Naher Osten

Dutzende Soldaten bei Raketenangriff auf Israel verletzt

11. September 2007 Bei der Explosion einer Rakete auf einem israelischen Militärstützpunkt sind in der Nacht zum Dienstag etwa 30 Soldaten verletzt worden. Ein Soldat sei in kritischem Zustand. Zwei weitere seien ernsthaft verletzt worden, die anderen hätten leichtere Verletzungen oder einen Schock erlitten, sagte ein Armeesprecher. Eine so hohe Opferzahl hat es bei einem einzigen Raketenangriff aus Gaza noch nie gegeben.

Die Streitkräfte erklärten, dass Geschosssplitter einer aus dem Gazastreifen mutmaßlich von militanten Palästinensern abgeschossenen Rakete ein Zelt getroffen hätten, in dem Soldaten geschlafen hätten. Der Angriff traf den nahe der Grenze zum Gazastreifen gelegenen Stützpunkt Sikkim, in dem die israelische Armee Rekruten ausbildet. Der Stützpunkt liegt rund einen Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Zu dem Angriff bekannte sich die palästinensische Organisation Islamischer Dschihad. Ortschaften in Südisrael sind fast täglich Ziel von Raketenangriffen aus dem Gazastreifen.

Forderungen nach einer Bodenoffensive

Militante Gruppen feuern vom Gazastreifen, der seit rund einem Vierteljahr von der islamistischen Hamas kontrolliert wird, häufig sogenannte Kassam-Raketen auf israelisches Gebiet. Die meisten richten keinen größeren Schaden an. Seit dem Jahr 2000 sind bei den Angriffen aber insgesamt zwölf Menschen getötet worden.

Der Angriff dürfte in Israel neue Forderungen nach einer großangelegten Bodenoffensive in den Gazastreifen lautwerden lassen, aus dem sich das israelische Militär 2005 zurückgezogen hat. Vergangene Woche hatte sich das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Ehud Olmert gegen einen solchen Schritt entschieden. Zuvor war eine palästinensische Rakete nahe einer Kindertagesstätte in Israel gelandet.



Text: FAZ.NET mit AP/Reuters
Bildmaterial: AFP, REUTERS

 
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