@ Herr Janssen
Ich glaube nicht, dass Europa in den USA ein Vorbild abgeben könnte und Deutschland schon gar nicht. Und gerade wie unser Land von einem Extrem ins andere gefallen ist und ein Teil des Nachwuchses möglicherweise wieder droht, gegen die von der Elterngeneration befohlene Verächtlichmachung des Nationalstolzes mit dessen ungesunder Übertreibung zu reagieren (die meisten NPD-Stimmen stammen von Jungwählern!), erntet man eher Misstrauen als Ansehen.
Man betrachte auch einmal jene Gruppen, in denen der Hass gegen die USA am Stärksten ausgeprägt ist: Da finden sich links- und rechtsextreme Utopisten, islamistische Terroristen und deren Anhänger sowie Leute, deren säkular-humanistischer Dogmatismus und dessen praktische Folgen von vielen Menschen hier, vor allem aber in den USA einfach als abschreckend empfunden werden. Dass in den USA nur wenige den Drang verspüren, es solchen Leuten recht machen zu wollen - was zum Teil auch faktisch unmöglich ist -, sollte einleuchten. Die USA verstehen es, Demokratie und Wohlstand mit gesundem Patriotismus und Wertebewusstsein zu vereinigen. Wie Europa, dem Letztere verloren gegangen sind, auf einen 11.September reagieren würde, möchte ich mir gar nicht erst ausmalen...
Es ist erstaunlich, daß über diesen Artikel immer noch disktuiert wird.
Mir ist aufgefallen, daß ich zu den Meinungen, die ich lese, fast immer ein Gegenbeispiel nennen kann, egal ob nun die Meinungen pro oder contra USA sind. Ich fürchte, daß erstens die USA ein sehr vielfältiges Land sind und zweitens daß Europa den USA allzu ähnlich ist. Europa und die USA sind ungleiche Geschwister, die sich gerne zanken und unglücklich darüber sind, daß der Rest der Welt weiß, daß sie aus einem Elternhaus stammen...
Und noch etwas: es ist wirklich bedenklich, wenn gesagt wird, daß ein Volk für seine Regierung verantwortlich ist. Das ist selbst für Demokratien gefährlicher Humbug. Auch hier könnte man wieder die europäische Geschichte mit ihren Ungestalten Revue passieren lassen.
Und noch etwas noch einmal: Deutsche, Franzosen, Engländer etc. haben alle ihren national begrenzten kulturellen Horizont, den sie aber als international empfinden. Wieviel der deutsche Tankstellenwart einem englischen Universitätsprofessor erzählen könnte, sei dahingestellt. Die europäische Muffeligkeit immerhin schützt alle davor, daß sie ihre (natürliche und unvermeidbare) Unkenntnis in allen möglichen Bereichen nicht ständig preisgeben müssen.
Was mich beim Lesen der Pro-USA-Leserbeiträge massiv stört, ist die Unterstellung, jeder kritische Beitrag entspringe einer Unkenntnis von Land und Leuten. Wenn man die entsprechenden Beiträge aber mal genauer liest, wird man schnell feststellen, dass die meisten über wesentlich mehr Erfahrung als nur einen zweiwöchigen Urlaub verfügen. Darüber hinaus möge man akzeptieren, dass das unbestritten miserable Image der USA Gründe haben muss. Fakt ist leider auch, dass die USA und die meisten ihrer Bewohner nicht sehr viel dafür tun, daran etwas zu ändern.
Sicher! Wir Deutschen und Europäer sind auch nicht frei von Fehlern. Aber werden wir deshalb regelrecht gehasst? Immerhin haben wir Deutschen es geschafft, uns nach Ende des 2. Weltkriegs mit Hilfe umsichtiger Außenpolitik und einem etwas bescheideneren Auftreten, das fast schon in eine Art Ächtung des Nationalstolzes mündete, eine nicht zu unterschätzende Position in der Welt zu schaffen. Auf diese Weise konnten wir sogar das schwierige Verhältnis zu Frankreich derart verbessern, dass man heute von Freundschaft spricht.
Die (im unfreundlichsten Sinne des Wortes gemeinte) "Abfertigung" Einreisender durch Beamte der Immigration Control war schon vor 9/11 und vor Inkrafttreten des Homeland Security Act zum Kotzen.
Ich selber habe mehrfach nachhaltig in Erinnerung bleibende schlechte Eindrücke sammeln können, ähnlich wie andere Kommentatoren dieses Artikels auch berichten.
Seit ich mich aber auch noch bei der Einreise wie ein Schwerverbrecher behandeln lassen soll (Abnahme der Fingerabdrücke und Fahndungsfoto), besuche ich diese Land nicht mehr.
Tut mir leid, aber hier ist meine Schmerzgrenze überschritten. Ganz egal, wie viel "Freundlichkeit" sich dann noch hinter der Grenze verbergen mag, mir reicht's !
Mißverstandene Weltmacht ? Image-Problem ?
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus ...
Sowohl der Autor alsauch Mr Reinhardt machen genau den Fehler, auf den die gesamte Verstimmung in der Welt über Amerika letzlich zurüchzuführen ist: Sie bleiben im amerikanischen Wertesystem gefangen.
Schon allein der Grundtenor: "Wie kann man die Amerikaner nur fürchten und hassen, wo sie doch an der Supermarkt-Kasse so freundlich sind?" zeigt die Naivität, mit der amerikanische Vorstellungen von "Freundlichkeit" hier der Welt als universeller Maßstab angedichtet werden. Da liegt der Irrtum, und deshalb wird eine Gastfreundschaftsoffensive mit "Disney in der Warteschlange" auch sicherlich nicht die Rehabilitation bringen.
Zugegeben, jeder halbwegs erfahrene Gast der USA wird für sowas dankbar sein, wie auch in der Mehrheit über den uneuropäisch freundlichen Umgangston. Aber auch der Aufgeklärteste kommt nicht drumherum, dass diese amerikanischen Tugenden eben auch von einem ziemlich durchgehenden Mangel an Interesse, Verständnis und Respekt für Alles begleitet sind, was nicht ins eigene Wertesystem passt.
"Der Europäer" sitzt in Sachen kulturelle Engstirnigkeit kaum weniger im Glashaus, aber er hat den USA voraus, dass seine Zeit des aggressiven Expansionismus bereits vorüber ist. Mal sehen, wer schneller lernt...
Dieser Artikel war sehr interessant, und so auch die Kommentare der Leser. Es ist interessant festzustellen, dass die zwei haeufigssten Worter "Amerikaner" und "oberflaechlich" sind. Ich lebe seit 15 Jahren in den USA und bin vor kurzem US Buerger geworden. Bis heute wissen weder meine Freunde oder Kollegen oder ich was ein Amerikaner eigentlich ist - es ist wohl ein Sammelsurium an motivierten Leuten, die was aus sich machen wollen, und die grosse Ziele im Leben haben (Heirat, Familie, etc. Werte eben, die es in Deutschland kaum noch gibt). Alle Leute dich ich hier kennen gelernt haben verabscheuen nichts mehr als ein soziales Netz wie in Deutschland, was einen voellig verblodet und die letzte Kreativitaet nimmt. Zum Thema "oberflaechlich": Unterhaltungen zwischen Amerikanern und Deutschen sind nun mal sehr kurz, da die meisten Deutschen kein Englisch sprechen koennen - der Deutsche glaubt nur, dass er Englisch spricht. So zum Beispiel die Floskel "how do you do" - das bedeutet "Schoen sie kennen zu lernen", und sollte nicht mit "Fine" beantwortet werden, wie es fast jeder Deutsche immer tut.
denn ich lebte und arbeitete dort für fast 10 Jahre in Californien, Nevada und den gesammten Südosten der USA.
Es gibt dort einige besondere Verhaltensregeln die bei Nichtbeachtung zu einer heftigen Reaktion führen kann. Wovon ich rede, ist das allseits bekannte Oberlehrersyndrome, welches bei Touristen mit "Ich habe dafür bezahlt!" begleitet wird. Dieses Verhalten konnte ich selbst in den entlegendsten Winkeln der Erde, in denen Touristen sich tummeln, beobachten können. Nur resultiert das in den USA in der Regel in einer prompten Reaktion. JEDER, egal ob er seinen Lebensunterhalt mit sammeln von Aluminiumdosen mit Einkaufswagen oder dem Vermehren seines Milliardenvermögen verdient, erwartet einen gewissen Respekt, den er in der Regel auch bekommt. Wenn ein Amerikaner schweigt, heisst das normalerweise, dass man ihn brüskiert hat oder er nicht einverstanden ist und dort bekommt jeder eine Chance und einen Vertrauensvorschuss. Nur wenige machen den Staat oder andere dafür verantwortlich, wenn es ihm einmal schlecht geht, er verschwendet keine Zeit zu jammern und krempelt die Arme hoch, denn er ist ein unverbesserlicher Optimist. Tugenden, die uns Deutschen anscheinend abhanden gekommen sind.
Viele Worte, doch eigentlich nur eine Auflistung alter Kischees. Der freundliche Tankwart? Meine Güte, den gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr! Es gibt nur noch "self service".
In meinen 52 Jahren hier, [d. h. in mehreren Staaten], hat niemand aus meinem Bekanntenkreis das Thema religion aufgegriffen. So etwa 2 oder 3 mal kam ein "Jehavas wWtness" oder mormonenmissionar an die Tür um mich zu bekehren.
Die Belehrungen dieses Artikels und die allgemein oft propagierten "Amerikaerfahrungen" erinnern mich an die "Besserwessies". Auch deuten sie auf die Existenz
einer deutschen Komponente von arrogantenten, grossmäuligen Menschen.
Mehr fällt einem zu den meisten Kommentaren leider nicht ein.
Wem Land und Leute nicht gefallen,der soll halt wegbleiben.
So einfach ist das !
Und das ist gut so!
Ach Gott, der Durchschnitts-Ami im Ausland, er ist halt ein wenig unbeholfen. Der will nur spielen. Wenn es denn so wär. Tatsache ist doch, daß ständig irgendwelche Amerikaner in irgendwelche Länder einmarschieren, um den Leuten dort die Hochachtung vor dem US-christlichen Abendland beizubringen.
