Der Ökonom Lujo Brentano sagte voraus, dass mit zunehmendem Wohlstand der Zeugungswille abnehmen werde

Familienpolitik

Die Verstaatlichung der Kinder

Um 1900 bekamen Frauen in Deutschland durchschnittlich etwa fünf Kinder, heute sind es nur noch 1,3. Obwohl der Staat Milliarden für die Familienpolitik ausgibt, sinkt die Geburtenrate seit Jahrzehnten. Was sagen die Ökonomen dazu? Von Philip Plickert

Lesermeinungen zum Beitrag

24. Mai 2008 13:04

Falscher Ansatz.

Reinhold Eysel (Eysel)

Der Staat senkt durch Transfer die Opportunitätskosten für Kinderkrieger im Glauben, diese seien zu hoch und die Leute schreien nach "mehr". Offensichtlich wirken die - erheblichen - Transfers aber nicht. Eine typisch menschliche Reaktion. Wenn ich die S C H R A U B E ! mit dem kleinen Hammer nicht in die Wand kriege, dann nehm ich den grösseren Hammer. Mit dem Ergebnis, dass letztlich die Wand einstürzt. Wie wäre es denn, es mal mit dem SCHRAUBENDREHER ( = GEEIGNETES! Werkzeug ) zu probieren??? Vielleicht sind die Opportunitätskosten die gemildert werden sollen garnicht zu hoch? Vielleicht liegt es an dem ( falschen?) "Selbstbild" der Frauen??? Ein Indikator wäre die Woge an Entrüstung, die einer Eva Herrmann medial entgegenschlägt und die gleichzeitig enorm gestiegene Menge an Büchern, Blogs in ihrem Sinne, die MEDIAL allerdings kaum eine Rolle spielen. Frau darf nicht mehr "NUR Mutter" sein, ohne sich gleich "entschuldigen zu müssen. Kann es DAS sein? Interessant ist auch, dass beim so genannten Prekariat die Geburtenrate über dem Durchschnitt liegt und bei den so genannten Besserverdienern. Nur in der breiten "Mitte", da fehlt`s. Wie wär`s, mal über unterschiedliche Motivationen der verschiedenen Gruppen nachzudenken?

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15. Mai 2008 07:17

Staat und Gesellschaft Teil 1

Los Närgli (lma666)

Solange ein Kindergartenplatz in einer deutschen Großstadt zwischen 250 und 400€ kostet (also bis zu mehr als dem doppelten des Kindergeldes), solange trotz Anti-Diskriminierungsgesetz ein Vermieter Recht bekommt, wenn er per Rechtsstreit eine Familie mit Kindern mit der Begründung, "er wolle keine Miter mit Kindern" als Nachmieter ablehnen darf während es bei einem behinderten Menschen oder einem Menschen "mit Migrationshintergrund" gesetzlich verboten wäre, solange die Mehrbelastungen durch Kinder für immer mehr "Durschnittseinkommen" untragbar werden, solange alle halbe Jahr eine neue Abgabe erfunden wird, solange man von heute auf Morgen die Ausbildungskosten seine Kinder vervielfacht bekommt, solange die Lebensplanung vor allem durch die Entscheidungen useres Staates immer schwieriger wird... ... werden Kinder ein "Privileg der Reichen" oder "eine Einkommensquelle der Armen" sein. Familien wollen Stabilität, Kinder sind eine finanzielle Belastung und solange unser Staat nicht aufhört, durch abstruse Gesetze die Lebensplanung ständig "durch den Fleischwolf zu drehen", "wird das mit den Kindern nichts". Es wäre die Aufgabe unserer Politiker, eine stabile planungssichere Rechts- und Abgabenlage zu schaffen.

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14. Mai 2008 19:57

Fehler?

Torsten Klier (TorstenKlier)

Herr Wevner, das war doch vor einem Jahr der Running Gag in unseren Medien; in der ZEIT (mit dem dort üblichen Vokabular) gleich mal als „Ende der Diskriminierung“ (6.7.07) gefeiert, ein Event, in seiner Erhabenheit noch bedeutsamer als das Ende der Apartheid; zu verdanken der CDU-Abgeordneten Krista Köhler, die für Ihre Überzeugung 235433 Jahre im Apartheidkerker ... (OK, das letzte stand nicht in der ZEIT, war eine kleine Persiflage). Herr Wevner, in meinen Postings habe ich regelmäßig (basierend auf Weiss) 55% zeugungsunfähige studierte Männer und 40% unfruchtbare Frauen behauptet. Allein die runden Werte zeigen doch, es sind Schätzungen. Und welche Rolle spielen denn die Einzelheiten? Um die Innovationsfähigkeit zu erhalten, müsste eine Mittelstandsfrau 2,1 Kinder kriegen. Tun die aber nicht. Und es spielt für das Gesamtbild doch überhaupt keine Rolle, ob nun 30% oder 40% der Frauen aus diesem Bereich unfruchtbar sind. Katastrophal ist die Tendenz allemal!

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14. Mai 2008 17:59

Was ist Familie?

Olaf Kröger (stoertebeker)

Wie in anderen Beitraegen bereits erwaehnt, ist dieses schwer zu definieren.Da wir uns zunehmend von der tradionellen Grossfamilie (inkl. Grosseltern,Geschwistern,Onkel+Tanten) verabschiedet haben, muessen wir entweder mit den Negativfolgen leben (und den wenig erfolgversprechenden Aktivitaeten des Staates weiter zusehen und darueber klagen) oder ueberlegen zumindest teilweise zu diesen Strukturen zurueckzukehren und mehr im Mikrokosmos der Familie zu bewaeltigen anstatt zu hoffen dass der Staat sich darum kuemmert (z.B. Kinder-,Alten-,Krankenbetreuung, etc.). D.h. natuerlich etwas weniger Selbstverwirklichung und etwas mehr "Schmerz" wenn Einzelne fuer sich entscheiden, sich aus derartigen Solidargemeinschaften zu verabschieden. Das laesst sich natuerlich noch weiter flechten, in Bezug auf Einsparpotential (Anzahl Autos und anderer Gueter, die man gemeinschaftlich nutzen koennte).

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14. Mai 2008 15:44

@ Alexander Meier

Andreas Lehmann (alm)

Vielen Dank für Ihre Zahlenangabe! 50% Abgaben sind ganz schön happig. Ich wundere mich schon seit der Wahl von Angela Merkel, dass diese sozialistischen Steuer- und Abgabensätze in Deutschland nicht zu mehr Unruhe führen. Auf wieviel Prozent des Haushaltsjahresbruttos schätzen Sie Ihre Kinderbetreuungskosten? In unserem Fall meine ich damit die Krippe/Kindergarten (Daycare), die für ein gutes pädagogisches Angebot mit gut ausgebildeten und engagierten Erzieherinnen auch ziemlich gutes Geld verlangen. Genug für ein kleines bis mittleres Auto pro Jahr (bei zwei Kindern). Diese Kinderbetreuungskosten sind für uns zu ca. 25% steuerlich absetzbar. Kindergeld gibt es in den USA nicht. Kosten für Kleidung, Essen, Kultur, Sport, Spiele und Urlaub etc. habe ich nicht eingerechnet.

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14. Mai 2008 14:09

Noch mehr Fehler

Tim Wevner (timwevner)

Der Artikel strotzt vor lauter Fehlern. Noch immer geistert die Mär durchs Land, dass 1/3 aller Akademikerinnen kinderlos seien oder blieben. Vor ein paar Jahren gingen die Panikdemografen noch mit 42 Prozent hausieren, obwohl die im Mikrozensus gestellte Frage lautetete: Leben sie mit Kindern im Haushalt zusammen? - die natürlich auch verneint wurde, wenn die vorhandenen Kinder bei einem anderen Familienmitglied oder z. B. zur Ausbildung in einer anderen Stadt wohnten. So wurden Akademikerinnen "kinderloser", als sie tatsächlich waren. Das nächste ist die Abgabenlast von 40 Prozent. Die teilt sich bekanntlich auf in 20 für den Arbeitnehmer und 20 für den Arbeitgeber. Sollte eine Familie nur einen Verdiener haben, sind trotzdem alle (Partner oder Partnerin und alle Kinder) familienversichert - zum gleichen Preis wie Singles oder verheiratete Paare ohne Kinder. Aber na klar, den Familien ist am besten geholfen, wenn der "Staat" weniger Geld für sie ausgibt, da ja in der freien Wirtschaft ein fairer materieller und ideeller Ausgleich zwischen Eltern und Nichteltern stattfindet und desgleichen ja auch in der privaten Krankenversicherung eine Familienversicherung zum gleichen Preis wie für eine Einzelperson erhältlich ist!!

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14. Mai 2008 12:36

Qualität und Quantität

Christian Treczoks (treczoks)

@Fragender: Ich bin Ihrer Meinung, dass die Rente sich aus eigenen Einzahlungen und Kinderbonus zusammensetzen sollte. Wichtiger aber als die Anzahl der Kinder sollte auch die Qualität sein, ausgedrückt durch das generierte Einkommen der Kinder. Wenn ich zwei Kinder in die Welt setze, und ihnen die Bildung verschaffe, mit denen sie einen gut bezahlten Job bekommen, dann sollte das mehr bringen, als wenn ich ein halbes Duzend HarzIV-Empfänger durchfüttere, bis ich sie aus dem Haus werfen kann (damit sie seperat Bezüge kassieren können).

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14. Mai 2008 12:11

demagogische Demografie

Tim Wevner (timwevner)

"Um 1900 bekamen Frauen in Deutschlan durchschnittlich fünf Kinder..." ist nur die halbe Wahrheit. Hinzuzufügen ist, dass von drei Kindern vor hundert Jahren nur zwei das zwölfte Lebensjahr erlebten. Das lag an der damals noch horrenden Säuglings- und Kindersterblichkeit. Auch wenn Frauen respektive auch Männer damals "durchschnittlich" fünf Kinder bekamen, heißt das nicht, dass sie auch fünf hatten. Eine weitere Halbwahrheit ist, dass sich schon damals Ökonomen unnd nicht zu vergessen Politiker mit der Demografie beschäftigten. Übliche Lehrmeinung war, dass Deutschland den Bevölkerungsüberschuss nicht ernähren kann. Die von der deutschen Wirtschaft flankierten politischen Lösungsansätze sind bekannt. Es wäre besser gewesen, die Finger davon zu lassen. Die demografische Diskussion dient heute im wesentlichen dazu, das Vertrauen in die gesetzliche Rente zu untergraben. Diese hängt nur mittelbar von der Demografie ab. Unmittelbar ist entscheidend, wie vielen Rentnern wie viele Beitragszahler gegenüberstehen. Und da schauen die geburtenstarken Jahrgänge der sechziger Jahre in die Röhre. Nicht, weil sie keine Kinder haben, sondern weil sie gar keine beitragspflichtigen Stellen haben und so keine Ansprüche erwerben.

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14. Mai 2008 08:06

Rente und Kinder

Otto Fragender (Fragender)

Ich bin überzeugt, an der Zahl der pro Familie geborenen Kinder - jetzt ca. 1,3 - wird sich erst dann etwas ändern, wenn diese als nennenswerter Faktor in die Rentenformel eingeht. Mein Vorschlag: 50% der "Normalrente" setzen sich aus Gutschriften für Kinder zusammen (bei einer Eckfamilie mit 2 Kindern, bei einem Kind erreicht man 25%, bei drei Kindern 75% usw.). Die anderen 50% der Rente können durch eigene Einzahlungen erreicht werden. Somit wären Kinderlose gezwungen, private Vorsorge zu treiben, während umgekehrt Kinderreiche fehlende Beitragsjahre über Kinder ausgleichen können. Damit wäre dem einfachen Sachverhalt, dass unser Rentensystem ("Umlagesystem") nur funktioieren kann, wenn es sowohl Einzahlungen als auch neue Beitragszahler = Kinder gibt.

