Ein wichtiger Aspekt wurde nicht besprochen in dem Artikel. Die USA, aber auch andere "westliche" Länder haben ihren Konsum finanziert mit der Ausgabe von Dollar- oder Euroscheinen. Das heißt, sie haben einen Kredit auf die Zukunft aufgenommen, da weniger Waren hergestellt wurden, als Geld vorhanden war. Im Artikel wird von dem 4fachen gesprochen. Jetzt ist die Zeit, da der Kredit zurückgefordert wird. Noch sind die Staatsbanken des "Ostens" bereit, Aktienpakete von US-Banken für die Dollarscheine anzunehmen, insbesondere da der Dollar täglich an Wert verliert. Aber irgendwann wollen diese Länder auch einmal Waren sehen. Dann werden all die, welche jetzt noch Dollarscheine horten, merken, daß es für all ihre schönen Scheine so gut wie nichts mehr zu kaufen gibt, da der Wert der umlaufenden Geldmenge eben bereits das Vierfache des realen Warenwertes errreicht hat und die Inflationierung des Dollars täglich wächst.
leider bleibt das ungute Gefuehl, dass niemand wirklich weiss wie es geht. Theorie hin, Theorie her, Wirtschaft ist eben doch eine unexakte Wissenschaft. Hoffen wir mal, dass sich nicht alle irren und wir am Ende etwas noch schlimmeres haben als die derzeitige Finanzkrise.
So einfach wie in dem Artikel dargestellt ist das ganze Dilemma nicht. Es sind nicht die US-Konsumenten, die insgesamt 167 Billionen zu Konsumzwecken aufgesogen hätten - potentiell problematische US-Staatsschulden plus potentiell faule US-Konsumentenschulden könnten sich vielleicht auf beachtliche 30 bis 40 Billionen addieren - immer noch weit von dem Missverhältnis entfernt.
Potentiell problematische Staatsverschuldung finden wir auch in Europa, wo einiges der Überschüsse der dritten Welt unter anderem bei uns aufgesogen wird. Aber es gibt auch weitere Gründe - und von Gut und Böse zu sprechen, ist völlig unangebracht. Wichtiger wäre es, sich zu überlegen, wie problematisch die Inflationssituation wirklich ist - und was passieren könnte.