Haben wir Deutschen denn schon vergessen, daß auch unser Land über Jahrzehnte eine beständige amerikanische Besatzung ertragen und bezahlen mußte? Zum Schutz vor den Russen? Genau das hat man dort genau umgekehrt gesehen.
Und daß die Amis in ihrem Land freundlich sind zu Fremden? Warum auch nicht, die werden ja alsbald auch wieder verschwinden. Wer bleiben will, der hats schon schwerer. Was ist mit Mexikanern, Schwarzen, Asiaten?
Der hier veröffentlichte Artikel hat mehr denn je den Eindruck einer finanzierten Werbe-Aktion. Da sollte man dann auch Anzeige darüberschreiben.
EG
Wenn man in den USA eine Reise tut, dann kann man viel erzählen. Leider nur eine einzige machte ich bisher vor 2 Jahren. Und meine Eindrücke werden durch den Beitrag bestätigt. Freundlich, aufgeschlossen, hilfsbereit aber auch unbekümmert im Anblick politischer und gesellschaftlicher Probleme. In meinen 56 Jahren ist es mir in der Bundesrepublik nicht passiert, daß ich beim Wandern am Strand einer deutschen Insel angesprochen in ein Gespräch verwickelt wurde und daß das ältere Ehepaar dann mit meiner Kamera ein Bild von unserer Familie gemacht hat. Diese sicher flüchtige Bekannschaft ist mir eingebrannt. Meine Heimat ist die BRD nicht mehr, ich halte den Neid auf den Erfolgreichen nicht mehr aus und genauso wenig bin ich bereit, finanzielle Solidarität mit denen zu üben, die sich ihrer Solidarität durch bewußtes Nichts- oder Wenigtun entziehen.
Ich glaube nicht, dass irgendjemand das Recht hat, den US-Amerikanern vorzuschreiben, welchen Präsidenten sie zu wählen haben. Das ist deren souveräne Entscheidung, ebenso wie es jene mancher Einheimischer ist, SED/PDS, Grüne oder NPD in die Parlamente zu wählen. Darüber hinaus würde ich mir auch für Europa mehr weitsichtige und moralisch integre Staatsmänner wünschen, die auch nur annähernd an das Format eines George W.Bush heranreichen. Ohne ihn wären in Afghanistan noch die Taliban an der Macht, der irakische Präsident würde immer noch Saddam Hussein heißen und es würden dort infolge des von der Administration Clinton/Albright forcierten Embargos immer noch mehr Zivilisten sterben als seit dem Einmarsch der US-geführten Truppen in Bagdad. Europa wäre gut beraten, vor der eigenen Türe zu kehren. Denn wer etwas über Gewalt, Sittenverfall, Willkür, Rechtsbruch und niedriges Bildungsniveau erfahren möchte, braucht nicht bis nach Amerika zu blicken, so etwas gibt es zu Hauf vor der eigenen Haustüre. Dass der Mann von der Straße in den USA möglicherweise auch noch angenehmere Umgangsformen hat als man es hier gewöhnt ist, deutet möglicherweise auch darauf hin, dass wir eher von drüben lernen könnten als umgekehrt...
Es mag schon stimmen, dass Menschen, die Amerika einmal besucht haben, durchaus begeistert zurückkehren. So ist es mir auch ergangen.
Aber wenn man häufiger und intensiver in den USA und mit den Menschen dort zu tun hat, entdeckt man eben auch die Schattenseiten: eine total verlogene "political corectness", oberflächliche Moral und eine erschreckend schlechte Informiertheit über das, was in der Welt tatsächlich passiert. So, und nur so ist auch zu erklären, weshalb Amerikaner Menschen anderer Kulturen und Länder meist als ignorant, laut und arrogant vorkommen.
Die Amerikaner interessiert es schlicht und ergreifend nicht die Bohne, wie es im Rest der Welt zugeht und was es im Umgang mit anderen Kulturen zu beachten gibt. US-Unternehmen scheitern regelmäßig an dieser Tatsache. Siehe Wal-Mart.
Andere Dinge, wie z. B. Todesstrafe, Rassismus, religiöser Fanatismus, Missachtung der Menschenrechte im eigenen Land usw. bringen das Fass nur noch zum Überlaufen. Und entscheidend ist dabei auch noch, dass diese Dinge vom Großteil der Bevölkerung gut geheißen werden!
Für dieses Bild der USA brauchte es kein Irak, Guantanamo und Abu Ghreib, sondern nur den Blick hinter die tollen Kulissen!
Freundlichkeit koinzidiert leider nicht immer mit Eigenschaften wie Toleranz und Einfühlungsvermögen.
Als weder Deutscher noch Amerikaner kann ich die Gutherzlichkeit der allgemeinen Bürger der USA bestätigen. Aber die Machthaber und Lenker der Außenpolitik der USA sind nicht die Menschen, die man auf der Straße in den USA trifft. In den Köpfen diese Politiker leuft die Uhr anders und diese Uhr ist nicht die, die wir kennen!
