Natürlich kann man feststellen, dass Menschen falsche wirtschaftl. Entscheidungen treffen, aber die hier angegebenen Beispiele sind problematisch:
1) Wertverluste zu begrenzen, indem man die Aktien verkauft, bringt zunächst einmal höhere Verluste – man muss die Gebühren, die beim Verkauf anfallen ja „zusätzlich“ als Verlust verbuchen. Manche Ökonomen vergessen das in ihren Modellen und übertreiben damit die Irrationalität des Anlegers. Man soll ja Aktien kaufen, wenn die Kurse fallen. Wenn man aber seine Aktien verkauft und nach ein paar Wochen wieder kauft, zahlt man eventuell insgesamt 5% Gebühren (z.B. Ausgabeaufschlag bei Fonds). Hält man die Aktien einfach und fallen diese um weitere 5%, so bleibt der Verlust gleich!
Der Mensch ist nicht sehr irrational, er ist verwirrt. Dauernd werden ihm Versprechungen gemacht. Wenn sie nicht eintreffen, weis er nicht wie er den fairen Aktienwert berechnen soll – nicht weil er dumm ist, sondern weil ihm die notwendigen Informationen fehlen.
2) Eine Tasse, die man schon besitzt IST mehr wert als die gleiche Tasse, die man nicht besitzt.Grund: Man muss keinen Aufwand betreiben um sie zu behalten, aber Aufwand betreiben, um die andere Tasse zu kaufen (Weg zum Kaufhaus, Schlange stehen, etc)
Letztendlich ist die Währung in der der Mensch rechnet nicht Geld, sondern sein Endorphinspiegel (Endorphin = körpereigenes Glückshormon), d.h. seine Zufriedenheit oder sein persönlich empfundenes Glück.
Wenn Geld verdienen im Widerspruch steht zu anderen Tätigkeiten, die einen höheren Endorphinspiegel versprechen, verzichtet man eben durchaus auf das Geldverdienen. Wenn das verdiente Geld aufgrund des ermöglichten Konsums einen höheren Endorphinspiegel erzeugt als „Nichtstun“, so wählt man Geld verdienen statt Freizeit. Das ist nicht wirklich ein Widerspruch zu rationalem Verhalten. Die Volkswirtschaft rechnet teilweise lediglich mit einer falschen Währung und zieht deshalb – schon wieder – falsche Schlüsse.
Die alten Philosophen u. Begründer der Volkswirtschaft Adam Smith und David Ricardo haben als gläubige Christen im Gegensatz zur Überzeugung des Autors dieses „Problem“ bereits ab Mitte des 18 Jhds intensiv regelgerecht bearbeitet, z.B. in Adam Smiths Werk „Theorie der ethischen Gefühle“ (1759, engl. „The Theory of Moral Sentiments“). Sein Standardwerk „Der Wohlstand der Nationen“beschäftigt sich ebenfalls mit dieser Frage. Er macht darin - entgegen allen Unkenrufen - deutlich, dass Profitstreben nicht alles ist.
Das ist ja eine UNGLAUBLICH neue Einsicht, dass Menschen sich nicht immer rational verhalten. Das haette ich NIEMALS fuer moeglich gehalten. UNFASSBAR! Aber was genau ist hier der Punkt? Sind jetzt alle alten Theorien ueber die oekonomischen Vorgaenge in der Welt hinfaellig? Es ist schon eine bodenlose Anmassung der Autorin zu behaupten, Oekonomen wuerden es sich zu leicht machen, nur weil der Stand der Wissenschaft einem staendigen Wandel unterworfen ist und gelegentlich die Relevanz einer angeblich "neuen" (huch) These angezeigt ist. Wird damit automatisch ein altes Modell per se irrelevant? Die "neue" Theorie von der Unvernunft des Menschen wird vor allem deshalb populaerer, weil sie wunderbar als bequemes und wolkiges Argument gegen die Agenda jener "neoliberalen" politischen Beratung positioniert werden kann, deren Argumente stets ein Dorn im Auge seiner denkfaulen Kritiker waren.