Familienpolitik

Die Verstaatlichung der Kinder

Um 1900 bekamen Frauen in Deutschland durchschnittlich etwa fünf Kinder, heute sind es nur noch 1,3. Obwohl der Staat Milliarden für die Familienpolitik ausgibt, sinkt die Geburtenrate seit Jahrzehnten. Was sagen die Ökonomen dazu? Von Philip Plickert

Lesermeinungen zum Beitrag

24. Mai 2008 13:04

Falscher Ansatz.

Reinhold Eysel (Eysel)

Der Staat senkt durch Transfer die Opportunitätskosten für Kinderkrieger im Glauben, diese seien zu hoch und die Leute schreien nach "mehr". Offensichtlich wirken die - erheblichen - Transfers aber nicht. Eine typisch menschliche Reaktion. Wenn ich die S C H R A U B E ! mit dem kleinen Hammer nicht in die Wand kriege, dann nehm ich den grösseren Hammer. Mit dem Ergebnis, dass letztlich die Wand einstürzt. Wie wäre es denn, es mal mit dem SCHRAUBENDREHER ( = GEEIGNETES! Werkzeug ) zu probieren??? Vielleicht sind die Opportunitätskosten die gemildert werden sollen garnicht zu hoch? Vielleicht liegt es an dem ( falschen?) "Selbstbild" der Frauen??? Ein Indikator wäre die Woge an Entrüstung, die einer Eva Herrmann medial entgegenschlägt und die gleichzeitig enorm gestiegene Menge an Büchern, Blogs in ihrem Sinne, die MEDIAL allerdings kaum eine Rolle spielen. Frau darf nicht mehr "NUR Mutter" sein, ohne sich gleich "entschuldigen zu müssen. Kann es DAS sein? Interessant ist auch, dass beim so genannten Prekariat die Geburtenrate über dem Durchschnitt liegt und bei den so genannten Besserverdienern. Nur in der breiten "Mitte", da fehlt`s. Wie wär`s, mal über unterschiedliche Motivationen der verschiedenen Gruppen nachzudenken?

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15. Mai 2008 07:17

Staat und Gesellschaft Teil 1

Los Närgli (lma666)

Solange ein Kindergartenplatz in einer deutschen Großstadt zwischen 250 und 400€ kostet (also bis zu mehr als dem doppelten des Kindergeldes), solange trotz Anti-Diskriminierungsgesetz ein Vermieter Recht bekommt, wenn er per Rechtsstreit eine Familie mit Kindern mit der Begründung, "er wolle keine Miter mit Kindern" als Nachmieter ablehnen darf während es bei einem behinderten Menschen oder einem Menschen "mit Migrationshintergrund" gesetzlich verboten wäre, solange die Mehrbelastungen durch Kinder für immer mehr "Durschnittseinkommen" untragbar werden, solange alle halbe Jahr eine neue Abgabe erfunden wird, solange man von heute auf Morgen die Ausbildungskosten seine Kinder vervielfacht bekommt, solange die Lebensplanung vor allem durch die Entscheidungen useres Staates immer schwieriger wird... ... werden Kinder ein "Privileg der Reichen" oder "eine Einkommensquelle der Armen" sein. Familien wollen Stabilität, Kinder sind eine finanzielle Belastung und solange unser Staat nicht aufhört, durch abstruse Gesetze die Lebensplanung ständig "durch den Fleischwolf zu drehen", "wird das mit den Kindern nichts". Es wäre die Aufgabe unserer Politiker, eine stabile planungssichere Rechts- und Abgabenlage zu schaffen.

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14. Mai 2008 19:57

Fehler?

