03. August 2006 Der Anführer der pro-iranischen Hizbullah, Hassan Nasrallah, hat mit Raketenangriffen auf Tel Aviv gedroht, falls Israel das Zentrum von Beirut bombardieren sollte. Wenn Ihr Beirut angreift, dann greifen wir Tel Aviv an, dazu sind wir in der Lage, sagte der seit dem Beginn der Kämpfe am 12. Juli untergetauchte Hizbullah-Chef am Donnerstag abend in einer Fernsehansprache.
Bisher wurden fast ausschließlich Ziele in den südlichen Schiiten-Vororten von Beirut bombardiert, in denen die Hizbullah viele Anhänger hat. Andere Viertel der libanesischen Hauptstadt blieben dagegen verschont. In der Fernsehansprache, die der Hizbullah-Sender Al Manar ausstrahlte, erklärte Nasrallah außerdem, die Hizbullah sei bereit, ihre Raketenangriffe auf Ziele in Israel einzustellen, wenn die israelische Luftwaffe ihre Angriffe auf libanesische Städte und Dörfer beende. Die Hizbullah wolle lieber Mann gegen Mann gegen die israelischen Soldaten kämpfen, anstatt Zivilisten mit in den Krieg hineinzuziehen.
Werkzeuge der Amerikaner
Nasrallah warf der israelischen Armee vor, sie habe die Zivilisten in dem südlibanesischen Dorf Kana am vergangenen Sonntag absichtlich getötet. Dort waren mindestens 28 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Behauptung der israelischen Regierung, Hizbullah-Kämpfer hätten von dort aus israelische Ziele angegriffen, sei falsch. Die Hizbullah verstecke sich nicht hinter Frauen, Alten und Kindern. Der Hizbullah-Chaf sagte, die Hauptverantwortlichen für das Andauern dieses Krieges säßen in Washington. Die Israelis würden von der amerikanischen Regierung, die ihre Kontrolle über die Region ausweiten wolle, als Werkzeuge benutzt.
Nasrallah lobte den heldenhaften Mut der Hizbullah-Kämpfer. Diese seien im Stande, selbst moderne israelische Panzer zu zerstören. Die israelische Armee sei ihrerseits nicht in der Lage, die militärische Infrastruktur der Hizbullah zu zerstören. Die zahlreichen Raketen, die von der Miliz seit Mittwoch auf Israel abgefeuert worden seien, bewiesen dies.
Bildmaterial: AFP, Reuters