Wenn beim Geld der Verstand aussetzt

Gieren ist menschlich

Was die Glücksforschung über Steuersünder weiß

Haben es superreiche Manager nötig, den Fiskus um eine Million Euro zu prellen? Wohl nicht. Wie kann so etwas trotzdem passieren? Die Glücksforschung sagt: Der Mensch - egal wie reich - ist von Natur aus gierig. Von Rainer Hank

Lesermeinungen zum Beitrag

19. Februar 2008 10:21

Moral.

Reinhold Eysel (Eysel)

Da wird unendlich laut, emotional, nur scheinbar gerechtigkeitsträchtig, bei nüchterner Betrachtung eher "moralinsauer" geschwafelt. Menschen sind gleich. Ja, in ihrer Würde, ihrer Unverletzbarkeit, ihrem Recht auf Glück. Nicht gleich sind sie in fast allen anderen Eigenschaften. Von den äusserlichen Dingen angefangen über ihre körperlichen Kräfte bis zu ihren geistigen Kräften. Aber alle sollen - wenn man den Kommentaren folgt - zumindest annähernd gleich entlohnt werden. D A S ist zutiefst "un-gerecht"! Und ganz nebenbei auch "unnatürlich"jedem Evolutionsgedanken widersprechend. Heute noch würden wir uns von Ast zu Ast schwingen, wenn nicht EINIGE etwas VERSUCHT hätten, Chancen und Risiken abgewogen hätten, unter Inkaufnahme von Risiken voran geschritten wären. Diese Menschen wurden immer ANFANGS von "Establishment" abgelhnt, später BEWUNDERT. Heute werden sie wie in schlimmsten Inquisitionszeiten von den "Scheinheiligen" verfolgt. JEDER versucht - volkssportartig - seine Steuerlast zu optimieren. Wie wäre es, wenn ein schon fast erpresserischer, hehlerhafter Staat, der mit seiner Macht Generationen in die kollektive Schuldenfalle treibt moralisch VORBILDHAFT vorangehen würde, statt Moralin über seine Bürger auszuschütten ...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
18. Februar 2008 16:08

Was die Glücksforschung über Steuersünder weiß

Jörn Puscher (puscher)

Ach die Armen. Man kommt halt leider nur ganz schwer gegen die Natur an und die Lohnsteuerzahler werden erst gar nicht in "Versuchung" geführt, der sie dann, genauso wenig wie "Lichtensteiner-Steuerbetrüger", entkommen könnten.

Wenn ich so etwas lese, dann könnte ich kotzen. Wie kann so etwas in einem Land, das sich mit den christlich Werten verbunden glaubt als gängig festgestellt werden? So unsittlich wie es ist, dass ein einzelner Mensch 1000 mal soviel für seine Arbeit bekommt wie ein Geringverdiener oder anders ausgedrückt, ein Manager mit 1.000.000,- Euro/Monat (Ackermann bekommt 13.000.000,- im Jahr) bekommt in einem Monat, was ein Geringverdiener nach 83 Jahren Arbeit eingenommen hat. Wenn das normal ist, dann ist der Schritt zur Steuerhinterziehung nur noch ein ganz kleiner!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
18. Februar 2008 14:45

'Vom Geld aber können die Menschen nie genug kriegen' - mag sein, aber ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... umgekehrt wird auch ein Schuh daraus: die Geldgier des Staates ist ebenfalls unermesslich, besonders wenn man an die Sachzwänge denkt, die aus dem riesigen billiardengroßen Schuldenberg resultieren, den die Politiker (völlig straffrei natürlich und moralisch auch ohne bleibende Folgen) aufgebaut haben und den sie mit Steuergeldern wieder abtragen wollen - natürlich mit Steuergesetzen und Steuertarifen, die sie selber fabriziert haben, die keinesfalls gottgegeben oder vom Himmel gefallen sind. Man könnte es auch Willkür nennen, dass hierzulande weniger als 20 Prozent der Steuerpflichtigen rund 70 Prozent zum Aufkommen der Einkommensteuer beitragen ... Im Unterschied zu den jetzigen öffentlichen Hinrichtungen an Steuersündern ist der Staat ist in der privilegierten Lage, sich zur Befriedigung seiner Geldgier ein legitimes Mäntelchen umhängen zu können.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 3 von 3 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche