Utah Olympic Park

In Kurve vier hat der Spaß ein Ende

Von Freddy Langer

27. März 2008 52,56 Sekunden sind eine kurze Zeit - und es war keine Überraschung, dass wir damit auch nach dem achten Lauf noch auf Platz eins lagen. Besonders viel beigetragen hatten wir zu dem Erfolg allerdings nicht; genaugenommen gar nichts, wie uns später Pat Brown, einer der Bobpiloten auf der Olympiastrecke von Salt Lake City, erklären würde. „Einzig der Fahrer entscheidet über den Sieg, indem er bestimmt, wie er die Kurven nimmt, wie er hineinfährt, wie er herausfährt, gegensteuert, hochzieht, unten bleibt“, sagte er. Und dann fügte er völlig ungerührt hinzu, dass „die anderen im Bob“, damit meinte er uns, „nur Füllmaterial“ seien.

Dreizehnhundert Meter misst die Bobbahn von Park City, einem der Austragungsorte der Olympischen Winterspiele im Jahr 2002 im amerikanischen Bundesstaat Utah. Über den Umweg von fünfzehn Kurven stürzt sie mehr als hundertzwanzig Höhenmeter den Berg hinab. Wenn man von unten sieht, wie sie sich in den Steilhang schmiegt, wird man ihr eine gewisse, fast verführerische Eleganz nicht absprechen wollen. Und natürlich will man dann am liebsten auf der Stelle hinunterfahren. Zwei Wochen lang trägt zu Beginn jedes Winters vierundzwanzig Stunden am Tag ein ganzes Bataillon von Arbeitern Millimeter für Millimeter das Eis in dem Kanal auf, um es anschließend mit rasierklingenscharfen Werkzeugen wieder abzuschaben und zu polieren, erzählte man uns während eines Spaziergangs durch das Sportgelände. Muss da im Geiste nicht zwangsläufig die Vorstellung eines fast schwerelosen Gleitens durch die Kurven entstehen? Wir buchten gleich für den nächsten Tag eine Fahrt im Viererbob.

Utah Olympic Park

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Wie freier Fall in Zeitlupe

„Dies ist kein Spaß. Dies ist aggressiv. Es wird rumpeln. Und obwohl es auf der Bahn noch nie eine ernste Verletzung gegeben hat, steigt am Ziel doch kaum jemand ohne blaue Flecken aus dem Bob“, warnte uns Jon in seiner kurzen, obligatorischen Einführung, während wir uns in Gedanken längst in den Bob gezwängt hatten. Natürlich würde es ein Spaß werden, dachten wir. Die Beine am Vordermann vorbeigeschoben, die Knie angezogen, die Füße nach außen gedreht, die Hände in die Seitengriffe verkeilt, die Ellenbogen zur Stabilisierung an die Wände gepresst - so würden wir uns in die schmale Rakete drücken, den „Comet“, wie der kanariengelblackierte Bob heißt, und bei fünf g, dem fünffachen Druck der Erdbeschleunigung, die Freiheit erleben, die sonst nur den Piloten von Starfightern zuteil wird und für die es keine Worte gibt, sondern nur eine lautmalerische Buchstabenkombination mit einem langgezogenen „sch“ und einem in die Höhe getragenen „u“.

52,56 Sekunden sind eine lange Zeit. Zwei Männer gaben unserem Bob einen Schubs. Dann ging es los, fast gemächlich. Wie eine Daunenfeder im Windhauch glitt der Bob um die erste Kurve. Na also. Im schmalen Sehschlitz des Helms tauchte die zweite Kurve auf. Der Bob neigte sich zur anderen Seite, stieg ein wenig die Wand empor, die Kufen kratzten im Eis, das Metall ächzte kurz. Es war traumhaft, wie freier Fall in Zeitlupe. Jetzt die nächste Kurve, ein sachtes Wiegen des Fahrzeugs zur anderen Seite, als schunkelten wir, als wiegten die Tänzerinnen am Strand einer exotischen Insel die Hüften. Dann rumpelte es zum ersten Mal.

