Erklär mir die Welt (100)

Warum ist das Wachstum grenzenlos?

Seit zwei Jahren bittet die Sonntagszeitung Woche für Woche einen Autoren, uns die Welt zu erklären. Nun können wir Jubiläum feiern: In der einhundertsten Folge stellen wir Karen Horn die alte Frage nach den Grenzen des Wachstums einmal andersrum.

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Mai 2008 13:32

Vertreibung aus dem Paradies

Robert Klemme (rklemme)

Es gibt auch noch eine andere Interpretation dieses "Vorgangs", die ebenfalls die These von der prinzipiellen Unerfüllbarkeit aller Wünsche stützt: die Vertreibung aus dem Paradies ist letztlich eine Metapher für die Bewusstwerdung des Menschen. Das bedeutet insbesondere, dass er in der Lage ist, sich etwas (insbesondere etwas erstrebenswertes) vorzustellen, das nicht ist. So ist der Wunsch die Spannung zwischen "könnte sein" und "sein", die uns wieder und wieder antreibt, das "könnte sein" zu einem "sein" zu machen. "Ökonomische Knappheit" bedeutet ja auch nichts anderes als dass wir uns eine Situation des "mehr" vorstellen können.

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15. Mai 2008 09:35

grenzenloser Zins führt zu grenzenlosem Wachstum...

Chan Fei Yung (smileface)

Wie ich finde wird hier eine weitere elementare Triebkraft hinter dem Wachstum-wunsch/wahn/hatz ignoriert, nämlich die Tatsache, dass mit jedem Jahr unser "Wohlstand" effizient gesehen um bis zu 3% erodiert. Das furchterregende Wort Inflation wird wieder ind em Raum gestreut. Die meisten Menschen in meiner Umgebung wären durchaus zufrieden mit dem, was sie erreicht haben, jedoch zwingt sie das Grundprinzip unseres Geldsystems dazu immer mehr leisten zu müssen. Die wenigsten WOLLEN zwangsweise so stark wachsen, die "Triebkräfte des Marktes" wie es so schön heißt zwingt sie jedoch dazu.

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15. Mai 2008 08:54

Euphorie

Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Dieser euphorische Artikel ist bezeichnend für das bisherige Denken der Wirtschaft. Es wird, es muß, weiter aufwärtsgehen. Der Hintergrund hierfür ist, daß ohne Wirtschaftswachstum das jetzige gesellschaftliche System kollabieren würde. Dieses ist auf Schulden aufgebaut. Ohne Zuwachs könnten die immer weiter steigenden Kreditzinsen nicht mehr bezahlt werden. Wir sehen den Endpunkt dieses Prozesses gerade in den USA ablaufen. Auch der Staatshaushalt der BRD wäre ohne neue Schulden nicht mehr überlebensfähig, und nur durch permanente Inflationierung aller Werte läuft das System noch.

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15. Mai 2008 01:41

"Bisher ...

Reinhard Wolf (Pumuckel42)

ist es der Menschheit aber noch immer gelungen, im Streben nach einer Besserung ihrer Lage mit immer neuen Lösungen aufzuwarten". Das heißt: Der Blick in die Vergangenheit ist unsere Zukunftssicherheit?! Das Problem: Das Leben kennt den Tod nicht. Dadurch geht es zwangsläufig von der unendlichen Fortsetzung seiner Existenz aus. Ähnlich wie die Lemminge, die auf Nahrungssuche gen Norden ziehen, immer wieder in Bäche, Flüsse und Seen springen, durchschwimmen ... und weiter geht´s! Bis sie am Atlantik landen und denken, dass sie diesen Tümpel auch durchschwimmen können: "Es hat ja bisher immer geklappt!". Wanderheuschrecken und Wanderameisen ereilt übrigens genau das gleiche Schicksal: Hinter ihnen "verbrannte" Erde und vor ihnen das Meer, bzw. Nichts. Wenn wir Menschen in unserer Ignoranz nicht erkennen, dass wir dem gleichen Trugschluß aufsitzen, haben wir definitiv keine Chance, dieses auch für uns bestimmte Schicksal abzuwenden. Wir werden sterben weil wir dumm sind: Die Erfahrung des Todes kann leider nicht an das Leben weitergegeben werden.... und wahrscheinlich werden wir deshalb die "Eintagsfliege" dieses Planeten sein: Jedenfalls werden wir nicht wie z.B. die Schildkröte 200.000.000 Jahre auf diesem Planeten verweilen.

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