Silke Scheuermann

Theorie zur Buchmesse

Wir haben eine Reihe deutscher Lyriker gebeten, für uns ein Buchmesse-Gedicht zu schreiben. Ist das schon Auftragslyrik - oder hat das Thema nur darauf gewartet, bedichtet zu werden? Lauschen Sie Silke Scheuermanns „Theorie zur Buchmesse“.

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Es gibt ein paar Bücher
wie fette Säuglinge
sind sie plötzlich da
geschrieben mit verdünntem Blut
mit Kuli oder
Computer
Sind sie da Warten
dass ihnen noch einer seine
Zeit anträgt
kleine Opfer verstohlen Minuten
des Tags
oder mit stürmischer Geste
die ganze Woche auf einmal
dass noch einer alles stehen und
liegen lässt
um sich ihm zu überlassen
dem Grisham oder King oder
der Fröhlich
und er bekommt Namen und Schicksal dadurch
und wahnwitzige Energie Er wird
weltreisend
trotz durchschossener Schläfe
Er wird schön und schnell
Da durchlebt erneut
einer alles auf einmal

Dann gibt es noch so ein Buch
Leichter Wie festklammert
an Nelken
auf keiner Longlist
unerklärlich und ewig
ist es da
wartet

Bildmaterial: F.A.Z.-Wolfgang Eilmes

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