Es machte keinen Spaß mehr

Wir waren vor Kurve vier. Ein schnelles Stück. Mit hundert Stundenkilometern geht es hinein, mit hundertfünfunddreißig hinaus, hatte Jon gesagt. Der Kopf flog auf die Brust, das Kinn bohrte sich in den Oberkörper, die Ellbogen stabilisierten gar nichts mehr, und die Backen flatterten vermutlich im Helm, so, wie man es aus den Großaufnahmen von Gesichtern in Dokumentarfilmen über Astronautentrainings kennt. Wumm! Der ganze Körper krachte zur Seite. Wumm! Nun zur anderen. Der Kopf flog in die Höhe. Einen Moment lang wenigstens. Zack. Schon rammte das Kinn wieder in den Körper, als wollte es mit aller Gewalt das Brustbein zerschmettern. Zack, schlug der Kopf zurück, und es war ein Wunder, dass die Nackenwirbel nicht durch den Hals kullerten. Knacks. Es machte keinen Spaß mehr.

Immer lauter kratzten jetzt die Kufen, immer spürbarer verzog sich das Blech. Es war, als schlügen Hämmer auf das Fahrzeug ein. Und vielleicht war ja das der Grund für die Funken, die stoben - oder war es nur ein Lichtgewitter aus den weißen Streifen des Eiskanals und den hellblauen Streifen des Himmels, die um uns herum aufflammten, mal oben, mal unten, mal links und mal rechts. Nun schien sich der Bob regelrecht durch die Bahn zu schrauben.

So lange dauert eine Ewigkeit

Wir würden nichts sehen unterwegs, hatte Jon gesagt. Das Licht hatte er verschwiegen, ein Schimmer am Ende des Tunnels. Sonst war wirklich nichts zu erkennen, und ein wenig war ich überrascht, dass nicht Szenen meines Lebens vorüberhuschten. Kurve acht? Kurve neun? Zählen war unmöglich geworden. Kopf, Schultern, Ellbogen, Knie, Füße - nichts schien mehr dort, wo es hingehört. Und das Scheppern und Schütteln und Ruckeln und Rumpeln und Hämmern nahm noch immer zu. So muss sich ein Hemd in einer Waschmaschine fühlen.

Nach Kurve zwölf kommt ein Dach, hatte Jon gesagt, dann denken die meisten, es sei vorüber. Das dachte ich auch - aber nicht von der Bahn. Und das Dach hatten wir noch gar nicht erreicht. Ist ein Bob nicht viel mehr Sarg als Fahrzeug? Es soll Menschen geben, die sich in ein Fass nageln lassen und die Niagarafälle hinabstürzen. Ebenso gut könnten sie Bob fahren.

Noch nie, hatte Jon gesagt, hätte sich jemand im Bob übergeben; aber Fälle von Gedächtnisverlust seien aufgetreten. Darauf hoffte ich jetzt. Wenn diese Fahrt nur zu Ende wäre. Nie würde ich noch einmal sagen, dass es mein größter Wunsch sei, mit einer russischen Mig mitzufliegen, ging es mir plötzlich durch den Kopf. Hätte ich noch Luft bekommen, ich hätte aufgeatmet in diesem Moment, weil die Fahrt ganz unerwartet einen Sinn bekommen hatte. Nach wie vor stürzte die Rakete ins Bodenlose. Es war ein nicht enden wollender Albtraum. Als der Pilot die Bremse zog, blieb die Anzeige neben dem Ziel auf 52,56 stehen: So lang also dauert eine Ewigkeit.

Höher, weiter, schneller

Es wäre praktisch, wenn man der Bobbahn des Utah Olympic Park ein Gleichnis für den Wintersportort Park City entreißen könnte. Aber die Zeiten, da in Park City alles durchgeschüttelt und in die Tiefe gerissen wurde, liegen zu lange zurück, viel länger als die Veranstaltung der Olympischen Spiele, auch wenn sich in deren Austragung die Renaissance der einstigen Minenstadt zu Füßen der Wasatch Mountains aufs Vortrefflichste spiegelt. Denn solche Schlagworte wie höher, weiter, schneller kann man hier auch ohne allzu große Übertreibung bemühen, um den wirtschaftlichen Aufschwung in den vergangenen zwanzig Jahren zu umschreiben. Das ist die Zeit, seit man Myles Rademan ins Rathaus geholt hat.

Auf Rademans Visitenkarte steht „Director Leadership“, an den Wänden seines Büros hängen Abschlüsse von fünf Universitäten sowie etliche Zeitungsartikel und Magazintitelseiten, die ihm gewidmet sind und auf denen Überschriften prangen wie „A Prophet of Boom“. Auf einem Foto steht er neben Barack Obama, auf einem anderen trägt er das Olympische Feuer in den Ort. „Ich dachte, es würde ein wenig kitschig“, sagt er verlegen und kämmt mit den Händen die wirre Mähne nach hinten, „aber dann war es doch ein sehr emotionaler Moment.“ Für ihn muss es damals so gewesen sein, als sei seine Mission erfüllt.

