Dass beim "google"-Portal der Autor entscheidet, welche Veränderungen in den Artikel eingebaut werden und welche nicht, ist ein großer Vorteil gegenüber der Wikipedia. Bei Wiki halten mir mittlerweile bei den politischen Artikeln viel zu sehr die Linken das Ruder in der Hand. Da werden Terroristen schnell mal verharmlosend als Aktivisten oder Widerstandskämpfer bezeichnet - und wer es wagt, das zu berichtigen, hat schnell einen linken Blockwart mit Mod-Berechtigung am Hals. Der auch arrogant und unverschämt genug ist, willkürlich ihm unliebsame Wiki-Autoren zu sperren. Gut, wenn das bei Google anders läuft.
Mehr als ein solches Angebot im Internet zu haben ist kein Fehler, so wie es gut ist daß es nicht nur eine Nachrichtenseite im Netz gibt. Wikipedia ist in vielen Fällen hilfreich, doch wenn es in die Tiefe geht trifft man auf viel Halbwissen in den Artikeln, und die politischen oder sonst umstrittenen Themen sind in der Hand von Ideologen, Hütern der Political Correctness und Gutmenschen, die offenbar die Zeit und die Ausdauer besitzen, jede andere Sicht der Dinge als ihre eigene auszumerzen. Außerdem läßt die sprachliche Qualität öfter an bemühte Sozialkundereferate von Oberschülern denken. Einige dieser Nachteile könnte der Google-Ansatz vermeiden oder das wenigstens versuchen.
..will alles wissen und Wissen vermitteln. Knol ist dazu ein guter Ansatz, der zum Googleerfolg verdammt ist und ihn sicher auch haben wird. Anmerkung: Microsoft will mit einem IE-Marktanteil von mehr zwei Drittel sicher nichts "in die Knie zwingen", denn da gibt es nichts zu bezwingen. Wenn überhaupt, dann haben sie etwas Konkurrenz bekommen - mehr aber auch nicht. PS: Opera rules!
...dass die bastion wikipedia zu wankt! Wikipedia war zwar vielleicht nicht perfekt, aber doch schon überraschend gut; Studien (von der FAZ veröffentlicht?) zufolge nicht schlechter als die Encyclopedia Brittanica. Das werbungsfreie Wikipedia war ein Meilenstein des Prinzips kostenlose Bildung + mündiger User. Es graut mir vor der Vorstellung dass google womöglich bald Lexikonartikel herausgibt, je nach Herkunftsland zensiert.
Da Wikipedia inzwischen arg unter PR-Abteilungen, machtsüchtigen Administratoren, verrückten Dauerusern und Vandalen leidet und eine ernsthafte Nutzung nur unter genauer Lektüre der zugehörigen "Diskussion" in Frage kommt, hat das Google-Projekt definitiv eine Chance. Ich werde es im Auge behalten!
Einen vielleicht gewichtigen Vorteil hat m.E. "Knol", nämlich die finanzielle Entlohnung der Autoren, was für manchen Wikischreiber Anreiz sein könnte, sich bei Knol zu bewerben und die bisher bei Wiki geopferte ehrenamtliche Zeit in Bezahlzeit umzutauschen. Außerdem pfuscht nicht jedermann in den Beiträgen herum oder löscht diese gar. Bei Knol wird der "Team"-Gedanke durch "persönliche Zuständigkeit" abgelöst. Das hat auch Vorteile, da im Team Einzelleistungen und damit auch die mit ihnen verbundene Ehre weitgehend untergehen.
Das statische Element ist ein großer Vorteil. Man muß bei sozialwissenschaftlichen oder politischen Themen keinen Konsens mit politischen Extremisten mehr erzielen, die durch bloße Präsenz, durch ihr bloßes Mobilisierungspotential ihre Meinungen überall durchdrücken. Das versaut die ganze Wikipedia, daß politische Extremisten dort einfach den Artikel solange immer wieder verändern, bis sie einen parteiischen Moderator gefunden haben, der ihn dann "einfriert". Manche Extremistengruppen zeigen eine solch massive Umtriebigkeit beim Herstellen virtueller "Wahrheit", daß man glauben könnte, da sitzen staatlich finanzierte Aktivisten dahinter. Dann soll der Leser lieber Gelegenheit haben, zu kontroversen Themen unterschiedliche, aber jeweils in sich stimmige Artikel miteinander zu vergleichen und selönst zu urteilen.
und der Nutznießer ist unterm Strich der Kunde bzw. User. So wenig man die Wikipedia von einem kommzerziellen Informationsmonopol zurückgedrängt sehen will, so sehr weiß man auch um ihre Schwächen. Ein zweites Wissensportal, würde ich wie eine zweite Meinung erachten und kann ich daher nur befürworten. Wobei die beiden Motivationstreiber hie ideologisch da monetär sich krasser nicht gegenüber stehen könnten. Man darf gespannt sein wer das Rennen auf Dauer macht.