Das Olympia-Attentat von 1972

Eklat um Vortrag eines Sporthistorikers

Mit gewagten Thesen zum Palästinenser-Attentat während der Olympischen Spiele 1972 in München stellt sich der Sporthistoriker Arnd Krüger ins Abseits. Er unterstellt den neun ermordeten israelischen Sportlern eine Selbstopferung. Der Vortrag sorgt für heftige Reaktionen. Von Martin Wittmann

Lesermeinungen zum Beitrag

05. Juli 2008 11:14

Entlassen sollte man ihn schon,...

Thomas Berger (tberger)

...aber nicht wegen angeblichen Antisemitismus, sondern wegen Verzapfens undurchdachten Käses und dämlicher Verschwörungstheorien, sowie Sprachmißbrauchs. Andererseits - diese Maßstäbe anzulegen, würde wahrscheinlich zu einer Entvölkerung der geisteswissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland führen...

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05. Juli 2008 09:30

Eklat

Dieter Erkelenz (d.erkelenz)

Wieso ist hier die Meinungsfreiheit unterdrückt worden - wie hier einige Kommen- tatoren behaupten? Krüger hat doch seine Meinung kundgetan, und sie ist nicht unterdrückt worden. Im Gegenteil! Wer so einen hanebüchenen Unsinn von sich gibt, hat auch die Meinungsfreiheit seiner Kritiker zu dulden. Dass der Zentralrat der Juden hier wieder mal aus einer Maus einen Elefanten macht, ist mehr als ärgerlich. D. Erkelenz

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05. Juli 2008 09:13

Der eigentliche Skandal...

Enrico Zapato (porompom)

... ist meiner Meinung, dass wir Steuergelder dafuer ausgeben, um auch noch in der Sportgeschichte Skandale vom Zaun zu brechen! :) Solange soviel Zeit und Musse ist, Saele mit Leuten zu fuellen, die offensichtlich nichts anderes zu tun haben, als darauf zu warten, endlich mal wieder provozieren zu koennen oder sich wichtig zu machen bzw. sich endlich mal wieder richtig zu empoeren, scheint doch alles in Ordnung zu sein? Ist nicht bierernst gemeint, aber vielleicht sollten wir Deutschen, egal welcher Religion, einfach mal haeufiger bis 10 zaehlen und danach miteinander ueber unsere Probleme und Meinungen reden und so ein Vorurteil nach dem anderen miteinander abtragen, und nicht via faz.net?

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05. Juli 2008 03:06

Freie Meinungsäußerung 2 (Ordnungshüter)

Friedemann Neef (guenterkastenfrosch)

Wie hier schon geäußert, bin auch ich der Meinung, dass "Demokratie" - richtig und nicht bloss als Stammtischgewäsch aller Uninformierten zu allen Themen verstanden - auch die Diskussion unbequemer Sachverhalte und Thesen beinhaltet. Wenn sich die Äußerungen Herrn Krügers als haltlos erweisen, dann kann das ja im wissenschaftlichen Diskurs herausgefunden werden. Warum aber muss sofort und ohne jedes Abwägen der Hintergründe eine solche Vorverurteilung (auch im hier kommentierten FAZ-Artikel) stattfinden? Warum müssen dann immer gleich politisch-soziale (meist irgendwelche wichtigtuerischen Mandatsträger) oder (pseudo-)religiöse Gralshüter in Erscheinung treten?

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05. Juli 2008 00:22

Hippokraten

Andi Sappix (sappix)

Ich hoffe die hier Lesermeinenden haben NICHT aufgeschrieen, als Jens Jessen in der ZEIT damals zu den Münchner U-Bahn-Prüglern meinte, es gäbe kein Ausländerproblem, sondern ein Problem mit besserwisserischen Rentnern. Wenn Krüger die Opfer zu Tätern machen darf, durfte das Jessen auch. Ich bitte die hier Lesermeinenden zu einer stillen kritischen Selbstprüfung anhand dieses Beispiels.

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04. Juli 2008 23:04

Cui Bono ?

Winston Hauser (sealgate)

gewagte Thesen und konstruktive Kritik sind wertvoller als Gold. Rechtsschaffenheit und Mut ist ein Gut das so selten geworden ist, dass es in der Politik und in der Wirtschaft quasi nicht mehr im Angebot ist. wird es gehandelt, wie in diesem Fallbeispiel so schreien die Abnehmer natürlich um so lauter je mehr Gehalt sie entdecken. Erschreckend nur für Menschen, die es tatsächlich betrifft, ob im Geldbeutel, persönlich oder moralisch, ethisch. Wer sich nichts vorzuwerfen hat, kann diesen Zeilen genauso gelassen entgegnen wie dem Beitrag dem sie gelten. Wenn es schon inhaltlich keine Übereinstimmungen mit wahrhaften Begebenheiten geben sollte, so darf ein weiser Mensch sich nicht so eschoffieren um diesen Menschen mundtot zu machen. Der getroffene Hund bellt bekanntermaßen sehr laut. Wenn es ihm nur um seine Ehre oder Freiheit ginge, so wäre das Gespräch und sei es nur zur Begegnung der richtige Weg.

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04. Juli 2008 21:56

Frei Meinungsäußerung in Deutschland

Andreas Brinck (andreasbrinck)

Warum ist dies ein großes Thema? Nur durch wissenschaftlichen Dialog, mag er auch manchmal sehr kontrovers oder sogar provozierend sein, ist eine Entwicklung möglich. Wissen teilen, das bedeutet auch offene Fragen teilen, vergrößert das Gesamtwissen (When you share the wealth, you divide it; when you share the knowledge, you multiply it.) Wissenschaftlicher Dialog muss mutig, offen und ehrlich erfolgen um verantwortungsvoll zu sein. Laut dem Beitrag is das seitens Arnd Krügers erfolgt. Es sind jedoch traditionell die Fundamentalisten und Religiösen, die das zu verhindern versuchen. Besonders vom ZdJ ist das doch keine Neuigkeit. Statt lautem Getöse wäre ein wissenschaftlicher Beitrag zum Thema interessant.

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04. Juli 2008 21:48

Freiheit

michael blume (oldtimer58)

Freiheit ist die Meinung des Andersdenkenden! Auseinandersetzung suchen aber nicht niederknüppeln.

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04. Juli 2008 21:47

Olympia-Attentat 1972

Jörg Marwitz (JM19)

Falls tatsächlich Warnungen vorgelegen haben sollten: Es ist immer die Frage, wer warnt und wie man selbst die Warnung gewichtet. Wie müsste man es bewerten, wenn z.B. eine Fußball-EM trotz evtl. höherer Anschlagsgefahr veranstaltet wird und tatsächlich Menschen hingehen? Wie würde Arnd Krüger es bewerten, dass es tatsächlich viele Menschen gibt, die in höchst gefährdeten Erdbebenregionen wohnen und dies auch wissen, trotzdem aber dort wohnen bleiben oder gar dort hinziehen? Ist es auch eine Art Selbstopferung, wenigstens im Ansatz, wenn ich eine Reise nach London mache und dort mit der U-Bahn fahre, wo die Anschlagsgefahr höher bewertet wird als z.B. in der Lüneburger Heide?

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04. Juli 2008 19:48

Empörungstsunami...

Peter Reinike (P.Maikaefer)

Es ist nicht ganz deutlich, ob der Skandal darin liegt, daß ein Sporthistoriker eine gewagte These vertritt oder daß sich von allen Seiten empörte Stellungnahmen zu Wort melden, die einen Eingriff in die wissenschaftliche und publizistische Freiheit fordern. Wieso balanciert man hier, wenn etablierte israelische Interessen und Deutungsmuster in Gefahr geraten derart nahe am schmalen Grat zum Eingriff in grundlegende Rechte des wissenschaftlichen Arbeitens und der Zensur? Nicht die zugegeben gewagten Thesen Krügers sind der Skandal, sondern die ungebremsten Disziplinierungsversuche und das nicht zu rechtfertigende Eingriffsbestreben in fundamentale Rechte...

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