Torsten Klier (TorstenKlier)

Herr Wevner, das war doch vor einem Jahr der Running Gag in unseren Medien; in der ZEIT (mit dem dort üblichen Vokabular) gleich mal als „Ende der Diskriminierung“ (6.7.07) gefeiert, ein Event, in seiner Erhabenheit noch bedeutsamer als das Ende der Apartheid; zu verdanken der CDU-Abgeordneten Krista Köhler, die für Ihre Überzeugung 235433 Jahre im Apartheidkerker ... (OK, das letzte stand nicht in der ZEIT, war eine kleine Persiflage). Herr Wevner, in meinen Postings habe ich regelmäßig (basierend auf Weiss) 55% zeugungsunfähige studierte Männer und 40% unfruchtbare Frauen behauptet. Allein die runden Werte zeigen doch, es sind Schätzungen. Und welche Rolle spielen denn die Einzelheiten? Um die Innovationsfähigkeit zu erhalten, müsste eine Mittelstandsfrau 2,1 Kinder kriegen. Tun die aber nicht. Und es spielt für das Gesamtbild doch überhaupt keine Rolle, ob nun 30% oder 40% der Frauen aus diesem Bereich unfruchtbar sind. Katastrophal ist die Tendenz allemal!

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14. Mai 2008 17:59

Was ist Familie?

Olaf Kröger (stoertebeker)

Wie in anderen Beitraegen bereits erwaehnt, ist dieses schwer zu definieren.Da wir uns zunehmend von der tradionellen Grossfamilie (inkl. Grosseltern,Geschwistern,Onkel+Tanten) verabschiedet haben, muessen wir entweder mit den Negativfolgen leben (und den wenig erfolgversprechenden Aktivitaeten des Staates weiter zusehen und darueber klagen) oder ueberlegen zumindest teilweise zu diesen Strukturen zurueckzukehren und mehr im Mikrokosmos der Familie zu bewaeltigen anstatt zu hoffen dass der Staat sich darum kuemmert (z.B. Kinder-,Alten-,Krankenbetreuung, etc.). D.h. natuerlich etwas weniger Selbstverwirklichung und etwas mehr "Schmerz" wenn Einzelne fuer sich entscheiden, sich aus derartigen Solidargemeinschaften zu verabschieden. Das laesst sich natuerlich noch weiter flechten, in Bezug auf Einsparpotential (Anzahl Autos und anderer Gueter, die man gemeinschaftlich nutzen koennte).

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14. Mai 2008 15:44

@ Alexander Meier

Andreas Lehmann (alm)

Vielen Dank für Ihre Zahlenangabe! 50% Abgaben sind ganz schön happig. Ich wundere mich schon seit der Wahl von Angela Merkel, dass diese sozialistischen Steuer- und Abgabensätze in Deutschland nicht zu mehr Unruhe führen. Auf wieviel Prozent des Haushaltsjahresbruttos schätzen Sie Ihre Kinderbetreuungskosten? In unserem Fall meine ich damit die Krippe/Kindergarten (Daycare), die für ein gutes pädagogisches Angebot mit gut ausgebildeten und engagierten Erzieherinnen auch ziemlich gutes Geld verlangen. Genug für ein kleines bis mittleres Auto pro Jahr (bei zwei Kindern). Diese Kinderbetreuungskosten sind für uns zu ca. 25% steuerlich absetzbar. Kindergeld gibt es in den USA nicht. Kosten für Kleidung, Essen, Kultur, Sport, Spiele und Urlaub etc. habe ich nicht eingerechnet.

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14. Mai 2008 14:09

Noch mehr Fehler

Tim Wevner (timwevner)

Der Artikel strotzt vor lauter Fehlern. Noch immer geistert die Mär durchs Land, dass 1/3 aller Akademikerinnen kinderlos seien oder blieben. Vor ein paar Jahren gingen die Panikdemografen noch mit 42 Prozent hausieren, obwohl die im Mikrozensus gestellte Frage lautetete: Leben sie mit Kindern im Haushalt zusammen? - die natürlich auch verneint wurde, wenn die vorhandenen Kinder bei einem anderen Familienmitglied oder z. B. zur Ausbildung in einer anderen Stadt wohnten. So wurden Akademikerinnen "kinderloser", als sie tatsächlich waren. Das nächste ist die Abgabenlast von 40 Prozent. Die teilt sich bekanntlich auf in 20 für den Arbeitnehmer und 20 für den Arbeitgeber. Sollte eine Familie nur einen Verdiener haben, sind trotzdem alle (Partner oder Partnerin und alle Kinder) familienversichert - zum gleichen Preis wie Singles oder verheiratete Paare ohne Kinder. Aber na klar, den Familien ist am besten geholfen, wenn der "Staat" weniger Geld für sie ausgibt, da ja in der freien Wirtschaft ein fairer materieller und ideeller Ausgleich zwischen Eltern und Nichteltern stattfindet und desgleichen ja auch in der privaten Krankenversicherung eine Familienversicherung zum gleichen Preis wie für eine Einzelperson erhältlich ist!!

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14. Mai 2008 12:36

Qualität und Quantität

Christian Treczoks (treczoks)

@Fragender: Ich bin Ihrer Meinung, dass die Rente sich aus eigenen Einzahlungen und Kinderbonus zusammensetzen sollte. Wichtiger aber als die Anzahl der Kinder sollte auch die Qualität sein, ausgedrückt durch das generierte Einkommen der Kinder. Wenn ich zwei Kinder in die Welt setze, und ihnen die Bildung verschaffe, mit denen sie einen gut bezahlten Job bekommen, dann sollte das mehr bringen, als wenn ich ein halbes Duzend HarzIV-Empfänger durchfüttere, bis ich sie aus dem Haus werfen kann (damit sie seperat Bezüge kassieren können).

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14. Mai 2008 12:11

demagogische Demografie

Tim Wevner (timwevner)

"Um 1900 bekamen Frauen in Deutschlan durchschnittlich fünf Kinder..." ist nur die halbe Wahrheit. Hinzuzufügen ist, dass von drei Kindern vor hundert Jahren nur zwei das zwölfte Lebensjahr erlebten. Das lag an der damals noch horrenden Säuglings- und Kindersterblichkeit. Auch wenn Frauen respektive auch Männer damals "durchschnittlich" fünf Kinder bekamen, heißt das nicht, dass sie auch fünf hatten. Eine weitere Halbwahrheit ist, dass sich schon damals Ökonomen unnd nicht zu vergessen Politiker mit der Demografie beschäftigten. Übliche Lehrmeinung war, dass Deutschland den Bevölkerungsüberschuss nicht ernähren kann. Die von der deutschen Wirtschaft flankierten politischen Lösungsansätze sind bekannt. Es wäre besser gewesen, die Finger davon zu lassen. Die demografische Diskussion dient heute im wesentlichen dazu, das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu untergraben. Diese hängt nur mittelbar von der Demografie ab. Unmittelbar ist entscheidend, wie vielen Rentnern wie viele Beitragszahler gegenüberstehen. Und da schauen die geburtenstarken Jahrgänge der sechziger Jahre in die Röhre. Nicht, weil sie keine Kinder haben, sondern weil sie gar keine beitragspflichtigen Stellen haben und so keine Ansprüche erwerben.

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14. Mai 2008 08:06

Rente und Kinder

Otto Fragender (Fragender)

Ich bin überzeugt, an der Zahl der pro Familie geborenen Kinder - jetzt ca. 1,3 - wird sich erst dann etwas ändern, wenn diese als nennenswerter Faktor in die Rentenformel eingeht. Mein Vorschlag: 50% der "Normalrente" setzen sich aus Gutschriften für Kinder zusammen (bei einer Eckfamilie mit 2 Kindern, bei einem Kind erreicht man 25%, bei drei Kindern 75% usw.). Die anderen 50% der Rente können durch eigene Einzahlungen erreicht werden. Somit wären Kinderlose gezwungen, private Vorsorge zu treiben, während umgekehrt Kinderreiche fehlende Beitragsjahre über Kinder ausgleichen können. Damit wäre dem einfachen Sachverhalt, dass unser Rentensystem ("Umlagesystem") nur funktioieren kann, wenn es sowohl Einzahlungen als auch neue Beitragszahler = Kinder gibt.

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14. Mai 2008 05:53

Staatliche Familienförderung

Bernhard Zernetsch (BZernetsch)

Die von Ihnen genannten staatlichen Ausgaben für die Familienpolitik kann ich nicht nachvollziehen. Als wir (Mittelschicht, 1 Verdiener) vor 20 Jahren 2 Kinder in die Welt setzten, wurden wir mit 50 bzw. 70 DM unterstützt. Dazu das sog. Baukindergeld, falls es zum Bauen reichte. Zur finanziellen Gleichstellung mit den "Dinkies" (= Double Income - No Kids) führte das nicht, aber immerhin zum kleinen Reihenhaus und Gebrauchtkombi, dazu Zelturlaub und später Ferienhaus in Dänemark (macht den Kindern sowieso mehr Spaß). Heute ist das Kindergeld für Familiengründer höher, dafür entfällt die Eigenheimzulage und damit natürlich das Baukindergled. Unter dem Strich bleibt nichts bzw. weniger, denn zunindest in meiner Peer-Group (Industrie) haben sich die Mittelschicht-Einkommen deutlich reduziert. Herr Steinbrück und alle anderen sollten noch einmal nachrechnen und kommen dann hoffentlich zu dem Ergebnis, dass die Wertikeit der Familie ganz neu (und zwar höher) einstuft werden muss. Dazu gehört auch, dass die finanzielle Besserstellung der Familie nicht immer nur als Almosen gesehen wird, dass man den "Besserverdienern" nicht gewähren muss. Gerade in den letzten Tagen habe ich das gerade von SPD-Repräsentanten immer wieder vernommen.

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14. Mai 2008 01:12

Nicht schon wieder Frankreich, Herr Grasnitzer

Marvin Parsons (mapar)

Die durch angeblich perfekte Kinderbetreuung so kinderreiche Französin ist eine Legende, die immer wiederholt wird, weil sie so schön politisch korrekt ist. Der Grund für die hohe Geburtenziffer sind die vielen Einwanderer aus Nordafrika, die in Frankreich schnell die Staatsbürgerschaft bekommen und viele Kinder haben (und die staatliche Kinderbetreuung nicht in Anspruch nehmen). Würde man bei uns alle Ausländer einbürgern, hätten wir auch eine statistisch höher Kinderquote. In der französischen Stammbevölkerung ist die Geburtenziffer nicht höher als bei uns, ebensowenig in den skandinavischen Staaten. Und das ach so fortschrittliche Betreuungssystem vom Baby an wird von den Franzosen selbst zunehmend kritisch gesehen. Unter anderem weil die Kriminalität und politischer Extremismus bei Jugendlichen in Frankreich so hoch sind wie bei uns allenfalls unter ostdeutschen Krippenzöglingen.

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14. Mai 2008 00:53

Familien diskriminiert

Karl-Heinz Troyer (kht-faz)

Danke für diesen Artikel! Es gehört Mut dazu, die Probleme so offen anzusprechen. "Erträge" der Gesellschaft, "Kosten" den Eltern. Die Kinder werden heute dem Gott des Wohlstandes geopfert. Der Generationenvertrag kann so nicht aufrecht erhalten werden. Irgendwann werden die Alten "geopfert". Wer soll sich das antun die Alten zu erhalten, die nur sich selber gelebt haben? Man wird zwangsläufig irgendwann das ernten was man heute sät. Was könnte getan werden um das zu verhindern? Aufwertung der Mutterrolle in Medien. Aufwertung von Ehe als geschützte Atmosphäre in der Kinder heranwachsen können. Aufwertung der Arbeit, dass ein Alleinverdiener eine Familie versorgen kann. Extrem hohe Besteuerung von Medien, die z.B. Ehe und Familie untergraben (die sollen für die Schäden die sie verursachen auch aufkommen). Reine Spassteilnehmer an der Gesellschaft sollten zumindest steuerlich viel höher als heute beitragen. Zur Rente auch anrechnen welchen gesellschaftlichen Beitrag die Kinder liefern. u.v.a.m. Zur Diskriminierung als Familie: versuchen sie mal einen Urlaub für 2 Erwachsene und 3 Kinder zu buchen :-) Wir sind dieses Jahr daran gescheitert obwohl wir selbst den Strafaufschlag für das dritte Kind in Kauf genommen haben....

