Das Geburtstagskind: „2004, 2005 und 2006 habe ich meinen Geburtstag auch bei der Nationalmannschaft verbracht”

Lukas Podolski wurde am 4. Juni 1985 in Gleiwitz (Gliwice) in Polen geboren. Seit 2004 ist er deutscher Fußball-Nationalstürmer. „Ich bin keiner, der Party macht“, sagt das Geburtstagskind im FAZ.NET-Interview - und wünscht sich einen Auftaktsieg gegen Polen.

Lesermeinungen zum Beitrag

05. Juni 2008 09:42
An Hr. Hoffmann  
Priamo Krania (albert1002)

Zu Ihrer Auseinandersetzung mit Hr. Kostrzewski: 1. Die Marionettenregierung von Bierut konnte keine Ansprüche Stalin gegenüber stellen auch nicht auf die heutigen Westgebiete Polens, das konnte für sie böse enden. Nach einer Einladung und Besuch in Moskau eines Tages hätte es wahrscheinlich in der Presse geheissen: Unser Premierminister "hochgeliebter" Genosse Bierut ist dem Herzinfarkt erlegen und danach hätte Polen einen neuen "demokratisch" in Moskau gewählten PM bekommen. 2. Aus dem 1. Punkt folgend war die Zuteilung der "heutigen" Westgebiete Polens eine alleinige Entscheidung Stalins. Da hatten auch weder Churchill (England dafür zu schwach), noch Roosevelt noch Truman (USA waren zu sehr am Eintritt Russlands in den Kreig gegen Japan interessiert) irgendwas zu sagen gehabt. 3. Welches Interesse Stalin daran hatte, ist auch mir bis dato ein Rätsel. Ich kann nur vermuten, dass er wenn er zumindest einen Anschein der "Brüderlichkeit" unter den sozialistischen Völkern wecken wollte, dadurch einen gewissen Ausgleich für die östlichen Gebiete, die Polen an Russland verloren hat, schaffen wollte. Dieses Geheimnis hat aber der Genosse Stalin für immer mit ins Grab genommen. Geschichte ist ein sehr flexibles Gebiet. Gruß PK.

Bewerten: schlecht gut
05. Juni 2008 08:58
Es lebe der Sportteil  
Tobias Müller (wgregor)

Na dann wissen wir ja, dank der Hobbyhistoriker, wie es denn nun wirklich war. Und dank eines Hobbyjuristen, wissen wir auch, welche Rechte wir haben. Passt alles wunderbar in den Sportteil, wo Hobbysportler so tun, als ob sie schon immer gewusst haben, was die Profis falsch machen.

Bewerten: schlecht gut
05. Juni 2008 01:01
Lange rede kurzer Sinn  
Peter Müller (Damrko)

Die polnischen Bürger haben zu Recht ihr Land bekommen und wir Deutschen haben keinerlei Anspruch darauf auch nicht in Zukunft. Und zu Poldi der Junge ist authentisch und sag was er fühlt auch wenn es einigen nicht passen sollte. Und Brasilien ist auch bei der EM vertreten im Gestalt eines Stürmers der aus einem mir unersichtlichem Grund in der POLNISCHEN Nationalmannschaft spielt.

Bewerten: schlecht gut
04. Juni 2008 23:46
RE  
Arkadiusz Kostrzewski (akostrzewski)

Sie haben schon Recht. Die polnische Regierung in London darf aber nicht als provisorisch bezeichnet werden. Die haben die Politiker aus der früheren Regierung in Polen gebildet,d.h. die,die es lebend nach London geschafft haben. Und das die auch in Potsdam mit dabei waren, hatte nur damit zu tun, dass die wussten,dass die Alierten die nicht mehr unterstützen und folgend die ostliche Provinzen verloren gehen. Dann war es selbstverständlich, dass die in Angesichts dessen auch nichts gegen die Verschiebung der Grenze nach Westen hatten, das wäre doch nicht im Interesse von Polen. Das Land sollte doch möglichst auch nach dem Krieg ein möglichst grosses Land bleiben. Dass die Grenze nach Westen verschieben sein sollte lag aber grundsäztzlich nur im Interrese der Sowjeten.Die Regierung in London hatte selbst nie Ansprüche ,bis auf Danzing und Teilen von Masuren wo die Polen die Mehrheit gebildet haben, gestellt. Die Teilnahme in Potsdam war der letzte Versuch sich und der Welt zu zeigen, dass nicht die provisorische Regierung in Moskau sondern die "londoner" die richtige Vertetung des polnischen Volkes ist und obwohl die von den Alierten verraten und nicht mehr anerkannt wurden,immer noch poln. Interesse vertreten.

