
die Rückkehr zum Goldstandard, würde auf jeden Fall Rückkehr zu ehrlichen Bedingungen beduten. Denn wie sieht es aus nach der nächsten Finanzkrise...

„Vorwärts zur Mäßigung“ ist eion schöner Buchtitel. Man könnte gleich damit anfangen sich mal zu fragen, aber ein Herr Ackermann dafür, daß er nach eigenen Worten einer sehr schönen und angenehmen Tätigkeit nachgeht, wirklich das 20fache eines Bundeskanzlers verdienen muss. Das mag für die Bilanz der deutschen Bank unerheblich sein, würde aber sehr dazu beitragen, daß unsere Gesellschaft inisgesamt sich auf "Mäßigung" einstellt. Momentan hat man das Gefühl, daß diejenigen welche zur "Mäßgung" aufrufen vor allem immer die anderen meinen...

Ausgehend von Goethes "Faust" werden hier "Geldschöpfungstheorien" verwurstet. Sicher ist, ohne "reale" Wertschöpfung führt neugedrucktes Geld zur Inflation. Dadurch, daß der Dollar "Weltgeld" ist, kann es noch ein paar Monate dauern, bis die Weltbevölkerung begriffen hat, daß der Dollar nur noch einen kümmerlichen "Restwert" hat, durch seine Billionenhafte "Neudruckung". Nichts anderes ist hier geschehen, indem die FED die amerikanischen Regierungsanleihen aufkauft. Eine Rückkehr zum Goldstandard wäre in der heutigen Zeit sowieso nicht mehr möglich. Die amerikanischen Goldreserven, so sie denn überhaupt noch da sind, wäre binnen monatsfrist geleert und Fort Knox würde wie Onkel Dagoberts Geldsafe aussehen, nachdem die Panzerknacker zu Besuch waren. Nackt! So steht heute bereits der Staat Kalifornien da. Nackt !

... ist nicht die Angst der Besten, sondern der schlauen Mittelmäßigen, die 25% Rendite haben wollen. Folgende Sätze zeigen, daß diese Herren nicht verstehen, wie der Goldstandard funktionierte: "Durch die Schöpfung von Papiergeld und Buchgeld kann man die physische Knappheit des Goldes überwinden", "Allerdings würde eine Rückkehr zum Goldstandard eine sehr starke Verringerung der Geldmenge bedeuten, das hätte gravierende Nachteile." --- Ebenso wenig verstand es Milton Friedman, der den Goldstandard durch dieses Papierstandard ersetzt sehen wollte. Auch in der Zeit des Goldstandards spielte Kredit die wesentliche Rolle, unter anderem mit ihren Banknoten als Schuldverschreibungen.

Ich habe zuerst gelesen, dann diagonal verfolgt, dann überflogen und zum Schluss gescrollt.
Was für ein hohles und seichtes Geschwätz.
Schade um die Zeit, die dieser Überblick verschlang!

... die zusammenfassende Überschrift. In einer bümigen Sprache geht es hier lediglich um den alten Betrug des inflatorischen Konjunkturprogamms amerikanischer Art: durch Geldfälschung bedient man sich des Eigentums der anderen, um Wert zu schöpfen, selbstverständlich gegen den Willen des Enteigneten und nicht für sein Wohl. Also, wieder: "Doch nutzt Faust das Geld [Falschgeld], um Neuland zu erschließen, die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Neu geschaffenes Geld muss investiert, in Wertschöpfung umgesetzt werden. Das ist die Alternative zur Inflation. [...] Durch die Schöpfung von Papiergeld und Buchgeld kann man die physische Knappheit des Goldes überwinden und die monetäre Basis verbreitern."

Prof. Binswenger schlägt in Alehnung an Prof. Fisher vor, dass die Kundeinlagen zu 100% durch Zentralbankgeld unterlegt werden könnte und sagt dann: "Die Zentralbank hätte dadurch im Vergleich zum heutigen System einen direkten Einfluss auf die Geldschöpfung. Das zusätzliche Geld könnte den Banken zufließen oder dem Staat, der dementsprechend die Steuern niedriger halten könnte. Oder es könnte den privaten Haushalten direkt zufließen als eine Art Grundeinkommen - oder eher ein Zusatzeinkommen - für jeden. Es ist natürlich auch eine Kombination möglich..." Vor allem der zweite Vorschlag ist bestechend: statt Unmengen an Geld über den in seiner Wirkung fraglichen Umweg der Kreditinstitute ins System zu pumpen, der dann mit einem "Engelt", sprich Zins versehen wird (für was eigentlich?), würde das Geld in Form von Grundeinkommen oder Zusatzeinkommen zinsfrei ins System kommen und damit für Transaktionen und einhergehender Wertschöpfung (aus Konsum oder Investition angesparter Beträge) zur Verfügung stehen. Der klassische Kredit gegen Zins durch das herkömmliche Bankensystem bekäme einen erstklassigen Konkurrenten!

