
ich war vor 4 jahren auf jamaica.
dort findet man ähnliche urlaubsflirts, wie in ihrem artikel beschrieben.
das highlight berichtete die reiseleiterin: eine deutsche touristin heiratete am 5. urlaubstag einen einheimischen.
yah man - no problem, sagen die jamaicaner.
wenn´s schoen macht, sagt mein nachbar.

Dieser Artikel ist einer von sehr wenigen, die das Thema Sex-Tourismus unverlogen und zutreffend beschreiben. Die Wirklichkeit ist fast perfekt wiedergegeben.Es bliebe zu wünschen, dass auch der allgemeine,männliche Sex-Tourismus an den gleichen rationalen Standards gemessen wird.
Sex-Tourismus,sofern beidseitig auf Freiwilligkeit basierend (also sind minderjährige,erpressbare und direkt bedrohte Prostituierte ausgenommen),ist ein normales Tauschgeschäft, dessen Zustandekommen beide Seiten besser stellt.Mit Ausbeutung und Skrupellosigkeit hat das auf Seiten der Kundin ebenso wenig zu tun wie auf Seiten des Anbieters.
Es ist aber nicht ganz zutreffend, dass die grundlegende Motivation der Kundinnen im "Zu-Kurz-Kommen" auf dem "deutschen Markt" gesucht wird.Die wahre (und völlig legitime) Motivation besteht in Wahrheit im "Spaß-Haben-Wollen" und der Befriedigung ganz menschlicher Bedürfnisse.Mit dem Abschneiden auf dem Heimat-Markt hat das wenig zu tun.Tatsache ist aber,dass ein Urlaub nach diesem Schema für eine verheiratete Mit-Vierzigerin meist zu riskant ist.
Dessen unbeschadet gibt es natürlich (zahlreiche) Fälle,in denen ungeplant Verliebtheit aufflackert und der Anbieter das maximal zu seinen Gunsten auszunutzen sucht.

Ach, was waren das noch für Zeiten, wo in literarischen Zirkeln und philosophischen Salons über Gott und die Welt gestritten wurde, Eitelkeiten gepflegt und so manche Zusammenkunft auf leidenschaftliche Weise einen Höhepunkt erfuhr, wo in wechselvoller Spannung Nähe gelebt wurde, gestaltet, genossen, wo in nicht minder stilvollem Rahmen Kurschatten anspruchsvoll zu Träumerein verleiteten, allen Gebrechen zum Trotz? Was treibt nun den beschleunigten Weltenbürger in seiner jämmerlichen Gefühls- oder Daseinslage in den Reiz des Ungewönlichen in dieser grotesk lustvollen Ausprägung? Ist es der Triumph über welkes Fleisch, das eigene zumal oder doch eine herrenmenschliche Lust an der Unterwerfung, Ausbeutung? Ist es der Liebreiz des jungen Wilden oder doch gelebter Rassismus einer Rasse, die sich zu der intelligenteren zählt? Oder ist es einfach nur die postpubertäre Sehnsucht nach Geborgenheit jenseits der Launen einer Natur, dessen Tragik darin besteht, dem allmählichen Verfall ausgesetzt zu sein? Liebessehnsucht kann krank machen, in diesen global erregten Zeiten auch sehr einsam.

es ist schon in jedem Wort wahr, was die Verfasserin des Artikels schreibt. Das "bumstern" ist ein Geschäftszweig in Gambia, der von der einheimischen Bevölkerung hingenommen wird. Wir mögen darüber unsere Nase rümpfen, sitzen wir doch im Wohlstand und brauchen uns in der Regel über den Unterhalt unserer Familie keine Sorgen zu machen. Habe Gambia selbst mehrfach bereist und kenne auch hier in Deutschland ehemalige Bumster, die das "große Los" gezogen haben und hier verheiratet sind. Angesichts der Tatsache, dass täglich hunderte von Afrikanern versuchen auf halsbrecherische Weise in morschen Booten nach Europa zu gelangen, ist dies doch eine wesentlich angenehmere Weise. Wer will es ihnen verübeln? Wer in Gambia ein großes geräumige Haus hat, hat entweder Verwandschaft in Europa oder wohnt selber dort. Jeder hat nun einmal den Traum, es zu etwas zu bringen. Wer weiß, wozu wir bereit und in der Lage wären unter wirtschaftlichen Bedingungen, die man auch "von der Hand in den Mund" nennen könnte. Auch in Deutschland nach dem Krieg haben sich Menschen den Allierten für die eine oder andere Dienstleistung angedient, um ihre Familie durchzubringen.