Bewerten: schlecht gut
04. Juni 2008 21:51
Westverschiebung Polens - ergänzende Bemerkungen  
K.P. L1949 (microplan2002)

Dass Polen nicht schon etwa in Jalta an den Verhandlungen zur Westverschiebung teilgenommen hat, lag daran, dass sowohl Stalin als auch die Westalliierten eine jeweils IHNEN genehme polnische provisorische Regierung unterstützten, die aber von der jeweligen Gegenseite nicht anerkannt war. Daher wurde ganz auf die Teilnahme polnischer Vertreter verzichtet. Es lag also nicht daran, dass die Polen an der Frage kein Interesse hatten - im Gegenteil ! Von ihrer Seite wurden zuvor - über ihre Schutzmächte - schon detaillierte Anspruchspläne vorgelegt. Auf der Konferenz von Potsdam im August 45, wo dann die Westgrenze Polens endgültig festgelegt wurde, waren die Polen (und zwar beide Lager) nun aber dabei und setzten sich dort dezidiert für eine Westgrenze längs der Oder und Neiße ein, was faktisch eine Anerkennung der sowjetischen Ansprüche bedeutete, gegen die die USA schon längst nicht mehr opponierten und die von Churchill durch sein Streichholzspiel vorbereitet worden war. Noch deutlicher zeigt sich der Westdrang Polens schon kurz darauf, als Polen (und zwar entgegen den Postsdamer Beschlüssen!!) ÜBER die Oder nach Westen griff und sich Stettin und Teile Usedoms mit Swinemünde aneignete (um die ganze Odermündung zu kontrollieren).

Bewerten: schlecht gut
04. Juni 2008 21:05
Re  
Arkadiusz Kostrzewski (akostrzewski)

Sie haben zwar Recht,vergessen aber die Tatsache, dass an keiner der Konferenzen die polnsiche Regierung teilgenommen hat. Die Regierung hat nach dem verlorenem Krieg im Jahr 1939 Polen in die Richtung London verlassen. Wie allgemein bekannt ist, hat Polen die 4-grösste Armee bei Alierten gestellt und die Regierung wurde durch alle Länder mit der Ausnahme Russland akzeptiert ( Russland hat Polen auch angegriffen,war also ein Feinn). Nachdem die Deutschen Russland angegriffen haben und somit zum Verbündeten der Alierten wurde, hat Stalin England,Usa und Frankreich epresst, nicht mehr die londoner Regierung zu unterstützen. Die Russen habe selbst "eigene" Regierung in Moskau geründet, die hatten schon damals nicht vor, Polen nach dem Kriegsende als freies unabhängiges Land zu akzeptieren,sondern hatten ihre eigene Pläne.. Somit hat Polen nie an den Konferenzen teilgenommen, ofiziell wollte die Regierung in London, dass Polen die gleichen Grenzen hat,wie vor dem Krieg. Die "moskauer" Regierung wurde vor dem polnischen Volk nie gewählt,aus polnsicher Sicht waren die Verräter.

Bewerten: schlecht gut
04. Juni 2008 19:08
Poldi  
Arkadiusz Kostrzewski (akostrzewski)

Sie irren sich in zwei Punkten. Erstmal ist die polnsiche Grenze nach Westen verschieben worden, weil die Sowieten es so wollten. Die polnische Regierung( die von Sowieten nicht akzeptiert wurde) stellte keine Ansprüche auf die Länder im Westen, mit der Ausnahme von Danzig und einen Teil von Masuren, die historisch gesehen polnisch sind, seit dem Anfang aber eine starke deutsche Präsenz hatten. Die zweite Sache ist, dass Poldi´s Familie in Polen keine deutsche Wurzeln hat, was er selbt mal gesagt hat. Seine Eltern und er als Kind sind aus Polen geflüchtet, als dafür eine Möglichkeit bestand, aber aus anderen Gründen( besseres Leben,etc.) Poldi wollte zunächst sogar für Polen stimmte, der polnsiche Fussballverband zeigte aber kein Interesse, als als anders wurde war es bereits zu spät, da die Deutschen dem Poldi auch ein Angebot gemacht haben. Bei Klose ist es klar, dass er sich nie als Pole gesehen hat, bei Poldi und Trochowski war es anders. Schade aus der polnischen Sicht...aber wir haben auch gute Stürmer. Mal sehen,wie das Spel am So. ausgeht.

Bewerten: schlecht gut
04. Juni 2008 18:21
Naja, Gleiwitz ist heute auch nur zufällig polnisch ...  
K.P. L1949 (microplan2002)

... was der Legende nach auf die berühmte '3-Streichholz-Rochade' Churchills zurück geht. Mit den 3 Streichhölzern bildete er Polen ab. Um sowjetischen Ansprüchen (im Osten) und polnischen Begehrlichkeiten (im Westen) zu entsprechen, hatte Churchill danach die polnischen Ostgebiete (= rechtes Steichholz) zugunsten der Sowjets und zu Lasten der Deutschen nach links (=Westen) verschoben und damit neue polnische Nachkriegsgrenzen etabliert. So wurde Gleiwitz plötzlich polnisch. Ohne dass ich natürlich die Familienverhältnisse von Poldi genau kenne, gehe ich davon aus, dass es sich daher bei seiner Familie um einen Teil der nicht ganz kleinen deutschen Minderheit in Polen handelt, die zum Ende des Zweiten Weltkriegs aus den deutschen Ostgebieten nicht geflüchtet sind bzw nicht vertrieben wurden. Dass dort in der Familie polnisch gesprochen wird, ist - wie bei den Polendeutschen übich - einmal auf den polnischen Assimilierungsdruck, zum anderen natürlich auf rein praktische Umstände des täglichen Lebens zurückzuführen. Langer Rede kurzer Sinn: an der Loyalität von Podolski braucht genauso wenig gezweift werden wie z.B. an derjenigen von Klose, bei dem die Familienherkunft ähnlich gelagert ist.

Bewerten: schlecht gut
1 - 8 von 8 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche