Vermittler entsendet

Arabische Liga fordert Ende der Kämpfe im Libanon

11. Mai 2008 Die arabischen Außenminister haben die Konfliktparteien im Libanon dazu aufgerufen, ihre Kämpfe sofort zu beenden. Zum Abschluss einer Krisensitzung der Arabischen Liga in Kairo forderten sie am Sonntag „einen sofortigen Rückzug der Kämpfer aus den Konfliktgebieten, damit die libanesische Armee die Sicherheit gewährleisten und so das Blutvergießen beenden kann“.

Nach Angaben arabischer Diplomaten wollen der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, und der katarische Ministerpräsident Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani umgehend nach Beirut reisen, um in dem schwersten Konflikt seit Ende des Bürgerkriegs vor 18 Jahren zu vermitteln.

Armee soll Vermittler schützen

Die Liga rief die libanesische Armee auf, den Vermittlern den Zugang zur Hauptstadt Beirut zu ermöglichen. Der internationale Flughafen in Beirut wird seit Tagen von der Opposition unter Führung der radikal-schiitischen Hizbullah blockiert. Hizbullah-Chef Sajjed Hassan Nasrallah und die wichtigsten Vertreter der prowestlichen Regierung wurden zu Gesprächen über die „ernste Lage“ eingeladen. Das die Hizbullah unterstützende Syrien nahm nicht an dem Treffen der Liga teil.

In mehrtägigen Kämpfen zwischen Anhängern der Hizbullah und der antisyrischen Regierung sind mindestens 46 Menschen getötet worden. Der Konflikt droht den Libanon abermals in einen Bürgerkrieg zu treiben. Am Sonntag hatten sich zwar die Kämpfe in Beirut beruhigt, dafür wurden aus dem Norden und Osten des Landes weiter schwere Kämpfe zwischen Anhängern und Gegnern der prowestlichen Regierung gemeldet. Heftige Gefechte gab es in Tripoli und in den Bergen um Beirut (siehe: Nach Hizbullah-Rückzug: Ruhe in Beirut).

Papst ruft zum Dialog auf

Die israelische Regierung erklärte, sie verfolge die Lage im nördlichen Nachbarland genau. Sie habe bislang aber nicht die Absicht zu intervenieren. Israel müsse in dieser Frage „besonders sensibel“ sein, sagte Verteidigungsminister Matan Jilnai. Sein Land sei vorbereitet, sollte sich die Situation weiter verschärfen. Er glaube aber nicht an einen Kollaps im Libanon, da die bitteren Erfahrungen des Bürgerkrieges von 1975 bis 1990 noch nicht vergessen seien.

Papst Benedikt XVI. rief die Konfliktparteien zum Dialog auf, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Er verfolge die Entwicklungen im Libanon mit tiefer Sorge, sagte er vor Pilgern auf dem Petersplatz. „Dialog, gegenseitiges Verständnis und die Suche nach einem vernünftigen Kompromiss“ seien der einzige Weg, um der Bevölkerung wieder Sicherheit zu geben.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters
Bildmaterial: AP

 
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