. Wobei diese Fähigkeiten wahrscheinlich auch ohne den rigiden Druck des Vaters grundgelegt waren.
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Ich bin nicht der Meinung, dass ein medial massiv Vermarkteter (wie z.B. ein Hochleistungssportler) all seine Probleme in die Öffentlichkeit tragen sollte. Sei es nun Depression, sexuelle Orientierung, Abhängigkeit. Es muss uns nur bewußt sein, dass dieser Zirkus für die Protagonisten u.U. einen Preis hat. Der ihnen mit Geld aufgewogen wird. Damit wir unsere Märchenprinzen haben.
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Spitzensport ohne Hilfsmittel für Körper, Geist und Seele - eine Illusion.

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16. November 2009 00:26

Ich anerkenne ganz ausdrücklich Agassis Bekenntnis

Benedict Weichert (B-Weichert)

Gerade heute, wo der Selbstmord eines deutschen Spitzenfussballers ein staatsmännisches Begräbnis erfuhr, müsste doch eigentlich jedem klar sein, welchen Preis Spitzensportler zu zahlen haben, hatten und vermutlich haben werden. Schwäche, Resignation, Unwohlsein, Melancholie, Versagensängste sind nicht nur nicht erlaubt, sondern könnten vermutlich ähnlich wie die Pest auch ansteckend sein.
Wenn es sich nur um Spitzensportler handeln würde, die diesem Leistungsgott hinterherhecheln, dann wäre es ja nur eine Minderheit.
Mein Eindruck ist: die allermeisten Menschen können nicht mehr, sind völlig überfordert, die zumeist blodsinnigen und völlig überflüssigen neuen Anforderungen von oben (Denker sind oben ausdrücklich nicht erlaubt) bringen alles durcheinander, machen alles schwieriger und unmöglicher. Und da steht dann der einzelne Mensch mit seinem Leistungsanspruch und dem aufgebauten Druck und fährt bald mit 200 km/h vor die Wand.
Schwäche muss wieder einen Platz bekommen in dieser Gesellschaft. Und der Begriff Weichei muss zensiert werden.

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