Wer weiss schon, welches die nächste Blase sein wird?
Werden es Kreditkarten, Hegefonds, Zertifikate, Versicherungen oder gar Kredit-Derivate?
Die Druckmaschienen dieser Welt sind mit dem Drucken des virtuell erzeugten
Geldes überfordert.
Sehr geehrter Herr Greenspan, ihr Jugendtraum von der Gold und Silberwährung
könnte noch vor ihrem Ableben in Erfüllung gehen.
Denn, ich weiss zwar nicht, welches die nächste Wirtschaftsblase sein wird,
doch die Dollarblase ist die letzte.
Was dieser Greenspan mit seiner Geldvermehrungspolitik angestellt hat ist ausführlichst in dem Buch, "Das Greenspan Dossier" von Roland Leuschel beschrieben und zwar schon Jahre bevor die jetzige Finanzkrise die Fata Morgana der modernen neoliberalen Wirtschafterei entlarvt hat.
Das schlimme daran ist aber, daß die Täter reich belohnt davonkommen und jetzt
auch noch an einer eignen Legende arbeiten können. Sie können sich auf ihre
politischen Mittäter verlassen, die mit der Staatsknete einspringen.
Diese wiederum verlassen sich auf die Angst der Massen, denen sie suggerieren
es würde mit uns allen ein schlimmes Ende nehmen, wenn man dem schlechten
Geld nicht mit weiterem guten Geld hilft. Sie retten ihren Hals damit und bringen
uns um unser sauer Erspartes. Besser wäre es, mit der gesamten Bonibande
kurzen Prozeß zu machen mit einer Bestrafung die mindestens 100 Jahre
abschreckt.
Abhängig von der Liquidität der Märkte und von den Zinssätzen kann man sich für schwebende Schuld oder für Konsolidierung entscheiden, und das soll zu einer gewissen Ausgewogenheit zwischen den Zinssätzen führen.
Der Autor hat leider einen wesentlichen Punkt vernachlässigt, den Greenspan nur indirekt angesprochen hat: Die Zentralbank kann nur den kurzfristigen Zinssatz, also den Geldmarktzinssatz steuern, während der langfristige Zinssatz vom Finanzmarkt gesteuert wird, also durch Angebot und Nachfrage nach Krediten. Der langfristige nominale Zinssatz kann aufgeteilt werden in die erwartete Inflation, den Realzins und die Risikoprämie. Durch die gesunkene Inflationserwartung in den letzten 10-15 Jahren konnten die Geldgäber also für einen gegebenen Zinssatz ein höheres Risiko akzeptieren als bisher, oder andersherum: Um die Rendite konstant zu halten mußten Investoren höhere Risiken in Kauf nehmen, Risiken, die jetzt realisiert wurden.
Ich möchte nur kurz folgenden Abschnitt kommentieren:
Als die Fed und andere Notenbanken den Hedge-Fonds LTCM in einer von Greenspan erdachten Aktion 1998 vor dem Konkurs bewahrten..,"
Alan Greenspan stellt diese Situation in seiner Autobiographie ein wenig anders dar und zwar folgendermassen:
Bill McDonough (der damalige Präsident der New Yorker Notenbank) war besorgt, dass die Aktienkurse einbrechen würden, wenn ein Unternehmen von der Grösse von LTCM seine sämtlichen Anlagen auf den Markt warf. Durch die entstehende Kettenreaktion würden weitere Unternehmen zahlungsunfähig. Als er mich anrief und mir sagte, dass er einschreiten würde, war ich nicht gerade erfreut, aber ich konnte auch nichts dagegen einwenden. (soviel zu einer von Greenspan erdachten Aktion)
[...]
Den beteiligten Banken zu erklären, dass sie sich eine Menge Geld sparen konnten, wenn sie eine ordentliche Abwicklung des Fonds ermöglichten, hatte nicht im Entferntesten mit einer Rettungsaktion zu tun. Indem sie der Realität ins Auge sahen, handelten sie im Interesse des gemeinen Bürgers und der Wall Street.
