Vergütungsstrukturen in China komplex VERGÜTUNG

22. Dezember 2006 Ingenieure sind nicht nur hierzulande, sondern zunehmend auch in China knapp. In einer Befragung der Unternehmensberatung Hewitt gaben 70 Prozent der ausländischen Unternehmen an, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften zu haben. Vor allem technische Fach- und Führungskräfte seien Mangelware. Der Fachkräftemangel in China wirkt sich auch auf die Entwicklung der Gehälter aus. So sind die Grundgehälter in den vergangenen sechs Jahren im Schnitt um 8 Prozent gestiegen. Als weitere Schwierigkeit gelten die in China üblichen komplexen Vergütungsstrukturen. Die Gesamtkosten für einen Mitarbeiter können das Grundgehalt um 35 bis zu ganzen 100 Prozent übersteigen. In Schanghai zum Beispiel kommen zum Grundgehalt im Durchschnitt fest vereinbarte Bonuszahlungen in Höhe von 8,3 Prozent, variable Bonuszahlungen zwischen 9 und 22 Prozent, Beiträge zur Sozialversicherung (43,5 Prozent), freiwillige Zusatzleistungen wie Mietzuschuß, Altersversorgung oder zusätzliche Krankenversicherung (4 bis 15 Prozent) sowie andere Zusatzleistungen wie Essens- oder Mietzuschuß (4 bis 16 Prozent) hinzu.

Die Einstiegsgehälter für Ingenieure in China sind vergleichsweise sehr niedrig. In der Telekommunikationsbranche erhält ein Ingenieur mit Bachelor-Abschluß 68 600 Renmimbi (rund 6957 Euro) im Jahr. Mit Master-Abschuß kommt er auf umgerechnet 9437 Euro, promoviert erhält er durchschnittlich 13 170 Euro im Jahr (siehe Grafik).

Die Gehälter für Ingenieure unterscheiden sich je nach Region in China relativ stark. So erhält ein Ingenieur in der Provinz Chongqing gerade einmal 55 Prozent seines Kollegen in Schanghai, ein Mitglied der Geschäftsführung kommt sogar nur auf 39 Prozent. Günstige Arbeitskosten gibt es ferner in den Provinzen Wuhan, Chengdu sowie Qingdao. In einer Branchenbetrachtung verdienen Ingenieure in der Automobilindustrie, im Baugewerbe und in der Medizintechnik besonders gut. (nr.)

Text: F.A.Z., 23.12.2006, Nr. 299 / Seite C5

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