"Neu geschaffenes Geld muss investiert, in Wertschöpfung umgesetzt werden. Das ist die Alternative zur Inflation." --- Geldschöpfung ohne Wertschöpfung ist Betrug!

Das alles liegt im Boden still begraben,
Der Boden ist des Kaisers, der soll's haben. (Faust II, V. 4937f.)
Es handelt sich offenbar um ein Schürfrecht, auf das Optionsscheine begeben werden - wobei der Staat (Kaiser) eine Euphorie auslöst, die aller Grabungsarbeit vorauseilt und die in der Realität nicht durch Arbeit eingelöst wird.
Faust hingegen bei seinem Eindeichungsprojekt gewinnt Land, "nicht sicher zwar, doch tätig frei zu wohnen" (V. 11564) . Hier wird zuerst Arbeit geleistet, bevor dann ein landwirtschaftlicher Nutzen erzielt werden kann. Faust gibt keine Derivate aus. Wer bei diesem Immobilienprojekt Arbeit investiert, bekommt ein Grundstücksanrecht. Mephisto erscheint hier als Verführer zur leichtsinnigen Spekulation, während Fausts Trachten im Kontrast bodenständig genannt werden kann. Daher seine nicht-alchemistische Vision:
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
(V. 11563ff.)
Für Binswangers Altherrengemurmel hätte Goethe nicht viel gegeben.

Der FaZ ist nur zu gratulieren zu der Widergabe dieses herausragenden Dialoges! Besonders erheitert hat mich der Kommentar zum hochgespielten Gegensatz zwischen der Wichtigkeit einer Ordnungspolitik deutscher Prägung und den Anglosächsischen Ansätzen. Das Phänomen der Inflation muss grundlegend neu erfroscht werden. Schockierend die Aussage, dass die Geldtheorie (selbst die Quantitätstheorie!) noch viel zu stark der Neoklassik, und damit einer statischen Analyse verhaftet ist. Die Deutsche Bank und damit Deutschland sollte sich glücklich schätzen, über einen derart brillianten VV zu verfügen. Ackermann ist gut, die Deutsche Bank ist eine weltweit führende Bank. Das Deutschland der Dichter und Denker schämt sich deswegen, unverständlich!

Zwar nicht so diletantisch wie Friedman, aber ebenso ein Inflationist, der sich als Befürworter einer stabilen Währung darstellt. Ich las mal bei Friedman, dass das Geld immer wachsen sollte, so wie immer mehr Gold entdeckt wird. Diesen Unsinn liest man auch hier: "Die große Herausforderung ist dann, dieses Angebot an Geld zu kontrollieren und in ein vernünftiges Verhältnis zum realen Wachstum zu setzen". Da es ja immer Wachstum gibt, soll also die Geldmenge immer wachsen: "Das zusätzliche Geld könnte den Banken zufließen oder dem Staat, der dementsprechend die Steuern niedriger halten könnte. Oder es könnte den privaten Haushalten direkt zufließen als eine Art Grundeinkommen - oder eher ein Zusatzeinkommen - für jeden. Es ist natürlich auch eine Kombination möglich." --- Was hier übersehen wird, weil diese Ökonomen eine primitive Vorstellung von Geld als umlaufendes Zeug wie Münzen haben, ist, daß das umlaufende Zeug eine verhältnismäßig unbedeutende Rolle als der Kredit haben soll, der sich an die Wirtschaft anpaßt und bei Stagnierung der Wirtschaft schrumpfen soll, so dass die immer wachsende Geldmenge durch Goldgewinnung eine Illussion ist. Und wenn die Geldmenge tatsächlich immer wächst, dann ist es wegen Systemfehler.

Herr Ackermann sagt, "dass mit weniger Geldschöpfung und weniger Wachstum wahrscheinlich auch der allgemeine Wohlstand geringer sein wird." Mega-Interessant finde ich hier die Formulierung "wahrscheinlich" und daß die Begriffe "Geldschöpfung" und "Wachstum" nebeneinander stehen. Somit bedeutet Geldschöpfung offensichtlich nicht automatisch Wachstum und Wachstum kann demnach auch ohne Geldschöpfung funktionieren. Und der "allgemeine Wohlstand" scheint von beidem unabhängig zu sein. Aber, Geldschöpfung bedeutet nun einmal schöpfung von potentiellem Wohlstand. Frage also - für wen? Liegt hier die Erklärung für die Tatsache, daß "die Reichen immer reicher werden"? Weil mit den Investitionen, die mit dem "geschöpften Geld" getätigt werden können, leicht mehr Automaten angeschaffft werden können, welche die menschliche Arbeitskraft überflüssig machen? Und gibt es womöglich sogar Menschen, die direkten Zugriff auf das "geschöpfte Geld" haben? Hut ab vor Herrn Binswanger für die Sätze "Oder es könnte den privaten Haushalten direkt zufließen als eine Art Grundeinkommen - oder eher ein Zusatzeinkommen - für jeden" und "Wir müssen uns „der Sorge“ stellen - der Sorge für den Erhalt der Natur, der Heimatund und des Maßvollen."