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14. Mai 2008 00:03

Der Staat bildet die Bürger

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Im Grunde ist der Zug am 24. April diesen Jahres abgefahren. Während sich Volkes Zorn nicht ganz zu Unrecht über die Lissaboner "Verträge" ablenken ließ, wurden die vorstaatlichen und in Art. 6 GG anerkannten Elternrechte durch Parlamentsbeschluß eindeutig konterkariert. Die Alarmglocken hätten schon klingeln sollen, als das Bundesverfassungsgericht ein staatlich angemaßtes Erziehungsrecht mitpostulierte, ja schon als durch vermeintliche Schulpflicht - und seit 1938 per Schulzwang durchsetzbar - der Staat ein staatliches Bildungsmonopol bezüglich des Nachwuchses schuf: In deutschen Landen darf nur wählen gehen, wer durch eine staatlich sanktionierte Schule gegangen ist. Und so bildet der Staat den Bürger - und nicht, wie es eigentlich sein sollte, der Bürger den Staat. Da, ganz vorne, haben wir das Problem der Verstaatlichung der Kinder und demnächst noch mehr Probleme mit Ganztagsschule durch die Hintertür und Kindergartenzwang per Neufassung 1666 BGB. Die sozialistische Gesellschaft im deutschen Parlament schreitet zur Flucht nach vorn: von allem, was geschadet hat, wollen sie mehr. Es ist Sache der Eltern und jedes Bürgers, des Noch-Souveräns, dem entgegenzutreten oder auszuweichen. Vielleicht ist doch noch alles möglich.

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14. Mai 2008 00:00

@Marvin Parsons

Hendrik Fischbach (cujo1303)

das stimmt so nicht, denn es gibt den Kinderfreibetrag - sozusagen das steuerliche Existenzminimum des Kindes (ca. 5800€). Dazu kommt, dass das Kindergeld mit der Steuerersparnis aus der Anwendung des Kinderfreibetrags verrechnet wird - insofern ist der Name Kindergeld irreführend, denn nur die untersten Einkommensgruppen erhalten die 154 Euro pro Kind (steuerfrei) ausgezahlt. Ich will mit diesem Beitrag nicht über das richtige Ausmaß der staatlichen Unterstützung von Familien diskutieren. Aber viele Fakten, die hier "plakativ" in die Runde geworfen werden, stimmen bei genauem Hinsehen nicht.

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13. Mai 2008 23:57

Ein paar Anmerkungen

Andreas Seidl (ASeidl)

In den USA haben die höchste Reproduktion die Latinos, was manchen Weißen schon Angst macht, einmal Minderheit zu werden. In Frankreich sind es Einwanderer aus Nordafrika, in Deutschland aus der Türkei und anderen Ländern. Was diese Herkunftskulturen gemeinsam haben uns gegenüber, ist ein viel höherer Wert der Familie. Bringt man die zeitliche Entwicklung der Geburtenrate mit technologischer Entwicklung in Korrelation stellt man folgendes fest. Den weitaus größten Effekt hatte die Erfindung moderner Empfängnisverhütungsmittel. Warum wird dieser massive Effekt im Artikel ausgeblendet? Desweiteren versetzte die Mechanisierung des Haushalts mit Maschinen (Staubsauger, Waschmaschine, Geschirrspüler, Fertiggerichte etc.) Frauen erst in die Lage, neben der Familie zu arbeiten. Der Staat versucht allen Bürgern die Risiken des Lebens abzunehmen und wird daran zwangsläufig scheitern, die Pilzform der Demographie, und die zunehmende Trägheit zeigen es. Dann ist gut beraten, wer Familie hat. Und noch ein Wort: bei unserer Entscheidung für Kinder waren finanzielle Betrachtungen kein Thema und sind es heute auch nicht, egal was manche kluge Leute ausrechnen. Es geht um Menschen, nicht um Wirtschaftsgüter.

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