Die zentrale Begründung, daß der Private Equity Investor ein Unternehmen ja teurer verkaufen will, um seinen Gewinn zu machen und es deshalb "besser" und nicht "kaputter" hinterlassen muß, ist reine Augenwischerei.
Der Investor hat seinen Gewinn schon längst vorher gemacht, nämlich indem er direkt nach dem Kauf hohe Ausschüttungen an sich selbst vornimmt und die daraus resultierenden Schulden sowie den Kaufpreis selbst dem gekauften Unternehmen auferlegt. Außerdem werden die "nicht zum Kerngeschäft" gehörigen Teile verkauft, das Geld streicht der Investor ebenfalls ein.
Verkauft wird dann eine nach außen hin schmucke, aufpolierte Hülle, während das Unternehmen nach innen ausgehöhlt und seiner Substanz beraubt ist. Irgendwoher müssen ja die hohen Ausschüttungen genommen worden sein. Der Preis ist deshalb überteuert, aber der Käufer merkt es ja erst später. Außerdem muß er gar nicht mal hoch sein, denn wie gesagt der Gewinn ist ja bereits gemacht.
Ein "für Private Equity reifes" Unternehmen benötigt keine Private Equity, sondern einen ausgebufften externen Krisenmanager. Zwei solche Leute habe ich erlebt, und die waren phänomenal. Die bauen nämlich auf statt ab, legen Fundamente auf die man wieder bauen kann.
Der Beitrag ist ein Musterbeispiel für eine zirkuläre Begründungsweise, also streng genommen ein Beispiel für das Fehlen einer näheren Begründung.
Es wird angenommen, daß alle Handlungen, die auf dem Markt stattfinden nur "freiwillig" erfolgen und damit die Wohlfahrt aller Beteiligten steigern. Dann ist natürlich auch der Kauf und Verkauf von Unternehmensanteilen durch "Private Equity"-Unternehmen freiwillig und zum Besten aller. Wir müssen uns also nicht vor "Private Equity" fürchten, weil wir uns vor dem Markt niemals fürchten müssen, denn Er macht alles immer richtig.
Wird eine Arbeitskraft nicht eingekauft, dann war das Geschäft nicht zum Vorteil beider Vertragspartner. Wird ein Unternehmen in ein Land mit Billiglöhnen und Steuerdumping verlagert, dann ist das gut, weil es stattfindet. Sinken die Löhne auch in Deutschland unter das Existenzminimum, dann ist das nicht schädlich, denn es entspricht dem Markt. Wird der produktive Kern und die Moral eines Unternehmens zerstört, weil es kurzfristig eine höhere Rendite verspricht, mit den Vermögenswerten zu spekulieren, müssen wir uns nicht fürchten.
Was nur, ja was nur, wenn der Markt nicht alles von alleine zum besten regelt?
und hält in der Realität nicht, was der Herr Lehrer von der Uni Frankfurt verspricht.
Nun gut, er lebt von deren Verkündigung.