Wenn man genauer hinschaut, muss man feststellen, dass das Angebot der DB-Autozug eher geringer geworden ist: War es vor einigen Jahren noch möglich, von München oder Stuttgart nach Italien oder Frankreich zu kommen, so muß man jetzt feststellen, dass in dieser Richtung gar nichts mehr geht. Ein Blick auf die Linienkarte vor einigen Jahren und jetzt lässt erkennen, dass das Netz deutlich reduziert wurde.
Ich habe zweimal das Angebot genutzt. Es ist nicht wirklich billig. Mit einer Person geht es gerade noch so, bei zwei Personen ist die An- und Abreise mit dem Autozug nicht gerade billig. Für das Geld komme ich auch auf eigener Achse mit ein, zwei zusätzlichen Übernachtungen ans Ziel. Beide Male sind wir nach der Ankunft gerade noch zum Zeltplatz gefahren und haben uns dann schlafen gelegt. Fazit: Der größte Gewinn besteht in der Einsparung von ein paar Fahrtagen. Ob das den Kostenaufwand rechtfertigt, ist fraglich - vor allem weil in Richtung Süden noch weite Anfahrten dazu kommen, wenn man nicht gerade im Westen der Republik wohnt.
Wer, wie ich schon 3x Hamburg-Narbonne mit dem Motorrad auf diese Weise gereist ist, fängt gleich wieder an zu träumen … Zu ergänzen bleibt mir noch, dass haben Biker nicht nur einen weichen Po, sondern auch einen harten Kopf haben - deshalb gilt die Helmpflicht auch noch, wenn man die ganze Wagenreihe im Untergeschoß von hinten nach vorne durchfährt und bei den Übergängen einen Hubbel mitmacht. Die Zweiradfahrer dürfen nämlich als erste rauf und ganz nach vorne. Die Bahn-Aufforderung, deutlich vor dem allgemeinen Ladeschluss einzutreffen, ist daher einzuhalten. In Hamburg-Altona sammeln sich die Biker dann kultig vor einer Ladenfront im Fußgängerbereich des Bahnhofs, bevor sie alle zusammen einrücken dürfen. Es folgt das Festzurren der Räder am Parkort. Den Hauptständer zu benutzen ist empfehlenswert. In Deutschland gilt bahnseits die Auffassung, der Kunde habe beim Fixiern auch aktiv zu werden, während in Frankreich das Gegenteil gilt. In der Praxis aber wird der Fahrer seine Maschine nochmal besteigen und den Helfer von DB Autozug das Zurren übernehmen lassen, damit die Gurte wirklich stramm werden. Alles, was nicht Koffer ist, kommt schließlich mit ins Abteil. Zahnbürste und Sechserpack sind also zuvor richtig zu sortieren.