
Die Kolumne habe ich aufmerksam gelesen. Die von einem Literaturkritiker angeführten Einschränkungen kann und will ich nicht beurteilen. Der "Radetzkymarsch" war das erste Werk Roths, das ich las, anschließend kaufte ich mir seine Werke im Schuber und habe alle mehrfach gelesen. Der Grund dafür mag darin zu sehen sein, daß ich viele seiner Schauplätze, besonders aber das kaiserliche Wien selbst aufsuchen mußte oder konnte und sie mit seinen Romanfiguren belebte. Ein Umkehrschluß ginge dahin, daß, wer die Schauplätze nicht kennt und auch nicht die Geschichte der untergehenden Monarchie, in Joseph Roths Werk nur Reportagen aus längst vergangenen Tagen sieht und nicht mehr.