13. Oktober 2008 Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugman erhält den diesjährigen Wirtschafts-Nobelpreis. Das teilte die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie in Stockholm am Montag mit.
Der Ökonom erhält den Preis für seine Analyse von Handelsstrukturen und Standorten ökonomischer Aktivität, wie das Kommitee auf seiner Internetseite erklärte. Die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie bezeichnete das Forschungsgebiet Krugmans als einen der Schlüsselbereiche der Wirtschaftswissenschaften überhaupt. Seine Theorien hätten dazu beigetragen, besser zu verstehen, warum einige Länder den internationalen Handel dominierten und Fragen im Zusammenhang mit der zunehmenden Verstädterung geklärt.
Krugman gilt als der Begründer der Neuen Ökonomischen Geographie. In den Vereinigten Staaten hat er sich über Fachkreise hinaus besonders durch seine wöchentlichen Kolumnen in der New York Times einen Namen gemacht, in denen er als dezidierter publizistischer Unterstützer der demokratischen Partei auftritt. Sein neuestes Buch heißt The Conscience of a Liberal - wobei liberal in Amerika eher linksliberal oder sozialdemokratisch bedeutet. In deutscher Übersetzung trägt sein neuestes Buch den verkaufssteigernden Titel Nach Bush: Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten.
Ich bin tief bewegt
Der 55-Jährige wurde seit Jahren als aussichtsreicher Anwärter auf den Preis gehandelt. Der Professor an der Princeton-Universität in New York sagte in einer ersten telefonischen Reaktion, er sei tief bewegt. Über die derzeitige internationale Banken- und Finanzkrise meinte Krugman: Sie ist furchterregend. Ich freue mich, dass die Politiker endlich anfangen, vernünftig zu handeln. Er habe es bis vor kurzem nicht für möglich gehalten, dass die Welt sich wie jetzt am Rande einer großen Depression bewegen könne.
Der Wirtschafts-Nobelpreis wird erst seit einer Stiftung von Schwedens Reichsbank 1969 vergeben. Er heißt offiziell Preis zum Gedenken an Alfred Nobel. Alle bisher 62 ausgezeichneten Wirtschaftswissenschaftler sind männlich. 48 von ihnen waren zum Zeitpunkt der Vergabe in der amerikanischen Forschung tätig. Im vergangenen Jahr war der Wirtschaftsnobelpreis den Amerikanern Leonid Hurwicz, EricMaskin und Roger Myerson zugesprochen worden. Sie erhielten den Preis für ihre Forschungen zu optimalen Mechanismen, umbestimmte wirtschaftspolitische Ziele wie privaten Gewinn oder auch sozialen Wohlstand zu erreichen.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: REUTERS
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