Eingestellt hatte man ihn, um Park City groß herauszubringen. Dass es gelang, sagt er bescheiden, habe weniger mit ihm zu tun als mit dem globalen Aufschwung. „Überall in Amerika ging es damals bergauf.“ Aber nicht überall, macht man ihm gern ein Kompliment, lag man zuvor so tief am Boden.

Die Boomtown

Die Geschichte von Park City reicht zurück ins Jahr 1868. Damals hatte die Regierung einen Trupp Soldaten in die Gegend geschickt, um ein Auge auf die Mormonen zu werfen. Stattdessen schauten die Soldaten zu Boden - und fanden Silber. Nach dem Mining Act von 1872 wurde schon wenig später das Land entlang der Wasatch Mountains in großem Stil verschenkt; im Zentrum entstand Park City, 1890 zählte der Ort bereits zehntausend Einwohner. Von Reichtum und Lebendigkeit der Boomtown künden bis heute die wunderbaren Fassaden entlang der historischen Hauptstraße.

Silber im Wert von fast einer halben Milliarde Dollar hat man aus den Flanken des Bergzugs gewonnen. Erst 1963, als der Silberpreis sank und die Gewinnung zu teuer wurde, stellte man die Arbeit ein - vorübergehend, wie man damals meinte. Doch die Menschen zogen fort. Kaum tausend Einwohner blieben zurück, und das Geschäft mit dem Wintersport, den die Minengesellschaften auf ihrem Gelände propagierten und für den sie sogar einen fünf Kilometer langen Tunnel und anschließend einen der Fördertürme benutzten, um Skifahrer in die Berge zu bringen, sprang bestenfalls zögerlich an. Noch in den achtziger Jahren, als am Ortsende von Park City das riesige Ski Resort „Deer Valley“ eröffnet wurde, meinten viele, man hätte das Geld ebenso gut verbrennen können.

Schlösser einer modernen Zeit

Heute sind die Wasatch Mountains von den Liftanlagen, Hotels und Restaurants dreier großer konkurrierender Unternehmen überzogen und bestens erschlossen für Chalet-Dörfer, deren herrschaftliche Villen immer weiter hinauf in die Berge gebaut werden, als lebe man hier in einer Art immobilienkrisefreien Zone. Achtzehneinhalb Millionen Dollar kann ein solches Haus kosten, in das der Käufer nichts mitzubringen braucht als seine eigene Kleidung und das Personal. Eingerichtet sind sie bis hin zur Bettwäsche und der privaten Bibliothek. Im Keller etwa des „Skier's Dreamhouse“ sind sogar Kino und Golf-Trainingsanlage untergebracht, und an den Wänden hängt Kunst, die nicht einmal geschmacklos ist. Sechs Schafzimmer hat dieses Haus, jedes mit eigenem Bad und jedes mit offenem Kamin, davon manche so zwischen die beiden Räume gesetzt, dass man ebenso vom Bett wie von der Wanne aus ins Feuer schauen kann. In der Garage ist eine Autowaschanlage eingerichtet.

Diese Häuser sind Schlösser einer modernen Zeit - für Schlossherren auf Zeit. Denn mehr als zwei, drei Wochen im Winter sind nur die wenigsten dieser Häuser bewohnt. Den Sommer verbringen die Besitzer in ihren Villen in Palm Beach, das Jahr über wohnen sie in den Penthäusern entlang der Park Avenue in New York. Wer diese Leute sind? „Sie würden sie nicht kennen“, erhält man zur Antwort. Bestenfalls liest man ihre Namen hin und wieder im „Wall Street Journal“. Die Prominenz der Klatschspalten fährt anderswo Ski.

Ein großes soziales Experiment

Myles Rademan liebt die Besitzer dieser Zweit-, Dritt- und Vierthäuser, wie er sie nennt. Aus ihren Grundstücks- und Eigenheimsteuern finanziert sich die Stadt. Und mit diesen Einnahmen finanziert er seine Programme, um Park City und den mittlerweile wieder achteinhalbtausend Einwohnern eine Identität zu geben, ein Gefühl von Heimat. Denn dies unterscheidet Park City von anderen Orten dieser Größe: Alle Einwohner sind zugezogen. Niemand sagt hier auf der Straße: „Ich kannte deinen Großvater“ oder auch nur „Weißt du noch, damals ...?“ Aber immer mehr Menschen grüßen sich mit Namen.

Es ist wie ein großes soziales Experiment, hinter dem vielleicht der gleiche Pioniergeist steht, mit dem Amerika einst besiedelt wurde. Schon macht man Scherze und sagt, die durch Rademans Engagement gegründeten sozialen Vereine, Netzwerke und Komitees, etwa für den Rückkauf von Land, um es vor Bebauung zu schützen, oder die Umsetzung naturverträglicher Techniken, führe über kurz oder lang zur Gründung der „People's Republic of Park City“. Das Kyoto-Protokoll hat die Stadt schon unterzeichnet. Aber Rademan bleibt auf dem Teppich. Nicht die Politik, sondern die Wirtschaft bestimmt in Park City, was geschieht. „Das Fundament unseres Landes“, sagt er, „war von Beginn an das Misstrauen in jede Regierung.“ Mit seinem Programm der Diversifizierung jedoch beginnt er die lokalen Unternehmen für sich zu gewinnen. Dem erfolgreichen Wintertourismus setzt er Ideen für Sommerurlaube zur Seite. Wandern, Bergsteigen, Mountainbikefahren - Open-Air-Konzerte mit Picknick als sommerliches Gegenstück zum Sundance Film Festival im Winter veranstalten die Resorts schon seit einiger Zeit in ihren Anlagen.

Snowboarder möchte man hier nicht

Und wieso ist der Winter so großartig? Weil die Skigebiete großartig sind. Die drei Resorts „Deer Valley“, „Park City Mountain“ und „The Canyons“ haben sich den Bergzug geteilt. Seite an Seite decken sie einen weiten Teil der Ostflanke der Wasatch Mountains mit ihrem zunächst kaum überschaubaren Netz von Liftanlagen und Pisten ab, bis hinauf auf knapp dreitausend Meter. Nur orange Seile auf den Höhenrücken trennen die Resorts voneinander; wer sie überschreitet, riskiert Strafen und das Verbot, in den Wasatch Mountains Ski zu fahren. An einem Verbund der Resorts ist keinem gelegen; im Gegenteil. Man buhlt um eigene Gäste. Denn hinter den drei Resorts verbergen sich unterschiedliche Konzepte. So groß, dass man auch nach einem langen Tag nicht alle Pisten abgefahren ist, sind alle drei.

Wir begannen mit „Deer Valley“, was gut war, weil es dort am ruhigsten zugeht und keines der Resorts übersichtlicher ist und leichter zu verstehen, aber schlecht, weil man nirgendwo ähnlich verwöhnt wird. Uniformierte Herren tragen einem die Ski vom Auto zum Lift. Uniformierte Damen weisen einem kurz unter den Gipfeln den Weg wahlweise zu den schwarzen Pisten oder den überall auch in Serpentinen sanft durch den Wald führenden Wegen ins Tal. An jedem Lift stehen Boxen mit Papiertaschentüchern, aber kaum jemals andere Skifahrer, weil nach dem sechseinhalbtausendsten Gast das Gelände für weitere Wintersportler geschlossen wird. Jeder, so wird das begründet, soll zu jeder Zeit einen Platz in einem der Restaurants finden können - wo er wählen kann zwischen Meerestier-Buffet und vielerlei Zubereitungen von Wild, Rind und Lamm. Die Weinkarte ist kaum dünner als das Telefonbuch von Park City. Nein, Snowboarder möchte man hier nicht.

So wild, dass man die Spuren von Elchen sieht

Das ist im „Park City Mountain Resort“ anders; dort ist es trubeliger, lauter, wilder, und im hoffnungslos überfüllten Selbstbedienungsrestaurant verlangt die „Chilli Cheese Fries“ genannte Spachtelmasse ein gewisses Maß an Überwindung. Aber dafür führt hier manche ausgewiesene Piste über acht Meter hohe Klippen, und es gibt Lifte, die in Regionen fahren, vor denen so deutlich gewarnt wird, dass man sich wundert, weshalb nicht gleich ein Totenkopf an die Liftstation gemalt wurde - was keineswegs heißt, dass sich hier nicht auch jeder Anfänger gut aufgehoben fühlt. Und wen der Wirrwarr der Pisten irritiert, der schließt sich kurzerhand den mehrmals am Tag kostenlos geführten Touren durch die sieben Abschnitte des Skigebiets an.

