Die Marktlohnhypothese waere ja einleuchtend, wenn es einen Grund geben sollte warum "Topmanager" so viel besser sind als die, die ein Level darunter arbeiten. Plausibel ist das nicht gerade.
Mein Eindruck ist eher, dass sich viele Aufsichtsraete einreden, dass man wohl den Besten haben muesse, wenn man schon so viel bezahlt. In den USA, wo Managergehaelter traditionell offengelegt werden, kann man sich auch dem Eindruck nicht verschliessen, dass den Anlegern und der oeffentlichkeit vorgemacht werden soll, dass der eigene Manager so viel besser sei als der der Konkurrenz, weil er ja mehr verdient. Fuer eine verlaessliche Bestimmung des "Wertes" eines Managers zur Festlegung eines Fixgehaltes ist die Sachlage ohnehin zu komplex. Richtig angewandt koennte eine erflogsabhaengige Bezahlung da Abhilfe schaffen, aber die meisten Optionspakete sind so gestaltet, dass sie auch bei mittelmaessiger Leistung fast voll zahlen.
Andererseits: Anleger (vulgo: boese Kapitalisten) sollten sich um die Hoehe der Loehne schon selbst kuemmern. Die Idee dass die deutschen Politclowns mit Regulierung einen nennenswerten Beitrag leisten koennen ist laecherlich. Volkswirtschaftlich sind die paar Kroeten, die an Manager gehen ohnehin irrelevant.
Dass einige prominente, selbsternannte
"Topmanager" dreist in die Kasse
der ihnen anvertrauten Unternehmen
greifen, obwohl sie das Unternehmen
an den Rand des Zusammenbruchs
geführt und enormen wirtschaftlichen
Schaden angerichtet haben, gefährdet
zunehmend die Akzeptanz der Markt-
wirtschaft in Deutschland.
Von "Leistung" und "verdienen" kann
in diesen Fällen (zugegebenermaßen,
relativ weniger schwarzer Schafe)
keine Rede sein.
Es handelt sich nicht um Unternehmer,
die unternehmerisches Risiko tragen,
und dafür vom Markt belohnt werden,
sondern um Angestellte mit Vollkasko-
versicherung, die nichts riskieren.
.. auch in "billigeren" Ländern gelehrt, warum nicht mal einen "billigen" Manager aus dem Ausland holen, der das gleiche für weniger Lohn macht? Schließlich habe ich noch keine Studie gelesen die belegt, dass Menschen im "billigeren" Ausland dümmer sind als bei uns.
Aber das passt nicht ins Weltbild vieler Manager in unserem Lande: Geht es um andere Arbeitnehmer, wird schnell das "billigere" Ausland als Vorwand dafür benutzt, warum sich der normale Arbeitnehmer bescheiden müsse. Geht es um das eigene Handwerk, gibt es die Globalisierung und die (vermeintliche) Notwendigkeit sich in Zukunft zu bescheiden und weniger zu verdienen plötzlich nicht mehr.
Sehr durchsichtig das Ganze.
nichts als Neid!
Wenn die Manager es wert sind, dann sollen sie dieses Geld auch bekommen. Ausserdem sitzen in jedem deutschen Aufsichtsrat (LEIDER!) auch Gewerkschaftsbonzen und stimmen meistens diesen Gehälter zu.
Also wo liegt das Problem?
In diesem Land kann jeder Manager werden, man muss nur befähigt sein!
Und die, welche am wenigsten befähigt sind, gehen in die Politik - siehe unsere Laienspielschar in Berlin.
Merkle
Wenn sich die Aufsichtsräte tatsächlich die Vorstandsmitglieder aussuchen würden, dann gäbe es vielleicht so etwas wie einen funktionierenden Markt für Führungskräfte. Nach dem Gesetz ist das so. In der Realität ist es häufig gerade umgekehrt. Die Vorstände suchen sich ihre Aufsichtsratsmitglieder aus. Und dass diese sich bei der Gehaltsfestlegung daran erinnern, wem sie ihren Posten zu verdanken haben, liegt auf der Hand. Dass die Gehälter also wirklich einen Wettbewerb widerspiegeln, dürfte deshalb sehr unwahrscheinlich sein.