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14. Mai 2008 05:53

Staatliche Familienförderung

Bernhard Zernetsch (BZernetsch)

Die von Ihnen genannten staatlichen Ausgaben für die Familienpolitik kann ich nicht nachvollziehen. Als wir (Mittelschicht, 1 Verdiener) vor 20 Jahren 2 Kinder in die Welt setzten, wurden wir mit 50 bzw. 70 DM unterstützt. Dazu das sog. Baukindergeld, falls es zum Bauen reichte. Zur finanziellen Gleichstellung mit den "Dinkies" (= Double Income - No Kids) führte das nicht, aber immerhin zum kleinen Reihenhaus und Gebrauchtkombi, dazu Zelturlaub und später Ferienhaus in Dänemark (macht den Kindern sowieso mehr Spaß). Heute ist das Kindergeld für Familiengründer höher, dafür entfällt die Eigenheimzulage und damit natürlich das Baukindergled. Unter dem Strich bleibt nichts bzw. weniger, denn zunindest in meiner Peer-Group (Industrie) haben sich die Mittelschicht-Einkommen deutlich reduziert. Herr Steinbrück und alle anderen sollten noch einmal nachrechnen und kommen dann hoffentlich zu dem Ergebnis, dass die Wertikeit der Familie ganz neu (und zwar höher) einstuft werden muss. Dazu gehört auch, dass die finanzielle Besserstellung der Familie nicht immer nur als Almosen gesehen wird, dass man den "Besserverdienern" nicht gewähren muss. Gerade in den letzten Tagen habe ich das gerade von SPD-Repräsentanten immer wieder vernommen.

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14. Mai 2008 01:12

Nicht schon wieder Frankreich, Herr Grasnitzer

Marvin Parsons (mapar)

Die durch angeblich perfekte Kinderbetreuung so kinderreiche Französin ist eine Legende, die immer wiederholt wird, weil sie so schön politisch korrekt ist. Der Grund für die hohe Geburtenziffer sind die vielen Einwanderer aus Nordafrika, die in Frankreich schnell die Staatsbürgerschaft bekommen und viele Kinder haben (und die staatliche Kinderbetreuung nicht in Anspruch nehmen). Würde man bei uns alle Ausländer einbürgern, hätten wir auch eine statistisch höher Kinderquote. In der französischen Stammbevölkerung ist die Geburtenziffer nicht höher als bei uns, ebensowenig in den skandinavischen Staaten. Und das ach so fortschrittliche Betreuungssystem vom Baby an wird von den Franzosen selbst zunehmend kritisch gesehen. Unter anderem weil die Kriminalität und politischer Extremismus bei Jugendlichen in Frankreich so hoch sind wie bei uns allenfalls unter ostdeutschen Krippenzöglingen.

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14. Mai 2008 00:53

Familien diskriminiert

Karl-Heinz Troyer (kht-faz)

Danke für diesen Artikel! Es gehört Mut dazu, die Probleme so offen anzusprechen. "Erträge" der Gesellschaft, "Kosten" den Eltern. Die Kinder werden heute dem Gott des Wohlstandes geopfert. Der Generationenvertrag kann so nicht aufrecht erhalten werden. Irgendwann werden die Alten "geopfert". Wer soll sich das antun die Alten zu erhalten, die nur sich selber gelebt haben? Man wird zwangsläufig irgendwann das ernten was man heute sät. Was könnte getan werden um das zu verhindern? Aufwertung der Mutterrolle in Medien. Aufwertung von Ehe als geschützte Atmosphäre in der Kinder heranwachsen können. Aufwertung der Arbeit, dass ein Alleinverdiener eine Familie versorgen kann. Extrem hohe Besteuerung von Medien, die z.B. Ehe und Familie untergraben (die sollen für die Schäden die sie verursachen auch aufkommen). Reine Spassteilnehmer an der Gesellschaft sollten zumindest steuerlich viel höher als heute beitragen. Zur Rente auch anrechnen welchen gesellschaftlichen Beitrag die Kinder liefern. u.v.a.m. Zur Diskriminierung als Familie: versuchen sie mal einen Urlaub für 2 Erwachsene und 3 Kinder zu buchen :-) Wir sind dieses Jahr daran gescheitert obwohl wir selbst den Strafaufschlag für das dritte Kind in Kauf genommen haben....

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14. Mai 2008 00:03

Der Staat bildet die Bürger

Stefan Sedlaczek (sedlaczek1)

Im Grunde ist der Zug am 24. April diesen Jahres abgefahren. Während sich Volkes Zorn nicht ganz zu Unrecht über die Lissaboner "Verträge" ablenken ließ, wurden die vorstaatlichen und in Art. 6 GG anerkannten Elternrechte durch Parlamentsbeschluß eindeutig konterkariert. Die Alarmglocken hätten schon klingeln sollen, als das Bundesverfassungsgericht ein staatlich angemaßtes Erziehungsrecht mitpostulierte, ja schon als durch vermeintliche Schulpflicht - und seit 1938 per Schulzwang durchsetzbar - der Staat ein staatliches Bildungsmonopol bezüglich des Nachwuchses schuf: In deutschen Landen darf nur wählen gehen, wer durch eine staatlich sanktionierte Schule gegangen ist. Und so bildet der Staat den Bürger - und nicht, wie es eigentlich sein sollte, der Bürger den Staat. Da, ganz vorne, haben wir das Problem der Verstaatlichung der Kinder und demnächst noch mehr Probleme mit Ganztagsschule durch die Hintertür und Kindergartenzwang per Neufassung 1666 BGB. Die sozialistische Gesellschaft im deutschen Parlament schreitet zur Flucht nach vorn: von allem, was geschadet hat, wollen sie mehr. Es ist Sache der Eltern und jedes Bürgers, des Noch-Souveräns, dem entgegenzutreten oder auszuweichen. Vielleicht ist doch noch alles möglich.