„The Canyons“ sucht den Kompromiss. Es ist so groß, dass man auf manchen Pisten denkt, hier würde man wohl auch nach Tagen nicht gefunden, falls man mit gebrochenem Fuß im Schnee ausharren müsste. Es ist so wild, dass man im Laufe eines Tages mehr als einmal die Spuren von Elchen sieht - und etliche dieser Tiere halten angeblich immer wieder den Skibetrieb auf. Die Möblierung der Restaurants ist rustikal, die Küche jedoch reckt sich nach Auszeichnungen und findet etwa im Cross-over von japanischen Delikatessen und amerikanischen Rezepten zu einem überraschend frechen Angebot. Vielleicht ist das Essen so wichtig, weil das Après-Ski kaum eine Rolle spielt. Auf Tischen jedenfalls wird in keinem der drei Resorts getanzt - in Skistiefeln nicht und auch nicht barfuß.

Der Servicegedanke erreicht den letzten Zipfel der Wildnis

Getanzt wird auf der Piste, im Schnee, auf Skiern im weichen Pulver, das so trocken ist, dass man kaum einen Schneeball zusammenbekommt, zwischen Bäumen hindurch, die hier bis fast zu den Gipfeln wachsen, einer Landschaft entgegen, die sich von überall bis in die Unendlichkeit ausdehnt. Das ist das Paradox dieser Anlagen: Kaum irgendwo ist man beim Skifahren ferner von den Massen - und zugleich gibt es kaum irgendwo perfekter präparierte Pisten als hier, wo der Servicegedanke den letzten Zipfel der Wildnis erreicht zu haben scheint.

Einmal aber wollten wir noch ganz weit fort, mitten hinein in diese verschneite Endlosigkeit, die sich vor dem Auge ausbreitet. Wir mieteten Schneemobile, kleine Raketen auf Kufen. Je schneller man fährt, desto weniger störend ist das Geknatter und desto weniger wird man eingehüllt vom Gestank des Zweitaktergemischs. Dass wir „Wild Life“ sehen würden, wie James, unser Führer, in Aussicht stellte, war dennoch der blanke Hohn. Denn in Wirklichkeit ging es uns ja gar nicht um ein romantisches Gefühl von Wildnis, sondern um den Temporausch, darum, in engen Kurven durch die Landschaft zu pflügen und den vielgepriesenen Pulverschnee aufspritzen zu lassen. Es musste doch möglich sein, Hochgeschwindigkeit auch erhobenen Hauptes und ohne blaue Flecken zu erleben.

Salt Lake City wird täglich von hundertfünfzig Flughäfen aus angeflogen. Die Fahrt mit dem Mietwagen nach Park City dauert etwa vierzig Minuten. Es gibt auch öffentliche Busse. In Park City werden die Ski Resorts von jeweils eigenen Bussen bedient, so dass man dort gut ohne eigenen Wagen auskommt.

Skifahren in Park City: Information über die drei Resorts findet man unter: www.parkcityinfo.com; generelle Information unter: www.skiutah.com. Ein Skipass kostet pro Tag etwa 75 Dollar. Miete für Ski und Stiefel kosten ab 25 Dollar.

Bobfahren in Park City kostet 200 Dollar für eine Fahrt. Reservierung nötig. Information unter: www.olyparks.com/uop/rides.asp

Schneemobil fahren in Park City bietet „Summit Meadow Adventures“ an, eine Fahrt kostet ab 79 Dollar. Information unter: www.deervalley.com/activities_skiing/snowmobiling.html

Pauschalarrangement: Linienflug mit United Airlines von Deutschland nach Salt Lake City und zurück, Transfer nach Park City, sieben Übernachtungen, Skipass für sechs Tage und Reiseleitung ab 1199 Euro bei Faszination Ski, Wintergasse 14, 69469 Weinheim, Tel. 06201/ 592976, E-Mail: info@faszinationski. de, Internet: www.faszinationski.de

Information über Utah: Utah Office of Tourism, Neumarkt 33, 50667 Köln, Tel. 0221 / 2336406, E-Mail: utah@getitacross.de, Internet: www.visitutah.eu



Text: F.A.Z., 27.03.2008, Nr. 72 / Seite R1
Bildmaterial: AP, obs, picture-alliance / dpa/dpaweb, picture-alliance / dpa/epa, picture-alliance/ dpa

 
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