Zur modernen Geldpolitik, u.a. Inflation von möglichst nah, aber unter 2%:
"Die Hereinnahme dieser Sonderziehungen durch die Notenbank rief also eine ganz ähnliche Verflüssigung hervor, wie sie in anderen Ländern durch die Offen-Marktplitik der Notenbanken bewußt herbeigeführt wurde"
Zur Bernankes Taktik:
"Da die Reichsbank selbst in der in der dargelegten Weise die Marktverflüssigung entscheidend verursacht hat, würde eine auf eben dieser Verflüssigung fußende Diskontsenkung einigermaßen der Taktik Münchhausens ähneln, der sich an seinem eigenen Schopfe hochgezogen haben wollte".
Wie es funktioniert, steht überall beschrieben. Auch die Fälle in der Geschichte. Man braucht Spinner wie Hayek, Schumpeter und Starbatty dafür nicht. Vielleicht ist die Lösung doch die Wiedereinführung der Goldwährung: man verkauft kleine Goldscheiben, zuerst ohne geprägten Wert und so teuer wie möglich.
Letztendlich sind alle Spekulationsblasen, egal ob Internet, Immobilien oder jüngst in Gold nur Ausdruck des uralten Gier-Kettenbriefspiels wo es keine Rolle spielt welche Realgüter den ergierten Gewinnen entgegen stehen.
"Seriöse" Banker sind da keinen Deut besser als alle jene die immer wieder wildfremden Menschen einfach so 100 Euro schicken in der Hoffnung dafür mal tausende Euro selber geschickt zu bekommen.
Kettenbriefspiele funktionieren ganz ohne Zentralbank und Spekulationsblasen ebenso. Wenn die erhoffte (und am Anfang auch erziehlte) Rendite in einer Blase mal zweistellige Größen angenommen hat sind ein paar Basispunkte mehr oder weniger ziemlich egal.
Das einzige Argument für hohe Zinsen ist dann nur noch, daß die Zentralbank in Erwartung des unvermeidlichen Crashes damit schon mal ihr 'Waffendepot' füllen kann um nach dem Crash die Märkte mit vielen Zinssenkungen "psychologisch" zu "therapieren".
An der Börse wird ja das Geld, dass die Notenbank produzieren muss erspielt, d.h. ohne Gegenwert/Leistung erzeugt. Deshalb kann man von Arbeit kaum noch leben geschweige denn etwas Übriggebliebenes sparen, anlegen, investieren.
Es ist doch perfide wenn man sich zu Null Prozent Zinsen in Japan Geld leiht, in Dollar tauscht und damit Gewinne erzielt. Hier herrscht Ungleichheit, denn kein normaler Arbeitnehmer hat Zugang zur Japanischen Notenbank. Und wie oben gesagt, es steht keine Leistung dahinter, denn man muss nicht einmal mehr nach Japan fliegen.
Viele der Experten werden das für Unsinn halten, aber es gibt noch viel schlimmeren Expertenunsinn.
leider werden in diesem Beitrag nur bereits widerlegte Thesen revitalisiert. Sebastian Dullien hat in der FTD hierzu einen lesenswerten Artikel veröffentlicht
http://www.ftd.de/meinung/kommentare/289419.html?mode=print
Auszug:
"Anlass zur Vorsicht gegenüber der gängigen Krisenbegründung gibt auch die Tatsache, dass es historisch keinen Zusammenhang zwischen niedrigen Zinsen und Spekulationsblasen gibt. Die größte Spekulationsblase und der folgenreichste Crash in der US-Geschichte ereigneten sich ohne lockere Geldpolitik: Zwar senkte die Notenbank 1927 die Zinsen vorübergehend von 4,0 auf 3,5 Prozent, zugleich fielen aber die USVerbraucherpreise um zwei Prozent zum Vorjahr. Die Realzinsen waren also weiter hoch. Trotzdem gab es einen kreditfinanzierten Spekulationsboom, dessen Ende 1929 die große Depression einleitete. Volkswirte wissen sehr wenig darüber, wie Spekulationsblasen entstehen. Klar ist aber: Sobald ein spekulativer Anstieg von Vermögenspreisen in Gang gekommen ist, kann die Zentralbank wenig tun, wie schon der Ökonom James Galbraith in seiner Analyse der großen Depression herausgearbeitet hat. Wenn die Menschen glauben, dass der Wert ihrer Häuser jährlich um 10 oder 15 Prozent steigt, macht es kaum einen Unterschied,"