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14. Mai 2008 00:00

@Marvin Parsons

Hendrik Fischbach (cujo1303)

das stimmt so nicht, denn es gibt den Kinderfreibetrag - sozusagen das steuerliche Existenzminimum des Kindes (ca. 5800€). Dazu kommt, dass das Kindergeld mit der Steuerersparnis aus der Anwendung des Kinderfreibetrags verrechnet wird - insofern ist der Name Kindergeld irreführend, denn nur die untersten Einkommensgruppen erhalten die 154 Euro pro Kind (steuerfrei) ausgezahlt. Ich will mit diesem Beitrag nicht über das richtige Ausmaß der staatlichen Unterstützung von Familien diskutieren. Aber viele Fakten, die hier "plakativ" in die Runde geworfen werden, stimmen bei genauem Hinsehen nicht.

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13. Mai 2008 23:57

Ein paar Anmerkungen

Andreas Seidl (ASeidl)

In den USA haben die höchste Reproduktion die Latinos, was manchen Weißen schon Angst macht, einmal Minderheit zu werden. In Frankreich sind es Einwanderer aus Nordafrika, in Deutschland aus der Türkei und anderen Ländern. Was diese Herkunftskulturen gemeinsam haben uns gegenüber, ist ein viel höherer Wert der Familie. Bringt man die zeitliche Entwicklung der Geburtenrate mit technologischer Entwicklung in Korrelation stellt man folgendes fest. Den weitaus größten Effekt hatte die Erfindung moderner Empfängnisverhütungsmittel. Warum wird dieser massive Effekt im Artikel ausgeblendet? Desweiteren versetzte die Mechanisierung des Haushalts mit Maschinen (Staubsauger, Waschmaschine, Geschirrspüler, Fertiggerichte etc.) Frauen erst in die Lage, neben der Familie zu arbeiten. Der Staat versucht allen Bürgern die Risiken des Lebens abzunehmen und wird daran zwangsläufig scheitern, die Pilzform der Demographie, und die zunehmende Trägheit zeigen es. Dann ist gut beraten, wer Familie hat. Und noch ein Wort: bei unserer Entscheidung für Kinder waren finanzielle Betrachtungen kein Thema und sind es heute auch nicht, egal was manche kluge Leute ausrechnen. Es geht um Menschen, nicht um Wirtschaftsgüter.

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13. Mai 2008 23:30

@Zufferey Marcel (Davos08) nicht der Pillenknick!!!

W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

In Osteuropa ist die "Pille" zu teuer, hier haben wir besonders seit Einführung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung den gleichen Kindermangel! Es geht also mehr darum ob man Kinder w i l l . Der Staat mit seiner familienfeindlichen Steuerpolitik will sie nicht wirklich. Alles nur Lippenbekenntnisse. "Emanzipation" ist wichtiger, wovon auch immer.

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13. Mai 2008 22:53

Milchmädchenrechnung

Marc Anton Grasnitzer (marcantongrasnitzer)

"Die beste Familienpolitik, so könnte man kurz sagen, wäre der Verzicht auf staatliche Familienpolitik. Im Gegenzug könnten die Steuern und Abgaben drastisch sinken - was hätten die Familien dann mehr Geld zur Verfügung." Diese Schlußfolgerung ist Unsinn. Trotz niedriger Geburtenrate haben in Deutschland vor allem zwei Bevölkerungsgruppen viele Kinder: Die ganz Reichen und die Armen. Nur die Mittelschicht reproduziert sehr wenig. Dies liegt aber nicht in erster Linie am Geld, sondern an den Opportunitätskosten. Die Mittelschichtfamilie, die sich Kinder leisten will, kann das auch. Dann entfallen allerdings der Daimler vor Tür, oder eben der Jahresurlaub in den Vereinigten Staaten. Und somit gewisse Statussymbole, die in dieser Gesellschaftsschicht praktisch Pflicht sind. Die Vereinigten Staaten haben heute eine Reproduktionsrate von ca. 2,0 Kindern pro Frau. Auch diese wird durch Arme und z. Bsp. katholische Einwanderer aus Lateinamerika aufgebläht. Staaten wie Frankreich, oder Schweden, die einen sehr weit ausgebauten Wohlfahrtsstaat haben, kommen an diese Rate durchaus an. In Frankreich liegt dies nicht zuletzt an den Kindergartenplätzen, die uns in Deutschland fehlen!

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13. Mai 2008 22:35

'It's the culture, stupid'

Torsten Klier (TorstenKlier)

Am besten zu sehen in den USA. In den blauen Staaten sind die Leute intelligent, witzig, gutaussehend - und unfruchtbar; sozusagen das Spiegelbild des ach so aufgeklärten Europa. In den roten Staaten kriegen die Menschen Kinder. So einfach ist das. Denn „der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem was aus dem Mund des Herrn geht“ (5. Ms. 8,3). Aber über dieses reaktionäre Zeuch können sie nur lachen, die intelligenten, witzigen, gutaussehenden - kinderlosen Sozialisten.