Das hier beschriebene Phänomen ist weder neu noch typisch für Gambia. Bereits 1994 gab es das in Gambia und wahrscheinlich noch viel länger. Der einzige Unterschied ist, dass die Bumster damals noch Hustler hießen.
So ziemlich in jedem Teil der Welt gibt es das. In Thailand oder auf den Philippinen heißt es Sextourismus oder man sucht sich die Braut aus dem Katalog aus. An der türkischen Küste sind die Strandläufer bei alleinreisenden Damen auch gern gesehen. Und dann sitzen unsere Botschaften zusammen mit den dazugehörigen Ausländerbehörden vor einem dicken Problem: Liebe oder Scheinehe?
Einer der ältesten dokumentierten Fälle ist vielleicht Fletcher Christian. Nur hat es damals mit der Heimreise nicht so gut geklappt...

Leider setzt die BILD-mäßige Überschrift einen unrichtigen Schwerpunkt für den Artikel.
> "Meist sind sie eine Plage, da sie sich ungefragt und mit großer Penetranz als Reiseführer, Besorger von Einkäufen oder Unterhändler an Souvenirständen anbiedern."
> "Wie sehr der Appell ans Gewissen inzwischen der bloßen Bettelei gewichen ist, erfährt man in Gambia allerorten. (etc., Beispiele)"
Meine Lieben, das nennt man Kapitalismus! Und der ist in Afrika in seiner allerreinsten Form ausgeprägt! Ich empfehle das Buch "The travels of a T-Shirt in the Global Economy" jedem, der glaubt, daß - mit Verlaub - die armen Neger von den bösen Weißen mit Glasperlen an der Nase herumgeführt werden, und deswegen Entwicklungshilfe brauchen. Aufgrund der harten, scharfen und weder von Vorschriften noch Sozialsystemen gebremsten Konkurrenz wächst dort eine brilliante, fleißige und gnadenlose Unternehmergeneration heran.
Wie hilft man also Afrika? Grenzen auf für den Welthandel, Globalisierung statt Geschenke! Wir werden uns warm anziehen müssen, aber das kann den fett, müde und weinerlich gewordenen Deutschen nun wahrlich nicht schaden. Also: ein Hoch auf Afrika, und ein "Buh!" der moppernden Verfasserin.

Das Lied "Jambo" (aus der CD "Watumba") der Gruppe "Erste Allgemeine Verunsicherung" sagt alles zum Thema. Link zum Text:
http://www.verunsicherung.de/diskografie/watumba.html
Es lohnt sich, ihn zu lesen, oder besser gleich das Lied zu hören.

Fernreisen und Sextourismus - das exotische Szenarium, die sichere Ferne zur Heimat und die Armut der sich verkaufenden Einheimischen bilden einen schlüssigen soziologischen Hintergrund für das Geschehen.
Nun verzeichenen aufmerksame Beobachter in der Algarve bereits seit Jahren die Herausbildung einer neuen sozialen Schicht - der sogenannten Gigolos. Die Verhaltensmuster sind ähnlich den im Artikel beschriebenen, nur dass dies in Europa passiert, in einem Land, das seit vielen Jahren zur Europäischen Union gehört, zwei bis drei Flugstunden von Deutschland entfernt.
Die rein soziologische, auf Armut und Reisebeschränkungen sich konzentrierende Analyse wirkt unter diesem Aspekt etwas zu stark vereinfacht. Vielleicht ist das Sich-Verkaufen in besagten Fällen ein einträglicheres Geschäft, als viele von uns wahrhaben wollen?
Gigolos und weibliche Touristen, dieses Verhältnis ist nicht neu. Warum nicht das Kind beim Namen nennen: Prostitution.

so darf man diesen Sextourismus, der übrigens auch in anderen Teilen der Welt gang und gäbe ist wohl nennen. Scheint, als wären Frauen auch nur Menschen und nicht bessere Menschen.