Gewalt im Irak

Mindestens 40 Tote - Regierung stellt Ultimatum

26. März 2008 Heftige Gefechte zwischen Soldaten und Milizionären des radikalen schiitischen Geistlichen Muqtada al Sadr in Basra haben binnen zwei Tagen mindestens 40 Menschen das Leben gekostet. Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki stellte den Kämpfern am Mittwoch nach Angaben eines Vertrauten ein Ultimatum von drei Tagen, um ihre Waffen abzugeben und sich zu stellen.

Ein Sprecher der Streitkräfte sagte, seit Dienstag seien bei den Kämpfen um die Kontrolle wichtiger Stadtteile mit der Mahdi-Miliz in Basra rund 40 Menschen getötet und 200 weitere verletzt worden. In der Hauptstadt Bagdad kamen bei Gefechten zwischen irakischen und amerikanischen Truppen mit Anhängern Sadrs mindestens 15 Menschen ums Leben, etwa 100 erlitten Verletzungen, wie das Innenministerium mitteilte.

Ultimatum bis Freitag

Maliki setzte den Milizionären der schiitischen Mahdi-Armee ein Ultimatum. Wer innerhalb der nächsten 72 Stunden seine Waffen abgebe und eine Verpflichtungserklärung unterzeichne, werde nicht verfolgt. Für alle anderen Kämpfer werde es „härteste Strafen“ geben, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des schiitischen Regierungschefs. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte im Staatsfernsehen, ein Stadtviertel in Basra hätten die Sicherheitskräfte bereits „befreit“.

Polizeikontrollen in Basra Maliki kündigte “härteste Strafen“ an Sicherheitskräfte haben angeblich ein Stadtviertel in Basra bereits „befreit” Weiße Flagge als Schutz vor Angriffen Sympathisanten des Schiitenpredigers Sadr demonstrieren für die Freilassung i... Verwaiste Straßen in Basra - kaum jemand traut sich noch ins Freie

Die Regierung hatte am Dienstag eine Offensive gegen die Mahdi- Armee in Basra begonnen. Die Miliz gehört der Bewegung des radikalen Predigers Muktada al-Sadr an, der einer Familie berühmter Kleriker entstammt. Im 400 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Al Amara berichteten Augenzeugen, die Mahdi-Armee habe weitgehend die Kontrolle über ihre Stadt übernommen. „Es sind so gut wie keine Soldaten oder Polizisten auf den Straßen zu sehen“, sagte einer von ihnen.

Bei einem Angriff auf die „Grüne Zone“ in Bagdad wurden am Mittwoch arabischen Medienberichten zufolge mindestens zwei Zivilisten verletzt. Das von Betonwällen umgebene Gebiet am Tigrisufer, in dem unter anderem die amerikanische Botschaft und der Sitz des Parlaments liegen, wird von irakischen und amerikanischen Soldaten streng bewacht.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP

 
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