Ich schliesse mich bedingungslos meiner Vorgängerin an. "Der Schatten des Windes" verursacht immerhin beim Leser, durch seine inhaltliche Dumpfheit einen ergreifenden, und durch seine stilistische Komplexität einen verblüffendenden Effekt. Soweit auf spanisch. Dennoch fiel die Anerkennung der spanischen Literaturkritik sparsamer aus als im Ausland. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die deutsche Version kitschig ausgefallen ist. Und für eine Führung -und dann noch übersetzt- durch Barcelona, ist das Buch nur in ganz bestimmten Gemütszuständen zu gebrauchen.
Eduardo Mendoza dagegen; Das ist wirklich ein Autor, der manchmal ernst (Die Stadt der Wunder), sehr viel öfter aber noch, zum Schmunzeln verleitend, Barcelona und das städtische Leben immer glänzend beschreibt.
Den Reisefuehrer hatte ich bei meinem diesjaehrigen Barcelona-Urlaub mit dabei (ebenso wie den Roman). Leider ist er so uninteressant wie der Roman sprachlich und narrativ kitschig ist fuer den er wirbt (zumindest in der Uebersetzung). Ein reiner Fan-Artikel. Ein wirklich schoener Roman ueber Barcelona ist m. E. Eduardo Mendoza's "Stadt der Wunder".
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