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13. Mai 2008 21:50

Industrialisierung und Pillenknick

Zufferey Marcel (Davos08)

Bemerkenswert an diesem Artikel (und versch. Komentatoren hier) ist zweierlei: A) Die sozialen Folgen der industriellen Revolution während des 19. und 20. Jahrhunderts werden kategorisch ausgeblendet, obwohl es sich dabei um die mit ABstand grösste Transformation der Menschheitsgeschichte handelt. Der darauffolgende technologische Fortschritt hat, zusammen mit dem Industriekapitalismus, eine Entwicklung (bei zugleich historisch wachsendem Wohlstand breiter Bevölkerungskreise) mit sich gebracht, die der österreichische Ökonom Joseph A. Schumpeter unter dem "Prinzip der schöpferischen Zerstörung" zusammengefasst hat: Der Übergang vom Agrar- ins Industriezeitalter verlief geradezu schmerzvoll und dramatisch, wie auch der ungarische Wirtschaftswissenschaftler- und Theoretiker Karl Polanyi in seinem Buch "The Great Transformation" eindrücklich bewiesen hat. Ein ganz erheblicher Teil der sinkenden Geburtenraten in Europa ist meiner Ansicht nach vor allem auf diese enormen gesellschaftlichen Umwälzungen zurückzuführen. 2) Der Pillenknick wird bequemerweise gar nicht erst erwähnt: Seit Einführung der Pille sind die Geburtenraten in vielen Industrienationen z. T. ebenfalls dramatisch zurückgegangen. Das nur so der Vollständigkeit halber.

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13. Mai 2008 21:49

ein Umdenken ist überfällig!

W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

"Das staatliche Rententransfersystem hat damit einen erheblichen - negativen - Einfluss auf die demographische Entwicklung." Das muss man sich bitte auf der Zunge zergehen lassen. Mehr noch: Nach Urteil des BGH vom 10. November 1998 sind Familien auch zu Lebzeiten zu stark besteuert. Es verlangte aus Gleichheitsgründen den steuerfreien Mindestbetrag für jeden Bürger, nicht nur für den Alleinstehenden. Deshalb darf kinderfreundlicheres Denken nicht auf Harz-IV-Empfänger beschränkt werden. Aus dem BGH-Urteil: Art. 6 Abs. 1 GG gebietet, bei der Besteuerung einer Familie das Existenzminimum sämtlicher Familienmitglieder steuerfrei zu belassen: a) Dabei bildet das sozialhilferechtlich definierte Existenzminimum die Grenze für das einkommensteuerliche Existenzminimum, die über-, aber nicht unterschritten werden darf. b) Das einkommensteuerliche Existenzminimum ist für alle Steuerpflichtigen - unabhängig von ihrem individuellen Grenzsteuersatz - in voller Höhe von der Einkommensteuer freizustellen. Die Politik ignoriert bisher die festgestellte Verfassungswidrigkeit, andere Länder machen es besser!!!!

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13. Mai 2008 21:40

Kinderwunsch

Volker Rast (VolkerR1)

Man möchte als "verwöhntes" deutsches Elternpaar nicht mit Eltern in den USA tauschen. Kein Kindergeld, keine (bis zu dreijährige) Elternzeit, geschweige denn Elterngeld. Ein Partner kann dort eigentlich nur zuhause bei den Kindern bleiben, wenn der andere überdurchschnittlich verdient und somit mittel- bis langfristig der "Einverdienerhaushalt" realisierbar ist. Insofern sorgt die deutsche Familienpolitik schon für eine konkrete Entlastung der Eltern. Damit wird aber sicherlich nicht nachhaltig der Wunsch zum Kind erweckt. Wie in den USA muss das Kind und die Familie in der Mentalität der Menschen zu einem "gesunden" Lebensentwurf gehören, um dauerhaft die Geburtenraten zu erhöhen. Politik schafft vielleicht begrenzte finanzielle Anreize, kann und soll aber nicht die Mentalität einer Gesellschaft verändern. Wenn hier von einem Kommentator behauptet wird, dass die Freude am Aufziehen des Nachwuchses ein fragwürdiger Grund ist, Kinder zu bekommen, sagt das einiges über die gegenwärtige Mentalität aus.

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13. Mai 2008 21:07

Das ist der Casus Knacktus: Kinderwunsch primär zur Befriedigung eigener(!) ...

Klaus P. Lücke (microplan2002)

... emotionaler Bedürfnisse (Zitat: 'Die Liebe zu Kindern ist für viele ein starkes Motiv. Es macht Freude und stolz, die eigenen Kinder aufwachsen und gedeihen zu sehen')! Ich persönlich halte diese Motivation für verantwortungslos. Denn diese Lust am Nachwuchs bedeutet ja umgekehrt, dass Kinder aus letztlich egoistischen Motiven gezwungen werden, sich in diese Gesellschaft und Rechtsordnung einzupassen, sie müssen später in der Schule und bei privatwirtschaftlichen Arbeitgebern buckeln (d.h. deren! Normen erfüllen), werden zunehmend dichter staatlich überwacht und reglementiert, haben so gut wie keine Möglichkeit, die Verhältnisse zu ändern. Und geht was schief, ist der heutige Staat auch nicht mehr verantwortlich und gibt 'den Auftrag' an die (im Beitrag so hoch gelobte) 'innerfamiliäre Solidarität' zurück, hält sich also schadlos. Das Risiko jedenfalls, dass die hohe Investition in sehr viel Zeit und Geld in die Kinder nicht aufgeht, ist nicht vernachlässigbar, oder man muss ein 'dickes Fell' haben und 'mit den Wölfen heulen', d.h. die Kinder dem System ausliefern. Für alle diejenigen, die das nicht akzeptieren, bleibt die Kinderaufzucht ein Würfelspiel ... auf das man, den Kindern zuliebe, ggf auch verzichten sollte.

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13. Mai 2008 20:52

Der Leserkommentar von Emmanuel Declerq ...

Peter Zentner (Caterwaul)

... trifft den Nagel so 100%ig auf den Kopf, dass jedes weitere Wort verschwendet wäre. Danke! Selten war eine Diagnose so knapp, klar und zutreffend. Man kann sie nicht oft genug lesen, was besonders unseren staatlichen Zwangsbeglückern ins Stammbuch geschrieben sei. (Aber die haben ja keine Kinder, also auch keine Stamm-, sondern nur Parteibücher.)

