
Schade, lieber MRR, daß Sie scheinbar nur noch im Selbstgespräch anzutreffen sind, und schade, daß sich Ihre Artikel mehr und mehr um Ihre Bibliothek, Ihre Geschichte, Ihre Erfahrungen, Ihre wertgeschätzten Kollegen und Freunde (und Feinde) drehen. Die Frage "Stimmt es, was die BILD-Zeitung schreibt" stellen sich sonst eigentlich nur Minderbemittelte ab und an. Wird Sie Ihnen von Ihren Jüngern gestellt, wäre es meiner Meinung nach Zeit, daß Sie sich ernsthaft Gedanken machen.
Und was abscheuliche Schlamperei angeht: In der von Ihnen betreuten "Frankfurter Anthologie" sind zunehmend gähnend langweilige, teilweise mit Rechtschreibfehlern nur so gespickte Gedichtinterpretationen zu finden (wer etwa nachlesen möchte: in der FAZ vom 19.8., S. 38: "Marie Luise Knott: Das eigene Land ist zur Fremde geworden"; 7 Fehler in 102 DZ, das ist schon richtig übel). Liest dieses Zeug eigentlich überhaupt noch jemand außer ehrgeizigen Germanistik-Referendarinnen? Diese vorgekauten Denkanstöße... Ich weiß nicht. Wahrscheinlich traut sich nur niemand, sie mal endgültig einzustellen.