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Geisteswissenschaftler sollten Was Karriereberater empfehlen Von Christina Kestel 
12. Mai 2008 Früher darüber nachdenken, was sie eigentlich wollen. Eifriger Kontakte knüpfen, um den passenden Beruf zu finden. Und in der Bewerbung überzeugender argumentieren. Arbeitsmarktexperten müssen es ja wissen.
Fremdsprachen, Gesprächsführungskompetenz, interkulturelle Erfahrung, verknüpfendes Denken, Lernfähigkeit - mit solchen Soft Skills hoffen Geisteswissenschaftler bei Arbeitgebern punkten zu können. Dabei helfen einem diese Fähigkeiten für den späteren Berufseinstieg nur wenig: Denn weder kann man sich aus solchen weichen Faktoren ein konkretes Berufsbild zimmern noch auf einem Massenarbeitsmarkt behaupten. Geisteswissenschaftler müssen sich früher als andere Studierende darüber im Klaren sein, wohin es gehen soll, weiß die Hamburger Karriereberaterin Svenja Hofert. Der Druck, die eigenen Marktchancen frühzeitig zu bestimmen, werde in Zukunft sogar noch stärker werden. Deshalb, so die Autorin zahlreicher Karriereratgeber, sei Eigeninitiative das A und O in der Phase der beruflichen Orientierung: Informieren Sie sich über den Markt und über Berufsbilder, machen Sie Praktika, belegen Sie zusätzlich Kurse, die Sie für Ihren Wunschberuf besser qualifizieren, so Hofert. Möglichst schon ab dem ersten Semester.  | | Simone Janson: Der optimale Berufseinstieg: Perspektiven für Geisteswissenschaftler.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2007. 126 Seiten, 14,90 Euro |
Bei Berufsberaterin Simone Janson klingt die Taktik etwas anders, aber sie kommt zum gleichen Ergebnis. Mit der aus den USA stammenden Life/Work Planning Methode (LWP) will sie Geisteswissenschaftler auf den rechten Berufsweg bringen. Danach sollten Absolventen nicht erst darauf warten, dass sie irgendwann einmal vielleicht auf ein passendes Stellenangebot stoßen, sondern sie sollten sich systematisch ihr Wunschprofil eines fiktiven Arbeitgebers erarbeiten, um dann mit der Suche nach dem geeigneten realen Unternehmen loszulegen. Das klappt natürlich nur, wenn man sich erst einmal Anregungen holt. Stammtische von Berufsverbänden, Fachmessen und Recruiting-Veranstaltungen, Online-Netzwerke und persönliche Gespräche - all das solle man nutzen, um möglichst viele Informationen zum angestrebten Beruf einzusammeln. Da auch diese Methode aufwendig ist - ein bis zwei Jahre schätzt Simone Janson - sollte man auch hier schon im Studium mit seinen Recherchen beginnen. Sie werden erstaunt sein, wie gesprächsoffen Menschen sein können, wenn man sie freundlich nach ihrem Job fragt. Und nebenbei bauen Sie sich ein Netzwerk für die Zukunft auf, ermuntert Berufsberaterin Janson etwaige Zweifler der LWP-Methode. Ganz wichtig sei, dass dieser Realitäts-Check noch nicht die eigentliche Jobsuche darstellt. Er schaffe aber ein klares Bewusstsein über die eigenen Fähigkeiten und Wünsche, eröffne neue Perspektiven und Berufsfelder - und ermögliche am Ende obendrein den entscheidenden Info-Vorsprung darüber, wo gerade eine passende Stelle frei ist. Für Geisteswissenschaftler, die ihre berufliche Orientierungsphase bereits abgeschlossen haben, hat wiederum Karriereberater Christian Püttjer ein paar gute Tipps auf Lager: Geisteswissenschaftler tun sich schwer mit der Selbstvermarktung, so seine Beobachtung. Das wirke sich fatal auf die Bewerbung aus. Sein Rezept: Sich die Sprache der Wirtschaft aneignen und diese dann im Bewerbungsgespräch professionell anwenden. Darüber hinaus verkauften sich Geisteswissenschaftler zu häufig als ewige Studenten: Da dreht sich dann alles ums Studium, die Fächerkombinationen und die Abschlussarbeit, dabei interessiert sich der Arbeitgeber vor allem dafür, über welche Kompetenzen der Kandidat verfügt und ob und wo er die schon mal zum Einsatz gebracht hat - und zwar im praktischen Berufsleben, so Püttjer. Er empfiehlt deshalb, zu jeder der in der Bewerbung erwähnten Qualifikation oder Stärke immer auch ein konkretes Beispiel parat zu haben, bei dem diese in einem Praktikum, bei einem Forschungsprojekt oder in einem Nebenjob angewendet wurde. Viele Bewerber tappten auch in die Falle, es bei der Aufzählung von den speziell Geisteswissenschaftlern zugeschriebenen Soft Skills bewenden zu lassen. Ich verfüge über ausgeprägte soziale Fähigkeiten oder ich kann mich schnell in neue Fachgebiete einarbeiten seien aber genau jene Sätze, die Personalern einen Schauer über den Rücken jagten, weil sie sie schon dutzendmal gehört haben und wie auswendig gelernt aus einem Ratgeberbuch erscheinen. Der potentielle Arbeitgeber muss auf einen Blick sehen, wie er Ihre Kompetenz im Betrieb einsetzen kann, daran sollten Sie im Gespräch immer denken, empfiehlt der Karriereberater. Dass man für ein Literaturfestival Sponsorengespräche geführt hat, damit kann ein Personaler etwas anfangen. Nicht aber mit der Behauptung, man habe ausgeprägte soziale Fähigkeiten. Buchtipps:  | | Christian Püttjer, Uwe Schnierda: Professionelle Bewerbungsberatung für Hochschulabsolventen.
Campus Verlag, 2008, 298 Seiten, 17,90 Euro |
Simone Janson: Der optimale Berufseinstieg: Perspektiven für Geisteswissenschaftler. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2007, 126 Seiten, 14,90 Euro Christian Püttjer, Uwe Schnierda: Professionelle Bewerbungsberatung für Hochschulabsolventen. Campus Verlag, 2008, 298 Seiten, 17,90 Euro  | | Svenja Hofert: Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0.
Eichborn Verlag, 2008, 128 Seite, 9,95 Euro |
Svenja Hofert: Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0. Eichborn Verlag, 2008, 128 Seiten, 9,95 Euro Text: Hochschulanzeiger Nr. 96, 2008, Seite 34 Bildmaterial: Jörg Mühle, Labor
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