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13. Mai 2008 20:37

Der Fortschritt hat die Menschen verändert, so dass niemand mehr Familie braucht

Konstantin Schneider (bundesboy)

Der Gedanke, dass das Leben durch Fortschritt ein Spiel werden könnte, fasziniert die Menschen nun schon seit Generationen. Deswegen ist die Bereitschaft sich die Bürde der Reproduktion aufzuhalsen stark gesunken und nur infantile Erwachsene kommen noch auf die Idee, sich jetzt erst recht Kinder anzuschaffen. Promis, die sich die Kinder leisten, weil sie über genügend Kapital verfügen, erzeugen vielleicht viel eher den Wunsch, es ihnen gleichzutun, als Ursula van der Leyens staatliche Programme. Da andererseits immer weniger Paare die Erziehung ihrer Kinder bis zu deren Erwachsenenalter in ihrer Hand behalten, schwindet auch das Bewusstsein dafür, dass Reproduktion einer Gesellschaft zwangsläufig in einer Familie stattzufinden hat. Hieran wird sich so bald nichts ändern doch sollte deshalb auch niemand verzweifeln

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13. Mai 2008 19:52

@Herr Nöth: Da stimmt was nicht

Marvin Parsons (mapar)

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Nicht "Lediger" und "Familienvater" sind zu vergleichen, sondern "Verheirateter" und "Familienvater". Und der Verheiratete ohne Kinder zahlt so wenig Steuern wie der mit, gleiches Eheeinkkommen vorausgesetzt. Auch ist die Höhe der Rentenbeiträge nicht davon abhängig, ob man Kinder hat. Für Kinder gibt es so gut wie keine Steuerermäßigung, wie viele Kinderlose offenbar glauben. Wenn kinderlose Paare mehr Steuern zahlen, dann weil sie mehr verdienen (weil sie keine Zeit für Kinder verschwenden). Verdient der Familienvater auch so viel, bezahlt er den gleichen Steuerbetrag.

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13. Mai 2008 19:42

AABI

Stefan Rubens (RubensStefan)

Kinder bekommen in diesem Land genau die richtigen Gruppen A: Adlige A: Assoziale B: Beamte I: Idioten Die erste, weil Kinder finanziell mitlaufen und die Fortführung des blauen Blutes sichern. Die Assozialem, da Kinder mehr Geld bringen, als sich durch Arbeit erwirtschaften lässt. Beamte, weil sie unkündbar sind, immer noch ein Gehalt erhalten, wenn die Kinder aus Haus sind und bei der Höhe der Pensionen nicht privat vorsorgen müssen und last but not least die Idioten, die im Gegensatz zu den Beamten erkennen müssen, daß sie mit 50 zu alt für den Arbeitsmarkt sind, weil sie dort von ihrer eigenen Brut zwischenzeitlich verdrängt worden sind. Ach ja, eine Gruppe habe ich noch vergessen: Die religiösen Fanatiker mit dem Geschwätz von der Schöpfung. Na ja, zumindest der Pfaffe hat sein A15 Dotierung. Amen.

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13. Mai 2008 18:29

Was muss man tun

Emmanuel Declerq (Declerq)

Was muss man tun, damit der Sand in der Sahara knapp wird?. Die Antwort ist einfach: dort den Sozialismus einführen. Sozialismus und staatlicher Interventionismus ist exakt das gleiche. Letzteres haben ist in Deutschland vor allem in der Familienpolitik en Masse: Ergebnis stets sinkende Geburtenzahlen. Auffallend und im Gegensatz zu anderen Industrie-Ländern ist die hohe Ideolegisierung und das fehlende Pragmatismus in der deutschen Familienpolitik. Gerade die aktuelle Frauenministerin ist die Personifizierung solcher Tendenzen, die nicht Familien fördern will, sondern die neuen Menschen für neue Familien schaffen will. Traurig ist aber dass kaum Menschen und vor allem Bürger bereits dazu sind, zu erkennen, dass der Sozial- und Wohlfahrtsstaat ein Bankrotteur ist: Er vernichtet Geld, er vernichtet menschliche Beziheungen, er vernichtet Gesellschaften und vernichtet Zivilisationen.

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13. Mai 2008 18:09

also wer Schweden...

Hannes Ehrmann (hans1066)

...auch nur peripher mit der DDR vergleicht der hat nun wirklich keine Ahnung! Schweden hat zwar eine hohe Staatsquote aber individuelle Freiheit wird hier grossgeschrieben! Das weiss ich aus eigener Erfahrung.

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13. Mai 2008 17:57

»Die systematische Ausbeutung der Familien in Deutschland«

Stefan Pohl (friedrich_leipzig)

Dringend empfehle ich zu diesem Thema auch das Lesen des Artikels »Die systematische Ausbeutung der Familien in Deutschland« von Prof. Dr. Hermann Adrian von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Er stellt schlüssig und faßlich die wirtschaftlichen Zusammenhänge dar und beziffert die Benachteiligung der Familien. Leider konstatiert er auch, warum keine Änderung in Sicht ist: »Bereits heute ist die Hälfte der Abgeordneten kinderlos oder hat nur 1 Kind.«

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13. Mai 2008 17:44

Die Behauptung...

