Die Schriftstellerin Hilde Spiel war auch eine vielseitige Kritikerin. Ihr fehlte es weder an Spott noch an Liebe, weder an Herzlichkeit noch an Ironie. Nur die Wertung wollte sie doch lieber vermeiden. Sie wollte den Kuchen essen und doch behalten. Marcel Reich-Ranicki erinnert sich.
In Österreich scheint sich die menschenfreundliche Ansicht bewahrt zu haben, dass Romane lesbar, Gedichte verständlich und Stücke spielbar sein sollten, findet Marcel Reich-Ranicki auf die Frage eines Lesers nach den Eigenarten der Literatur unseres Nachbarlandes.
Die Literatur ist auf einen doppelten Boden angewiesen, der Journalismus hingegen soll sich um diesen Boden überhaupt nicht bemühen, er darf ihn nicht haben: Marcel Reich-Ranicki über zwei verwandte, doch verschiedene Genres.
Missbilligung und Zweifel konnte Fontane überzeugender begründen als Lob und Zustimmung. Die Zweifel bei seiner Urteilsfindung machte Fontane mit sich selbst aus. Seine Leser sollten glasklar erfahren, ob er ein Stück für Gold oder Blech hielt. Zweiter Teil von Marcel Reich-Ranickis Fontane-Würdigung.
Theodor Fontane war kein verlässlicher Kritiker. Zum Glück. Statt der ästhetischen Doktrin folgte er dem gesunden Menschenverstand und der unmittelbaren Empfindung. Was er schlecht fand, wollte er auch so benannt wissen. Ein Porträt von Marcel Reich-Ranicki.
War Frank Thiess ein bedeutender Autor? Gibt es außer Dieter Wellershoff noch andere Schriftsteller, die zuvor Lektoren waren? Und sollte man nicht große Romane in Kurzfassungen herausgeben? Marcel Reich-Ranickiantwortet.
Sie schreibt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist: Marcel Reich-Ranicki über Mascha Kaléko, die Lyrikerin der Neuen Sachlichkeit, die man oft entdecken muss, weil sie immer wieder in Vergessenheit gerät.
Lässt sich Rilkes verrätselte Grabinschrift deuten, hat die deutsche Literatur keine klassischen Liebespaare zu bieten, rührt der Dichter ans Göttliche? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.
Haruki Murakamis Roman handeln auf bemerkenswerte Weise von Themen, die nicht nur Japaner interessieren. Das hat ihm längst zu internationalem Ruhm, aber noch nicht zum Nobelpreis verholfen. Hat er Grund, sich darüber zu beklagen? Antworten auf diese und andere Fragen von Marcel Reich-Ranicki.
Sebastian Haffner war einer der intelligentesten Menschen, denen Marcel Reich-Ranicki je begegnet ist. Als belehrend und sehr unterhaltsam lobt der Kritiker Haffners Werke - und einige Bücher ganz besonders.
Sollte man Thomas Manns Betrachtungen eines Unpolitischen heute noch neu herausgeben? Konnte Jurek Becker ein fröhlicher Mensch sein? Und warum gibt es heute keine der Gruppe 47 vergleichbare Schriftstellergruppierung? Antworten von Marcel Reich-Ranicki.
Kurt Tucholskys Rezensionen waren oft erkennbar schnell geschrieben und sie begnügten sich zuweilen mit Pauschalurteilen. Dennoch waren sie immer einzigartig und niemals langweilig. Der zweite Teil des Tucholsky-Porträts von Marcel Reich-Ranicki.
Kurt Tucholsky war einer der größten Literaturkritiker des vergangenen Jahrhunderts und doch keine typische Kritikerfigur. Seine Kritiken sind nicht das kühle Urteil eines Sachverständigen, sondern Bekenntnisse und Geständnisse eines Betroffenen. Ein Porträt von Marcel Reich-Ranicki.
Sind Rolf Hochhuths Dramen wirklich so schlecht? Warum ist Heinrich Mann noch nicht vergessen? Wer sind die besten deutschen Satiriker, und welches Kinderbuch würde Marcel Reich-Ranicki empfehlen? Der Literaturkritiker antwortet.