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Von Jakob Strobel y Serra

Seit 10 Jahren UNESCO-Welterbe: Kölner Dom

Seit 10 Jahren UNESCO-Welterbe: Kölner Dom

31. Januar 2007 Das Welterbe vermehrt sich mit einer märchenhaften Geschwindigkeit. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Menschheit so klug wirtschaftet, sondern am Eifer der Unesco, die unablässig neue Pretiosen aus Kultur und Natur auf ihre Welterbeliste setzt. Derzeit sind 830 Einträge zu finden, 644 kulturelle, 162 natürliche, der Rest gemischte. Sie alle werden auf der offiziellen Unesco-Welterbeseite kurz beschrieben einschließlich der Dokumentation des Ernennungsverfahrens und der jährlichen Zustandsberichte. Dazu gibt es eine Erklärung von Sinn und Wesen der Welterbeliste, die neuesten Nachrichten zum Thema und eine Übersicht über Schutzprojekte, Publikationen und Veranstaltungen - alles in allem eine gut gemachte, aber etwas lieblose und bürokratische Seite.

Den zweiunddreißig deutschen Welterbestätten widmet sich eine eigene Homepage, der man schon deswegen keine Lieblosigkeit vorwerfen kann, weil man auf ihr von einer schönen, jungen Frau angelächelt wird. Dahinter verbergen sich eine knappe Präsentation der Stätten, acht Routenvorschläge und jeweils ein Pauschalarrangement der örtlichen Touristeninformation, das meist eine Übernachtung mit Frühstück und Führung beinhaltet.

Grzegorz Pietrzak aus Bydgoszcz

Die Altstadt von Quedlinburg im Harz ist seit 1994 Welterbe

Die Altstadt von Quedlinburg im Harz ist seit 1994 Welterbe

Fast so groß, wie die Unesco-Liste lang ist, scheint die Gemeinde der Welterbefans zu sein. Einer von ihnen hat zu allen Stätten eifrig Links gesammelt, ein anderer eine Bildergalerie zusammengestellt. Übertroffen wird das alles aber von der fabelhaften Seite eines holländischen Welterbe-Junkies, der bisher mehr als zweihundert Stätten selbst besucht hat.

Selbstredend gibt es hier die vollständige Liste, Links zu den Websites anderer Welterbe-Freunde („My name is Grzegorz Pietrzak and I'm from Bydgoszcz“), Foren zu allen Aspekten des Themas, Leserkommentare zu den einzelnen Stätten und zum guten Schluss erstaunliche Tabellen und Statistiken. Man lernt zum Beispiel, dass die größte Welterbedichte pro Staatsgebiet der Vatikan besitzt, und zwar exakt eine Stätte pro Quadratkilometer, während sich Russland mit einem jämmerlich bescheidenen Erbe begnügen muss, nämlich einem Stättchen pro 1.359.664 Quadratkilometer Fläche.

Text: F.A.Z., 25.01.2007, Nr. 21 / Seite R4
Bildmaterial: dpa, ZB

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