Winfried Nöth (wnoeth)

... Kinderlose würden sich auf Kosten der restlichen Gesellschaft bereichern, kann ich nicht nachvollziehen. Ein Lediger zahlt bei gleichem Gehalt etwa das 4-fache an Steuern wie ein Familienvater. Bei einem Jahresgehalt von 75.000 Euro summiert sich das während 40 Arbeitsjahren immerhin zu ca. 900.000 Euro, nach heutiger Kaufkraft gerechnet. Dazu kommen nochmal etwa 300.000 Euro an Rentenbeiträgen, 600.000 mit AG-Anteil. Dass man während der Rentenbezugszeit nur noch einen Bruchteil der Beiträge zurückerhalten wird, ist bereits abzusehen. Gewinn aus der derzeitigen Situation ziehen lediglich die Transferleistungsempfänger, kinderlos oder nicht, die der Gesellschaft über lange Zeit Mittel entziehen, ohne eine Gegenleistung zu erbringent. Leider werden Kinder aus solchen Haushalten oft selbst wieder lebenslange Leistungsempfänger. Aber nachdem sich mittlerweile (fast) alle Parteien auf diese Zielgruppe als leicht manpulierbares Wahlvieh eingeschossen haben, ist für alle anderen in diesem Land nichts (gutes) zu erwarten...

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13. Mai 2008 17:33

Richtige Beschreibung--- falsche Schlüsse

Kilian Behrendt (kilianbehrendt)

Der Autor beschreibt das Problem mit zutreffenden Fakten, um am Ende eine Lösung zu präsentieren, die dann doch eingermaßen erstaunt: Auf staatliche Familienpolitik zu verzichten!!!!!, da dann die Familien angeblich mehr Geld zur Verfügung hätten. Gleichzeitig wird beklagt, die Familien würden schon jetzt (!) die Leute ohne Kinder Quersubventionieren (durch zukünftige Rentenleistungen der Kinder). Wenn heutige Familienleistungen gestrichen würden und der Allgemeinheit zur (als auch und vielleicht sogar vor allem den Kinderlosen) zur Verfügung gestellt werden würde, würde die vom autor als falsch erkannte Umverteilung weiter verschärft. Ob dies die Fortpflanzungfreude anheizen würde, sei dahin gestellt.... Der Staat sollte lieber überdenken, ob die vom Autor beschriebenen tatsachen nicht Anlass dazu gäben, die Rentenpolitik sowohl bei der Einnahmen- wie auch bei der Ausgabenseite grundlegend zu überdenken. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen wäre dies seit mindestens einem halben Jahrhundert fällig gewesen. Eine Darlegung der fehlgeleiteten Ausgaben der Familienpolitik bleibt der Autor schuldig.

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13. Mai 2008 17:26

Tipp für Frau von der Leyen...

Michael Fichtner (ebaristo)

Mal einen Tipp für unsere Familienministerin: - Preise für Kindergartenplätze steigen - Preise für die Schulspeisung steigen - Preise für Vereinsport steigen - schlechte Schulbildung - es ist privater Nachhilfeunterricht notwendig - schlechte Chancen nach der Schule auf Ausbildung und Beruf - hohe Lebenhaltungskosten, die mit Kinder noch mehr steigen - Erziehungsgeld nur auf 1,5 Jahre begrenzt, bis ein Kind aus dem Haus geht sind es gut 18 Jahre - Studiengebühren im Studium - beschissene Justizpolitik, überall rennen Kinderschänder herum und die Politik tut nicht - Kaum Grippenplätze vor allem in den alten Bundesländern - Frau muss sich meist zwischen Kind und Karriere entscheiden, vor allem bei gering qualifizierten - schlechte Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspoliti - beziehungen werden auseinander getrieben, da jeder dort hin geht, wo er einen Job bekommt

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13. Mai 2008 16:46

Kosten-Nutzen-Kalkül

Ulf Weingarten (uweingarten)

Kinder sind kein Objekt, dass unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten betrachtet werden darf. Eine Gesellschaft, die dies tut, hat nun einmal keine Kinder und hat die Folgen zu tragen.

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13. Mai 2008 16:40

Die Verstaatlichung der Kinder

Michael Hoffmann (Hoffmann2)

Dem Staat geht es vor allem darum, möglichst weitgehende Kontrolle über das Leben der Menschen zu erhalten. Das festigt die Machtstrukturen und sichert damit die Pfründe der Mächtigen. Die Tendenz dazu wohnt jeder staatlichen Struktur inne. Das Gerede von Gerechtigkeit und sozialem Ausgleich soll nur die wahren Motive verschleiern. Die bürgliche demokratisch verfasste Gesellschaft will (wollte?) dem einen Widerstand entgegensetzen. Täglich müssen sich die Bürger Freiheitsrechte erkämpfen bzw. einmal erkämpfte gegen den Zugriff des Staates verteidigen. Das gilt auch und vor allem heute in einer satten, wohlstandsverwöhnten Gesellschaft wie der unseren. Familienpolitik heute dient vor allem dazu, möglichst viele Frauen in abhängige Arbeitsverhältnisse zu drängen. Eine Hausfrau und Mutter ist kaum kontrollierbar und steuerbar - eine Arbeitnehmerin dagegen arbeitet fremdbestimmt von morgens bis abends. Der Staat erlangt so weitgehende Kontrolle über ihre Zeit und ihr Geld und ihre Kinder. Dafür sind die sog. Transferleistungen des Staates gut angelegt.

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13. Mai 2008 16:37

Die Verstaatlichung der Kinder

henrik schwalba (hschwalba)

Die Zeiten haben sich geändert. Frauen fangen erst dann an Kinder in die Welt zu setzen, wenn Sie das Gefühl haben später Kinder und Beruf gut unter einen Hut zu bringen. An der Stelle ist vieles im Argen. Dabei geht es auch um die Bereitschaft der Arbeitgeber mit jungen Müttern weiterzuarbeiten, auch wenn Sie mehrere Jahr zeitlich alles andere als flexibel sind. Weiterhin wäre ein deutliche steuerliche Entlastung für all die, die neue Steuerzahler "generieren" sinnvoll. Das Kindergeld könnte dann soetwas ähnliches wie heute das Wohngeld werden.

