17. Juni 2005
Wer im Wettbewerb bestehen will, muß in die Internationalisierung des Managements und die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investieren. Gerade die Unternehmen der Autoindustrie haben sich diese Erkenntnis zu Herzen genommen. Aber auch privat sorgen viele Nachwuchskräfte vor und stecken Zeit und Geld in die eigene Karriere. Drei Beispiele.
International Management-MBA-Programm
Pedro Gonzalez (30) freut sich auf neue berufliche Herausforderungen: Mein Ziel ist eine neue Aufgabe mit globaler Verantwortung." Was ihn so optimistisch macht, dieses Jobziel auch zu erreichen? Sein Chef schlug ihm im vergangenen Herbst vor, sich doch berufsbegleitend einen MBA in International Management anzueignen. Meine Firma fordert und fördert mich eben." Pedro Gonzalez arbeitet im Produktmanagement des Autozulieferers Behr, einer der Hidden Champions" der Branche. Behr ist spezialisiert auf Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung und zählt zu den führenden Erstausrüstern bei Pkw und Nutzfahrzeugen. Gonzalez stieß vor dreieinhalb Jahren nach seinem Studium in Valencia und Braunschweig auf das Unternehmen und wurde schnell in ein internes Förderprogramm aufgenommen. Das International Management-MBA-Programm absolviert der Spanier am Stuttgart Institute of Management and Technology (SIMT). Die Business School der Uni Stuttgart gehört zu den größten Anbietern von MBA-Programmen in Deutschland und laut Ranking des Londoner International Recruiters Survey zu den besten in Europa. In seinen Studiengängen setzt das SIMT insbesondere auf die Themen Technologie und Innovation. Ein weiterer Schwerpunkt ist die internationale Ausrichtung: Mehr als zwei Drittel der Vollzeitstudierenden stammen aus dem außereuropäischen Ausland. Der kulturelle Austausch in unseren Kursen ist sehr intensiv", berichtet Pedro Gonzalez. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt natürlich auch viel für meine persönliche Entwicklung." Außerdem findet Gonzalez die Mischung aus Technologie und Managementthemen im SIMT-Programm gelungen: Super war der Kurs zu Strategic Operation Management, in dem wir Fälle aus der US-Wirtschaft analysiert haben, oder auch das Seminar zu Technologieinnovationen." Die Business School SIMT geht nunmehr in das achte Jahr seit ihrer Gründung. Die Verbindung mit der Wirtschaft ist besonders mit der Automobilindustrie eng gestrickt, sind doch im Stuttgarter Raum zahlreiche Hersteller und Zulieferer ansässig. Im sogenannten SIMT-Kuratorium" arbeiten Führungspersönlichkeiten aus den Unternehmen zusammen, um den Personalaustausch des Institutes mit der Wirtschaft tatkräftig zu fördern.
Management for Central and Eastern Europe
Auf der Suche nach einem geeigneten MBA-Angebot war auch Mehrdad Djamchidi. Die Wahl des 35jährigen Senior Controllers der Volkswagen AG fiel schnell auf das Programm Management for Central and Eastern Europe" an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Dieser Studiengang ist mit seiner Ausrichtung einzigartig", findet Djamchidi, der bei Volkswagen im strategischen Investitions-Controlling sitzt und in einem international besetzten Stab an der Erschließung neuer Märkte in Osteuropa und Asien arbeitet. Das gesamte Konzept konzentriert sich auf die dynamischen Märkte in Zentral- und Osteuropa und überzeugt durch sein praxisnahes und interkulturelles Rahmenprogramm." Die Europa-Universität Viadrina bezeichnet ihr Angebot als das internationalste Teilzeit-MBA-Programm in Europa". Und tatsächlich: Die 22 Teilnehmer des derzeitigen Programms kommen aus 13 Ländern. Das Konzept entstand unter der Programmleitung von Prof. Dr. Peter Kunz, dem ehemaligen Personalchef von Skoda. Die berufserfahrenen MBA-Studenten haben im Rahmen des Programms zu Managern und Vorstandsmitgliedern aus der Automobil- und Zulieferindustrie wertvolle Kontakte geknüpft, intensiv zusammengearbeitet und diskutiert. Die Atmosphäre war sehr familiär und intensiv, das Voneinander- und Miteinanderlernen im Team stand ganz weit vorne", berichtet Djamchidi. Einen tiefen Einblick in die Entwicklungen in der Automobilindustrie erhielten die Teilnehmer durch internationale Projektstudien, Firmenbesuche und Geschäftssimulationen. Nur noch die Verteidigung seiner Abschlußarbeit muß Djamchidi leisten, dann ist der MBA komplett. Im Unternehmen ist man auf mein Engagement aufmerksam geworden und nimmt mich zunehmend als Experten für Osteuropa wahr", berichtet der angehende MBA-Absolvent. Doch seinen MBA mache er nicht nur der Karriere willen: Mir geht es auch um meine persönliche Entwicklung. Ich lerne einfach gern dazu."
Fernstudiengang zum Vertriebsingenieur
So manche Abende verbringt auch Norbert Lange damit, Klausuren vorzubereiten. Klar kostet das Zeit und ist manchmal eine Belastung für das Privatleben - aber das ist es mir wert", sagt der 32jährige Entwicklungsingenieur. Ich möchte eben meine Aufstiegsmöglichkeiten verbessern." Über einen Fernstudiengang der FH Kaiserslautern läßt sich Norbert Lange noch bis Ende 2005 zum Vertriebsingenieur ausbilden - ein Angebot, auf das er über die Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen (ZFH) aufmerksam wurde. Das Studium findet an Wochenenden, über das Internet und mit Lehrbriefen statt. Lange betreibt die Weiterbildung nicht nur in seiner Freizeit, sondern auch auf eigene Kosten: Ich will mir alle Türen offen halten", sagt er. Bei dem auf hydraulische Komponenten und Systeme spezialisierten Zulieferer Hydac in Sulzbach an der Saar arbeitet der studierte Maschinenbauer seit fünf Jahren - und hat in der letzten Zeit immer mehr Aufgaben im Vertrieb übernommen. Irgendwann wollte ich die wirtschaftlichen Abläufe besser verstehen, zum Beispiel wie eine Kalkulation funktioniert", erzählt Lange. Mich interessieren aber auch Marketing-Strategien und Kommunikationstechniken." Der Lerneffekt des Fernstudiengangs sei sehr groß: Ich fühle mich inzwischen viel kompetenter, verstehe zum Beispiel die Kundenangebote besser", so Lange. Für seine berufliche Zukunft wünscht er sich eine höhere Position mit Personalverantwortung. Wer als Ingenieur Karriere machen wolle, müsse nicht nur das reine Konstruieren beherrschen, sondern eben auch wissen, wie man die entstehenden Kosten beeinflußt. Aber ganz will ich die Technik nicht aus dem Auge verlieren. Das bleibt für mich das Wichtigste!"
Hier finden Sie eine Auswahl von MBA-Programmen für Ingenieure: MBA-Programme für Ingenieure
http://www.uni-simt.de http://www.mba.uni-ffo.de http://www.zfh.de