Libanon

Staatsstreich in Zeitlupe

Die Zahl ist rekordverdächtig: Zum 18. Mal ist es dem libanesischen Parlament nicht gelungen, einen Präsidenten zu wählen. Ein Ende des kalten Krieges zwischen antisyrischer Regierungsmehrheit und der von Syrien und Iran unterstützten Opposition ist nicht in Sicht. Von Markus Bickel

Lesermeinungen zum Beitrag

22. April 2008 15:00

Ein Padischah mit Pallium zu Diensten von Libanon...

Hayri Ergun (DrErgun)




Im Libanon ist schon auch der 18. Versuch gescheitert, einen Präsidenten zu wählen.

Obwohl die Hälfte der 128 Abgeordneten am Dienstag im Beiruter Parlament zusammenkamen, reichte dies nicht zum für die Wahl des Nachfolgers von Emile Lahoud nötige Quorum von zwei Dritteln.

Dies alles bedeutet, dass es unmöglich ist einen unabhängigen Mann an die Spitze des Staates zu bringen.

Die Machtinteressen der Gruppierungen sind so stark, dass die Wahl eines neutralen Präsidenten verwirklicht wird.

Was dies alles für die libanesischen Bürger bedeutet, muss man sich nur vorstellen: unnötige Spannung, Abhaltung von der Konzentration an die eigentliche Arbeit, die notwendigen Gesetzesänderungen müssen auf sich warten lassen,

Man muss die Existenz der anders denkenden anerkenn, man muss dem anderen gegenüber etwas hilfreich sein, man muss gewissenhaft und ehelich sein; dies gilt für alle Beteiligten.

Dr. H. Ergun


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