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13. Mai 2008 16:30

Kinder als Luxusgut

Christian Treczoks (treczoks)

Eine Familie mit Kindern wird in dieser Gesellschaft für das Kindererziehen bestraft. Das Bildungssystem ist ein Schrotthaufen (ohne Nachhilfe geht gar nichts mehr), und bis auf Kindergeld (das am Anfang kaum für die verbrauchten Windeln reicht, geschweige denn für alles andere) bekommt man kaum etwas (ich kann mir z.B. keine Riester-Rente leisten - das Geld geht halt in die Kindererziehung). Dafür darf man jahrelang einen beträchtlichen Anteil des eigenen Einkommens in die Rentensicherung derer stecken, die zu fein, faul oder geizig sind, Kinder aufzuziehen. Wer keine Kinder hat, kann dazu noch deutlich mehr in die eigene Altersvorsorge stecken, und lebt im Alter dann meist entsprechend besser, denn von der Rente aus dem Generationenvertrag wird bis zu meiner Verrentung wohl kaum was übrig sein. Als Familienvater finanziere ich also die Rente der anderen - das kann es ja wohl nicht sein, oder? Die Erziehung eines Kindes kostet die Eltern anerkanntermaßen ca. €200.000, von denen gerade mal ein Fünftel durch das Kindergeld abgedeckt wird. Es wäre mehr als gerecht, den Differenzbetrag auf die Rente der Eltern anzurechnen, und sich die Fehlbeträge von den Kinderlosen zurückzuholen. Schließlich investieren wir Eltern in deren Rent

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13. Mai 2008 16:21

Leider funktioniert das nicht...

Los Närgli (lma666)

... denn während einmal eingeführte Abgaben (Sektsteuer, Soli, Öko-Steuer, die Liste ist lang und wird beständig länger) stets erhalten bleiben, werden Zuschüsse gerne mal zur "Verhandlungsmasse". Im Prinzip bliebt einem als Familienvater mit Kindern und dem Wunsch, eben nicht über kurz oder lang den eigenen Lebensstandard drastisch zu reduzieren, nur eine wirklich wirksame Alternative: Ab ins Ausland, da sind (in manchen Ländern) Familen mit gut ausgebildeten Eltern gerne gesehen, da man dort erkannt hat, dass diese zumeist auch versuchen, ihren Kindern über eine hochwertige Ausbildung einen guten Start zu verschaffen. So wird es in D über kurz oder lang dann nur noch "ganz Reiche" und "Prekarier (?)" geben ;-)

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13. Mai 2008 16:12

Man kann nur hoffen

Friedrich Reese (Oscar_Schaf)

... das auch unsere Politiker diesen Artikel und - das ist aber sicher schon vergebene Hoffnung - auch die zugehörigen Bücher lesen. Vielleicht fällt dann auch bei Ihnen mal der Groschen. Insbesondere den letzten Absatz dieses Artikels lege ich Ihnen sehr ans Herz.

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13. Mai 2008 15:44

Gehupft wie gesprungen - Ein Beispiel

Andreas Lehmann (alm)

Ich lebe derzeit in der USA. Wir haben zwei Einkommen und zwei kleine Kinder. Die Transferleistungen an den Staat sind tatsächlich geringer - unsere effektive Einkommensteuerrate lag für 2007 bei 14,05% für ein Haushaltseinkommen im Bereich der oberen 15% aller Haushaltseinkommen. Kranken- und Sozialversicherung schlagen auch geringer zu Buche. Alle Abgaben summieren sich zu etwa 28%. Hier NICHT eingerechnet sind allerdings die Kinderbetreuungskosten. Nimmt man diese hinzu, erhöhen sich unsere Abgaben um 16% auf 44% - eine Belastung ähnlich der in Deutschland, wie ich schätze. Weitere Kommentare wären hilfreich.

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13. Mai 2008 15:16

Die andere Seite der Medaille sollte erwähnt werden

Paul Rabe (heidelpaul)

Nur Kinder sichern denjenigen welche alt sind den lebensunterhalt. Das gilt für alle(!) Gesellschaften, denn 'sparen' funktioniert nur solange es jemanden gibt der bereit und fähig ist Ersparnisse gegen Arbeit zu tauschen. Man kann nunmal nicht als 30 jähriger sein Brot backen um es dann als 70 jähriger erst zu essen. Wenn es dann keine jüngeren gibt die einem das Brot backen dann verhungert man. Konsequent nach dem Artikel gedacht müsste man also alle welche keine Kinder haben verhungern lassen. Aber grade im Kapitalismus profitieren jene welche statt Kinder zu versorgen Reichtum anhäufen massiv von der Erziehungsarbeit derjenigen welche statt Karriere lieber die Familie bevorzugt haben. Ein Kind kostet locker eine halbe Million Euro über das Leben gerechnet. Wer als Kinderloser diese halbe Million im Kapitalismus gut anlegt der wird dann von den Kindern anderer Leute bestens versorgt.

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13. Mai 2008 15:16

Die andere Seite der Medaille sollte erwähnt werden

Paul Rabe (heidelpaul)

Nur Kinder sichern denjenigen welche alt sind den lebensunterhalt. Das gilt für alle(!) Gesellschaften, denn 'sparen' funktioniert nur solange es jemanden gibt der bereit und fähig ist Ersparnisse gegen Arbeit zu tauschen. Man kann nunmal nicht als 30 jähriger sein Brot backen um es dann als 70 jähriger erst zu essen. Wenn es dann keine jüngeren gibt die einem das Brot backen dann verhungert man. Konsequent nach dem Artikel gedacht müsste man also alle welche keine Kinder haben verhungern lassen. Aber grade im Kapitalismus profitieren jene welche statt Kinder zu versorgen Reichtum anhäufen massiv von der Erziehungsarbeit derjenigen welche statt Karriere lieber die Familie bevorzugt haben. Ein Kind kostet locker eine halbe Million Euro über das Leben gerechnet. Wer als Kinderloser diese halbe Million im Kapitalismus gut anlegt der wird dann von den Kindern anderer Leute bestens versorgt.

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