27. Dezember 2006 Sunnitische Aufständische im Irak haben für den Fall der Hinrichtung von Saddam Hussein mit weiteren Anschlägen auf Amerikaner gedroht. Die Baath-Partei und der Widerstand sind zur Vergeltung entschlossen, hieß es in einer am Mittwoch im Internet veröffentlichten Erklärung der ehemaligen irakischen Regierungspartei. Für die Vollstreckung des am Dienstag bestätigten Todesurteils würde die amerikanische Regierung verantwortlich gemacht.
Die Entscheidung des Berufungsgerichts in Bagdad, den früheren Machthaber innerhalb von 30 Tagen durch den Strang hinzurichten, muß entgegen früheren Erklärungen möglicherweise nicht mehr von Staatspräsident Dschalal Talabani bestätigt werden. Das werde derzeit in Abstimmung mit dem Tribunal geprüft, sagte am Mittwoch Talabanis Berater Hiwa Osman. In jedem Fall werde Talabani die Entscheidung respektieren. Wie erwartet unterstützte das Weiße Haus in Washington die Bestätigung des Todesurteils gegen Saddam Hussein, die Bundesregierung in Berlin kritisierte die Entscheidung.
Im Irak fürchtet man unterdessen eine weitere Eskalation der Gewalt. Seit Monaten vergeht im Irak kaum ein Tag ohne neue Todesopfer. Schiiten und Sunniten, Militärs und Aufständische liefern sich erbitterte Kämpfe. Bei der Explosion einer Autobombe im Osten von Bagdad kamen am Mittwoch acht Menschen ums Leben, zehn wurden verletzt. Der Anschlag richtete sich nach Polizeiangaben gegen eine Kontrollstelle der irakischen Armee. Bei den Opfern handelt es sich jedoch ausschließlich um einfache Bewohner der irakischen Hauptstadt.
Text: FAZ.NET
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