Erklär mir die Welt (61)

Warum ist Sparen nicht immer eine Tugend?

Wer spart, gewinnt Sicherheit für schlechte Zeiten. Doch wenn keiner mehr einkauft, ist die Wirtschaft bald am Ende. Wie viel Ersparnis ist gut für die Wirtschaft? Und unter welchen Umständen?

Lesermeinungen zum Beitrag

14. August 2007 17:35

Erklären Sie das mal den Unternehmen!

Bernhard Schmitz (DerKetzer)

Es wird an Weiterbildung gespart.
Man spart an erfahrenen Mitarbeitern.
In High-Tech-Branchen wird auch nicht mehr gezahlt als in anderen Branchen (Mercer Consulting, trendemployer).

Als Folge gehen die Studentenzahlen in diesen Bereichen zurück. Und dann beschweren sich die Unternehmen, dass es nicht genügend qualifizierte Bewerber geben würde.

Selbst in gut verdienenden Unternehmen werden Mitarbeiter entlassen.

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14. August 2007 15:18

Sparen ist Tugend

Michael Köhler (BaFoeg_Maker)

Ich stimme Herrn Böhm zu. Sparen sollte unseren Kinden weiter vermittelt werden. Denn wer spart verschiebt den Konsum nur auf einen späteren Zeitpunkt. Gespartes Geld lässt Menschen zwar ruhig schlafen, aber ab einem bestimmten Grad macht Geld allein nicht glücklich. Dann setzt der Gedanke ein, das Geld zum stillen der Bedürfnisse einzusetzen. Welche Bedürfnisse das sind, hängt natürlich von der Zuversicht in die Zukunft ab.

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14. August 2007 14:13

Politiker-Schuldenberg als Grabplatte Deutschlands

norbert doerre (ndoerre)

Deutschland gehört zu den am höchsten verschuldeten Staaten der Welt und verschuldet sich zur Zeit alle zwei Jahre um drei Prozent der Gesamtschuldensumme mehr, allein um die Zinsen der Altschulden bezahlen zu können. Wie weit dieses Schneeballsystem noch so existieren kann, hängt nicht von den Politikern ab, die den Stein ins Rollen gebracht haben und Initiatoren der großen Fehlspekulation sind, sondern nur noch von der Höhe der zu zahlenden Zinsen.
An Tilgung hat bislang ja noch niemand der erlesenen Gesetzgeber gedacht. Sie hoffen auf eine Inflation größeren Ausmaßes, um die Schulden loszuwerden. Zum Bedauern vieler Politiker hat ja die Bundesrepublik die Währungshoheit an die Europäische Zentralbank abgegeben, von der sich so manche Sozialisten eine Lockerung der Zügel erhoffen. Sollte es keinen Durchbruch zur Inflation geben, wird sich der Schuldenberg in Deutschland zu einer der größten Katastrophen entwickeln, die es je im finanzpolitischen Bereich gegeben hat. Mit oder ohne Inflation wird die Schuldenlast in absehbarer Zeit zur Grabplatte des deutschen Staates. Für die meisten Mittelständler hat sie den Verlust ihres gesamten Besitzes zur Folge, wenn sie es nicht schaffen, Vermögen und Wohnsitz ins Ausland zu verlegen.

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14. August 2007 11:38

Bravo FAZ!

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich in dieser Serie noch Artikel zu lesen bekomme, dem ich weitgehend zustimmen kann.

Das rüchsichtsloses Sparen (z.B. des Staates) das Gegenteil von dem erreichen kann, was man möchte, wure ja in Deutschland am Anfang des letzten Jahrhunderts schon unter Brüning deutlich.

Was mikroökonomisch für den einzelnen Betrieb oder eine einzelne Familie u.U.(!) richtig sein kann (geb nicht mehr aus, als du hast!) kann makroökonomisch fatal sein – sprich, wenn alle(!) Betriebe und Konsumenten sich so verhalten.

Der Markt ist ein Kreislauf: wenn jeder einzelne auf seinem Geld sitzt (das gilt auch für den Staat), gibt es auch für andere weniger zu verdienen, es werden weniger Steuern gezahlt und die Arbeitslosigkeit steigt.

Es bleibt zu hoffen, dass Weisheiten aus der Küchentischökonomie wie "Spare zur Zeit, dann hast du in der Not" in makroökonomischen Zusammenhängen in Zukunft kritischer hinterfragt werden.

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14. August 2007 10:41

Zustimmung

Daniel Weber (DanielWeber)

Man hätte aber sicherlich auch auf das Solow-Modell mit der optimalen Sparquote eingehen können. Das hätte ich bei dem Thema erwartet.

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13. August 2007 19:33

Weiter so!

Paul Schächterle (paulimausi)

Ich bin positiv überrascht, daß in einem Artikel dieser Reihe auf einmal Ökonomen unterschiedlicher Denkschulen vorkommen und nicht die h.M. unkritisch verbraten wird. Weiter so!

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