Eine Umarmung als Ritterschlag: „Willkommen im Klub der Könner”

Bundestrainer Löw

Zu Höchstem berufen

Mit dem glatten 2:0 hat der deutsche Bundestrainer sein erstes Turnierspiel in der Rolle des Chefs gewonnen. Jetzt geht es darum, auf dem schmalen Grat zwischen Selbstbewusstsein und Selbstgefälligkeit nicht die Balance zu verlieren. Von Michael Ashelm

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Juni 2008 03:57

Jogis Balance: Die Rückkehr des Prinzen als König

Jonas Verner-Carlsson (jvernercarlsson)

Die Analysen sogar im seriösen Sportjournalismus scheinen zunehmend von der "englischen" Krankheit infiziert zu sein, zu sehr auf einzelne Spieler zu schauen. Hätte Löw Marin mitgenommen, ein Kerlchen, auf das naturgemäß Hoffnungen projiziert werden, wäre niemand auf die Idee gekommen, Löws Veränderungswillen infrage zu stellen. Dabei hat er das Personaltableau schon entscheidend verändert, im Tandem mit Klinsmann, vor gerade drei,vier Jahren. Ein wenig Kontinuität muß schon sein; in der Auslandspresse wird die Loyalität seiner Spieler als eines der Verdienste Löws gewürdigt. Was haben wir seit 1990 nicht schon erlebt an angstpolitischen Trainer-Spieler-Koalitionen! Ich finde, Löw hält die Balance zwischen Vertrauen und Erneuerung noch ganz gut. Er vertraut z.B. Poldi - und hat ihn zugleich erneuert: Bei Bayern hat man noch gelästert, daß der Junge außer seiner linken Klebe nichts zu bieten hätte, da hat ihn Löw ins Mittelfeld zurückgezogen - der kleine Prinz kann nämlich verdammt gut Fußball spielen, wäre auch bei Arsenal gut aufgehoben. Seine Möglichkeiten sind mit ein Grund, warum Marin noch nicht gebraucht wird... Veränderung muß nicht unbedingt an Spielernamen ablesbar sein. Jogi weiß das; dafür kann man nur dankbar sein.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 1 von 1 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche