
Eine internationale Beilegung des Konfliktes in der Libanon-Krisenregion mit klaren politischen Zielen, die beiden Konfliktparteien gerecht werden und deutscher Beteiligung - dagegen ist nichts einzuwenden. Doch derzeit scheinen mehr die militärischen Mittel im Vordergrund zu stehen. Es ist wieder normal, dass Staaten einen aktiven deutschen Militärbeitrag wünschen und darauf ist man in Regierungskreisen stolz.
Die Bundeswehr soll also Seewege überwachen, Routen, die als mögliche Nachschubwege der Hisbollah dienen könnten. Alle Waffenlieferungen zu unterbinden hieße dann auch die Lieferungen an die reguläre libanesische Armee zu blockieren. Was ist mit den sogenannten „dual-use“ Produkten? Die Definition und Blockade dieser Produkte hatte im Irak verheerende Konsequenzen für die Zivilbevölkerung
Wäre es dann nicht auch an der Zeit den immer mehr anschwellende Waffenfluss an Israel zu kontrollieren? Nach einer am 20.7.2006 vorgelegten Studie des World Policy Institutes erhielt Israel während der Regierungszeit Bushs in den Jahren 2001 bis 2005 Waffenlieferungen im Wert von 6,3 Milliarden Dollar, im Jahre 2005 mehr als doppelt so viel wie im Jahre 2004. Dazu kamen noch umfangreichere milliardenschwere Militärhilfen.

<zynismus> Na, wenn man das liest, welche Truppen da gestellt werden sollen, hat der Libanon bald die bestgeschützte Küste der Welt. England, Dänemark und Deutschland können sich auf die Schultern klopfen, mehrere hundert Soldaten im Einsatz zu haben, und wenn's wieder zum Krieg kommt, dann ist man auch schnell weg. </zynismus>