Von Johannes Winkelhage, Hannover
04. März 2009 Die Regulierung und der Preiskampf auf dem Mobilfunkmarkt haben bei der T-Mobile in Deutschland in den vergangenen 4 Jahren zu Umsatzeinbußen von rund 6 Milliarden Euro geführt. Dies erklärte Georg Pölzl, der neue Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland, vor Journalisten während der Computermesse Cebit in Hannover.
Allerdings stabilisiert sich der Umsatz nach Angaben von Pölzl jetzt langsam. Er sagte aber auch: Die Umsatzentwicklung im Sprachgeschäft ist weiterhin eine Herausforderung. Im Jahr 2008 verringerten sich die Einnahmen von T-Mobile in Deutschland um 2,8 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte hingegen um 3 Prozent auf 3 Milliarden Euro zu.
Die Umsatzausfälle im Sprachgeschäft können auch durch das starke Mengenwachstum dieses Segmentes nicht kompensiert werden. So setzt der Konzern weiter auf die Wachstumsraten der mobilen Datendienste. Für die kommenden Jahre rechnet Pölzl mit einem durchschnittlichen Umsatzzuwachs dieser Dienste von rund 32 Prozent. Erst 15 bis 20 Prozent unserer Kunden in Deutschland nutzen die mobilen Datendienste, da ist also durchaus noch Potential, sagt der neue Deutschlandchef.
Wir sehen nicht, dass sich der Markt abkühlt
Vor allem die Nutzer der multimediafähigen Smartphones sollen zu diesem Wachstum beitragen. Diese haben meist einen doppelt so hohen Durchschnittsumsatz wie die Kunden mit einem einfachen Handy. Auch insgesamt ist Pölzl für das deutsche Geschäft zuversichtlich: Wir sehen nicht, dass sich der Markt abkühlt, sagte er in Hannover.
Angesichts der besonderen Rolle, die die Smartphones für das künftige Geschäft spielen werden, geht T-Mobile mit einer großen Anzahl neuer Geräte ins laufende Jahr hinein - darunter allerdings keine Multimediageräte von Nokia. Spekulationen darüber, dass dies ein Zeichen neu aufflammenden Streits zwischen T-Mobile und dem größten Handyhersteller sei, erteilt Pölzl allerdings eine Abfuhr. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu Nokia, erklärte er und fügte hinzu: Wir sehen aber, dass weitere sehr starke Anbieter auf diesen Markt kommen. Damit meint er vor allem Apple, dessen iPhone von T-Mobile in Deutschland exklusiv vertrieben wird, und auch das Goolge-Handy G1, das der Konzern seit einigen Wochen im Programm hat. Pölzl kündigte zudem an, dass in diesem Jahr noch weitere Android-Handys ins T-Mobile-Programm genommen würden. Ob diese auch vom Hersteller HTC kommen werden, ließ er allerdings offen.
Neue Tarife aber kein Zeichen von Billiganbieter
Pölzl verteidigte zudem die immer noch gezahlten Subventionen für die Geräte. Er verweist darauf, dass zum Beispiel viele Datendienste der Netzanbieter schon beim Kauf in den Handys vorkonfiguriert seien und daher von den Kunden einfacher genutzt werden können. Wir wollen ja, dass die Kunden unsere Dienste nutzen. Dabei wachsen Dienst und Gerät immer enger zusammen. Die Zeiten, in denen auch die teuersten Geräte mit kleinen Mobilfunkverträgen für null Euro angeboten wurden, sind allerdings vorbei.
Zudem präsentierte T-Mobile während der Cebit einige neue Tarife, die vor allem auf die Bündelung von Minutenpaketen und einer Internetnutzung zum Pauschalpreis setzen. Dabei bleibt der Konzern allerdings seiner Devise treu, nicht als Billiganbieter an den Markt zu gehen. Neu ist ein Tarif, der auf Familien zugeschnitten ist. Dabei telefonieren fünf T-Mobile-Kunden untereinander und zu einer Festnetznummer zum Pauschalpreis von knapp 20 Euro im Monat.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa