es ist möglich, dass über literatur geredet wird: aber das geschieht in den "fehlgegangenen" interpretationen, von denen herr reich-ranicki spricht. es geschieht in der ringbahn, unter soldaten und theaterbühnen, im unprofessionellen. ein im fallun gong hingesungenes richtig lacht sich ja nicht selber aus
Mein vorlautes Schweigen war im Gewäsch ohrfällig geworden: Ich wurde zur Rede gestellt. Überzeugt vom Recht auf klare Töne, ließ ich mich hinreißen, den Anwesenden meine Meinung zu flüstern ... Zu spät begriff ich die Stille im Saal: Plötzlich traten verschiedene Meinungen auf und verlangten Gehör. Zwischenrufe wurden laut, Gegenstimmen: Eine offene Debatte drohte! Es mußten Schlagzeilen eingesetzt werden. Ich wurde überstimmt und zum Platz abgeführt. Störung von Rede und Antwort, lautete die Anklage; das Strafmaß: Wort- entzug. Bei Widerrede - Mundtod. ( aus: Das Menschen-Museum, amok:books 2008 )