28. August 2008

Spiessig oder nicht spiessig?

Was ziehe ich an? Die optimalen Messeklamotten

Von Irena Lohn




10. Dezember 2007 
Das ist hier nicht die Frage. Vielmehr geht es darum, wie man sich auf einer Jobmesse optimal präsentiert. Die richtige Garderobe spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Hamburger Imageberaterin Irena Lohn ( http://www.imageyourlife.de ) erklärt, was dem Dresscode entspricht und welches Outfit gar nicht geht.

Männer:

Der Anzug sollte aus 100 Prozent Schurwolle, schmal geschnitten und anthrazit, schwarz-braun oder dunkelblau sein. Die Hose reicht bis zum Beginn des Schuhabsatzes und hat eine Bügel-, aber keine Buntfalte. Die perfekte Ärmellänge des Sakkos ist, wenn das Hemd ein Stück aus dem Ärmel hervorblitzt.
No-go: Helle und Leinenanzüge gehen selbst im Sommer nicht. Auch auf Kombinationen sollte man verzichten.


Das Hemd sollte aus einem hochwertigen Baumwollstoff, antailliert und weiß, hellblau oder rosa sein. Einfarbig oder schmal gestreift - beides passt. Mögliche Kragenformen sind Kent, Haifisch oder Eaton, der Button-Down ist zu sportlich.
No-go: Kurzärmlige und Synthetikhemden. Auch die Klappmanschette ist übertrieben schick.

Die Krawatte sollte aus Seide sein, farblich zur Hemd-Anzug-Kombination passen, sich aber gleichzeitig vom Hemd abheben. Zum anthrazitfarbigen Anzug und hellblauen Hemd passt etwa eine gestreifte Krawatte in hellblau-dunkelblau-silber. Diese ist so gebunden, dass sie gerade bis zur Gürtelschnalle reicht. No-go: Eine Krawattennadel und Motivkrawatten jeglicher Art.

Die Schuhe sind aus glattem Leder, klassisch mit Absatz und in jedem Fall schwarz, denn braune Schuhe sind anders als in Italien hierzulande nicht etabliert, obwohl sie zum tiefblauen Anzug gut passen würden.
No-go: Farblich abgesetzte Nähte, Wildleder, abgelaufene Absätze.

Die Haare sind in jedem Fall frisch gewaschen. Bei kurzen Haaren sollte der Nacken ausrasiert sein, lange Haare sollte man zum Pferdeschwanz binden. Das Gesicht darf nicht hinter der Haarpracht versteckt sein.
No-go: Zu viel Gel sieht schnell dandymäßig aus.

Die Tasche ist aus Leder und hat die gleiche Farbe wie der Gürtel und die Schuhe, ist also schwarz. Eine schmale Ledermappe ist eine gute Alternative zur klassischen Tasche.
No-go: Aktenkoffer sind nur etwas für Vertreter, lässige Umhängetaschen aus LKW-Plane gehen nur in Kreativbranchen.

Der Schmuck kann bei Männern ganz fehlen. Eine klassische oder sportliche Uhr passt aber bestens.
No-go: Piercings sowie protzige und bunte Uhren. Ohrringe sind nicht wirklich schlimm, es ist trotzdem ratsam, sie ausnahmsweise rauszunehmen.

Die Strümpfe müssen schwarze Kniestrümpfe aus Baumwolle sein.
No-go: Strümpfe mit Prints oder Mustern. Ausgewaschen dürfen sie auch nicht sein. Beim Sitzen sollte am Bein keine nackte Haut zu sehen sein, daher sind Socken fehl am Platz.

Frauen:

Das Kostüm oder der Hosenanzug sollte aus 100 Prozent Schurwolle und schwarz, dunkelblau oder grau sein. Frauen können im Gegensatz zu Männern auch ein helles Grau tragen. Der Kostümrock reicht bis über die Knie. Der Blazer ist tailliert, damit eine feine Silhouette entsteht. No-go: Minirock und Synthetik-Anzüge.

Das Oberteil ist figurbetont geschnitten. Ansonsten ist hier die Bandbreite größer als bei den Männern: eine korallenrote Baumwoll-bluse ist genauso angemessen wie ein fliederfarbener Seidenrolli. Lila ist zwar modern, gefällt aber laut Umfragen vielen Menschen nicht.
No-go: Rüschchen oder Pailletten gehen ebenso wenig wie ein weiter Ausschnitt.

Die Strumpfhose sollte schwarz und blickdicht sein (15 Den).
No-go: Netzstrumpfhosen und zu dicke Strumpfhosen, Letztere sehen leicht wie Stützstrümpfe aus.

Die Schuhe sollten schwarz und aus glattem Leder sein. Wildleder sieht schnell schmuddelig aus. Pumps, College-Schuhe oder edle Stiefel sind möglich, die Absätze sollten eine Höhe von drei bis vier Zentimetern haben.
No-go: Flache Schuhe und rote Pumps.

Die Haare sind gepflegt. Lange Haare sollten zusammengesteckt sein - mit einem Zopfgummi und Haarspangen in neutraler Farbe.
No-go: Bunte Haarspangen und rausgewachsene Strähnchen.

Das Make-up sollte dezent sein. Zu empfehlen ist eine leichte Fondation, ein bisschen Rouge, Mascara für die Wimpern, ein ganz leichter Lippenstift in Pastelltönen und ein unaufdringlicher Duft. Die Fingernägel sind dezent lackiert - farblos oder blass-rosa.
No-go: Knallroter Lippenstift, sichtbare Fondation-Ränder, künstliche Fingernägel.

Die Tasche sollte eine klassische schwarze, dunkelblaue oder braune Ledertasche sein, die groß genug ist, dass DIN-A4-Unterlagen reinpassen. Ein Reißverschluss mehr oder in Gold verleiht der ansonsten schnörkellosen Tasche eine weibliche Note.
No-go: Stofftaschen und Handtäschchen mit Pailletten.

Der Schmuck bringt eine weibliche Note in das insgesamt eher sachliche Outfit. Aber nicht klotzen - ein Ring pro Hand, eine klassische Uhr sowie eine Halskette oder Perlenohrringe (nicht beides) reichen.
No-go: Sonnenbrille im Haar. Man sollte sich zwischen Gold- und Silberschmuck entscheiden. Der Mix funktioniert nicht.

Text: Hochschulanzeiger Nr. 93, 2007
Bildmaterial: Moni Port, Labor