11. März 2008 Der Oberkommandierende des amerikanischen Zentralkommandos, Admiral William Fallon, ist nach Berichten über Differenzen mit dem Weißen Haus zurückgetreten. Fallon war vorige Woche in einem Artikel in der Zeitschrift Esquire als Gegner der Iran-Politik der Regierung von Präsident George W. Bush dargestellt worden.
Der Admiral hatte schon zuvor militärische Gewalt gegen Teheran abgelehnt. Die amerikanische Regierung will diese Möglichkeit jedoch offiziell nicht ausschließen. Verteidigungsminister Robert Gates akzeptierte am Dienstag das Rücktrittsgesuch.
Als Mann zwischen Krieg und Frieden porträtiert
Ich denke, es war der richtige Schritt, obwohl ich nicht glaube, dass es bedeutsame Unterschiede zwischen seinen Ansichten und denen der Regierung gibt, sagte der Pentagon-Chef. Gates sagte, es sei lächerlich zu vermuten, dass der Rücktritt des Admirals auf einen amerikanischen Militärschlag gegen Iran hindeute. Fallon hatte den Posten erst vor einem Jahr übernommen. Das Zentralkommando ist für die amerikanischen Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan zuständig.
Die gegenwärtig beschämende Lage, die öffentliche Wahrnehmung von Differenzen zwischen meiner Sicht und der Regierungspolitik und die Ablenkung dadurch von der Mission machen dies zum richtigen Schritt, hieß es in einer Stellungnahme Fallons, der nun in Ruhestand geht. In dem Magazin-Bericht mit dem Titel Der Mann zwischen Krieg und Frieden war der Admiral als einsamer Mahner vor einem möglichen amerikanischen Militärschlag gegen Iran porträtiert worden.
Text: DPA
Bildmaterial: dpa
