
Meinen Sie die Völler-Ära, in der die deutsche Mannschaft Vize-Weltmeister !!!geworden ist (2002) Und das alles ohne "Tschaka und Räuchersstäbchen. Aber was ist schon veridenter Vizeweltmeister gegen die Lachtruppe von Grinse Klinsmann wenn man dafür im eigenen Lande Dauersaufen darf.... Wenn der DFB 14 Tage das Bier bezahlt hätte, würden die Leute auch von der WM 2006 schwärmen,wenn wir gar nicht mitgespielt hätten... Apropos Spiele im eigenen Land (wie sah es noch aus mit der ach so souveränen Qualifikation für die WM 2006?)....

Das Turnier machte eines deutlich, Löw konnte die positive Entwicklung, initiiert durch Klinsmann, nicht fortführen. Das deutsche Spiel war meistens langsam und geprägt durch müde Quer- und Rückpässe. Manchmal glaubte man seinen Augen nicht zu trauen, und fühlte sich in die Völler-Ära zurückversetzt. Das reine Ergebnis war ja auch ganz ähnlich. Obwohl ansonsten sehr unterschiedliche Typen, scheint Löw bei Kritik ähnlich dünnhäutig wie Völler zu reagieren. Es ist richtig, auf der Torhüterposition einen Umbruch vorzubereiten. Nur Lehmann zum Sündenbock zu machen, geht gänzlich an der Realität vorbei. Das Problem scheint vielmehr in der Person Löw zu liegen. Ganz sicher kann er nichts für die offensichtlich gewordenen technischen Schwächen der einzelnen Spieler. Doch schon die Zusammenstellung des Kaders, Kurany, Odonkor etc., lässt Löw als Zauderer und risikoscheu erscheinen. Mit ihm ist in Zukunft kein frischer Wind zu erwarten. Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat mit Löw keinen Schritt nach vorne gemacht, sondern mit jedem Spiel der Ära Löw einen kleinen Schritt zurück. Rückschauend betrachtet, waren die ersten Erfolge Löws eigentlich noch auf den Boden von Klinsmann gewachsen. Schöner Fußball sieht anders aus.

Fußball, die schönste Nebensache der Welt? Es verpflichtet alle, die diesen Sport "Leben," denn im Unterbau des deutschen Fußballs tummeln sich tausende Jugendliche (Mädchen und Jungen und deren Eltern), in den Basisvereinen der Landesfußballverbände. Die örtlichen Vereine sind teilweise überfordert mit Trainingsangeboten, Plätzen und fachkundigen Betreuern und werden großteils alleine gelassen. Dies ist nicht nur auf den DFB bezogen, sondern die Sportpolitik z.B. in Hamburg verfolgt andere Ziele, kürzt die öffentlichen Mittel für den Breitensport, fördert gleichzeitig Großereignisse wie "public viewings" während der EM mit wiederum Tausenden von angeblichen Anhängern des (deutschen) Fußballs. Dem DFB Fußballlehrer Herrn Löw kommt hier auch eine nicht unbedeutende Aufgabe zu, in Zukunft nicht nur die bissigsten jungen Fußballer für D auflaufen zu lassen, die uns nicht nur den Eindruck vermitteln, jetzt haben wir gerade Ausreichend gespielt und ergeben uns also (den Spaniern, die ohne Abstriche den bessern, moderneren Ball spielten und letztlich verdient gewannen), sondern auch der Verantwortung u. Hoffnung gerecht zu werden, die nun wieder (mit Recht), jeder Junge der Fußball im Verein spielt, hegt, so zu werden wie sein Idol.

Also mal Hand aufs Herz, ohne die Leistungen von unserem "38-jährigen" wären wir doch garnicht bis in Finale gekommen. Allerdings spricht natürlich eindeutig das Alter gegen ihn und daher sehe ich einen Generationswechsel durchaus positiv entgegen, allerdings finde ich es mehr als Schade das man ihn als Sündenbock hinstellt. Die Fehler sind eindeutig woanders zu suchen: Unsere mießerable Abwehr, welches noch nicht mal Positionstreue halten kann oder was macht ein Christoph Metzelder im Sturm und fehlt dann beim konter hinten? Das fehlende Aufbauspiel unseres Mittelfeldes nicht zu vergessen, die es einfach streckenweise nicht geschaft haben die Bälle vernünftig auf die Spitzen zu spielen oder die unpassenden Einwechselstrategien vom Jogi: David Odonkor auf einmal als Abwehrspieler einzusetzen anstatt ihn das machen zu lassen was er kann: Laufen und Konter Möglichkeiten erspielen. Alles in Allem ist viel zu tun für die WM2010, den dort werden wir sonst wesentlich mehr Glück brauchen als bei der EM2008.

Löw würde besser vor der Presse ein Konzept vorstellen und nicht scheibchenweise das Ganze umschreibend zu verkünden. Nach der EM wurde von vielen Seiten die Technik, die Taktik und fehlende Kraft im DFB Team kritisiert, was teilweise auch von Peters ausgesprochen wurde. Peters muss nun gehen, denn sachliche, zutreffende Kritik ist für den selbstherrchlichen DFB ein rotes Tuch. Der DFB beschäftigt am liebsten Ja Sager und solche die sich kritiklos einpassen.

Das Peters gehen muss, war ja schon klar, als er mit der Kritik an die Öffentlichkeit ging. Bleibt die Frage, warum er es dann tat? Vermutlich weil er intern nicht gehört wurde und tatsächlich hatte man streckenweise den Eindruck, die Spieler seien physisch nicht in der Lage, die "deutschen Tugenden" umzusetzen. Der DFB ist und bleibt ein autokratisch geführter Laden. Mit Löw glaubte man die Klinsmanära fortzusetzen. Das haut aber nicht hin. Klinsmann holte sich die Besten (darunter auch Löw), um auf sie zu hören und deren Arbeit zu koordinieren. Ob Löw das kann? Die Spanier hatten genau so viele Spiele, wirkten aber trotz einem Tag weniger Pause frischer. Was Peters Kritk zur Majestätsbeleidigung macht, ist dass sie den Kern der Finalniederlage trifft. Der Titel wäre möglich gewesen, Peters weiß das und muss deswegen gehen.

38 Jahre, in seinem bisherigen Verein kaum Spielpraxis, und trotzdem (fast) durchgehend ein fester Rückhalt für die Mannschaft! Die Nationalelf ist Vize-Europameister geworden. Klingt gut. Ist auch ein Erfolg. Aber wie ist das zustande gekommen: In einer allseits als leicht angesehenen Gruppe wurden sie zweiter Sieger. In 6 Spielen 4 Siege und 2 Niederlagen - guter Durchschnitt. Die 4 Siege: 1) gegen Polen muß man gewinnen, wenn man zu den Besseren zählen will. 2) gegen Österreich - was ein Gezittere! 3) gegen Portugal: ein wirklich gutes Spiel. Aber was wäre z.B. in und um die 70-er Jahre Besonderes an einem Sieg gegen Portugal gewesen? 4) gegen die Türkei: der Sieg sollte eigentlich ein MUSS sein, er war aber eher Glück. Anstatt daß das Mittelfeld und der Sturm beherzt aufspielen und den Gegner in Schach halten, läßt man den immer wieder kommen, und die Abwehr steht so oft neben sich. Schlimmeres hat Jens Lehmann verhindert, und er ist in meinen Augen der einzige, der die Vize-Europameisterschaft verdient hat. Aber einer muß ja daran schuld sein, daß man nicht Meister geworden ist. Und wer wäre dazu besser geeignet als ein 38-jähriger?