Dreierlei ermöglicht auch in Deutschland die sinnvolle Nutzung der Windenergie: 1. Windkraftwerke müssen europaweit verteilt werden. Große Windstille herrscht bei stabilen Hochdruckwetterlagen. Aber ein großes Hoch hat allerhöchstens einen Durchmesser von wohl 1.000 km. Sprich, wenn so ein Hoch wie im Sommer 2003 über Deutschland liegt, weht in der Bretagne oder in Lettland oder in Schweden oder in Italien der Wind. 2. Die Windprognosen haben mittlerweile eine hohe Qualität. Wir können mit wohl plus/minus 5-10 % voraussagen, wie der Wind in 24 und in 36 Stunden weht. Demtentsprechend können dann Gas- und Steinkohlekraftwerke rauf- und runter gefahren werden. Der wechselnde Einsatz dieser früher Mittel- und Spitzenlastkraftwerke genannten Anlagen ist zur Abdeckung wechselnder Stromnachfrage (Werktag/Sonntag) Routine. Konkret ist es heute so, dass bei starkem Wind, wenig Steinkohle- und Gaskraftwerke laufen. Dementsprechend wird Brennstoff und CO2 gesparet. 3. Zukünftig werden wir in intelligenten Stromnetzen auch die Stromnachfrage viel stärker dem durch schwankenden Windstrom sich ändernden Stromangebot anpassen. Wenn z.B. viel Wind weht, sollen die Wasch- und Geschirrspülmaschinen laufen. Raimund Kamm
Mich würden einmal eine Darstellung der möglichen Netzkonzepte und damit verkoppelten Standortfragen interessieren. Was passiert bei Windstille bzw. zu wenig Wind? Wie sollen die großen geplanten Offshore-Anlagen eingespeist werden, was bringen sie wirklich und was passiert, na klar, bei Windstille? Ist es möglich Windräder lokal derart verteilt zur Einspeisung zu nutzen, dass Windstille kaum noch ein Problem wäre?
Die FAZ muß sich die Frage gefallen lassen, warum sie hier einen Werbeartikel für eine Mikrobranche plaziert, in der die für die gesamte Bevölkerung eigentlich entscheidende Frage völlig ausgeklammert wird: welchen Sinn hat Stromerzeugung aus Wind überhaupt, insbesondere, wenn aus Kernkraftwerken Strom viel billiger und viel zuverlässiger zur Verfügung steht? Es gibt eine Vielzahl technischer Probleme mit Windantrieben, aber das Kernproblem ist nicht technischer, sondern meteorologischer Art. Wind ist nicht planbar. Ein Betreiber eines "Stromnetzes" braucht aber planbare Leistung. PLANBARKEIT müßte der eigentliche Schlüsselbegriff der Energiedebatte werden, und nicht der ebenso schillernde wie inhaltlich nichtssagende Begriff der "Erneuerbarkeit". Und nun fragen wir uns: wieviel PLANBARE Leistung kann die Windstrombranche derzeit den Netzbetreibern anbieten? Und die Antwort ist: NULL Watt! Nur die Kosten sind nicht "null", sondern sie liegen im Milliardenbereich. Und das für null Watt planbarer Leistung. Der Fehler liegt darin, daß sich die Politik der Energiedebatte bemächtigt hat und inzwischen in allen Parteien Öko-Ideologen und nicht Energieexperten die Debatten bestimmen. Im Interesse der Bürger sollte sich das ändern.
Na wenn da bei all den Windrädern mal nicht über kurz oder lang der Planet mangels Schwung stehen bleibt! MfG Eberh@rd ;)