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| Friederike Benda |
22. Juni 2009
Neben zahlreichen kleinen, örtlichen Hochschulgruppen, die sich politisch engagieren, gibt es fünf große parteipolitische Verbände, die sich in den Studentenparlamenten an den Parteien des Bundestages orientieren. Der Hochschulanzeiger stellt sie und ihre Ziele vor.
Die Linke.SDS (Die Linke) Die Linke. Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband
Geschäftsführung: Friederike Benda ist 21 Jahre alt und studiert Rechtswissenschaften im sechsten Semester an der Universität Potsdam. Die historische Erfahrung der Achtundsechziger hat uns gezeigt, dass Studierende eine nicht zu unterschätzende Rolle in gesellschaft-lichen Bewegungen spielen können. Nur durch einen bundesweit agierenden Verband wie Die Linke.SDS kann Widerstand gegen die Kürzungspolitik an den Hochschulen erfolgreich sein.
Gründungsjahr: 2007
Mitglieder: keine Angabe, eine Individualmitgliedschaft ist erst seit 2008 möglich.
Hochschulpolitische Bedeutung: Die Linke.SDS ist mit 42 Hochschulgruppen vertreten und sitzt bundesweit in den Studierendenvertretungen. Hochburgen mit Stimmenanteilen über 10 Prozent sind die Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder und die Universität Kassel.
Programm: Die Linke.SDS will an den Hochschulen zum Aufbau starker und handlungsfähiger linker Strukturen beitragen, einen Kampf gegen die Abwälzung der Kosten der Krise auf uns alle führen und Alternativen zum Kapitalismus entwickeln. Die Linke.SDS organisiert Proteste gegen Kriege, Krise und die unzumutbaren Zustände an den Hochschulen. Da es notwendig sei, die Welt zu verstehen, um sie zu verändern, organisiert Die Linke.SDS regelmäßig Info-Veranstaltungen.
http://www.linke-sds.org
Juso-HSG (SPD) Juso-Hochschulgruppen
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| Juso-HSG (SPD) Juso-Hochschulgruppen |
Bundesvorstand: Erkan Ertan (links im Bild) ist 25 Jahre alt und Student der Politikwissenschaften im elften Semester an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Für uns muss sich studentische Politik an realen studentischen Problemen orientieren. Wir kämpfen in den Strukturen der Verfassten Studierendenschaft um linke Mehrheiten, um damit auf studentische Probleme eingehen und auf ihre Lösung hinwirken zu können.
Gründungsjahr: 1973
Mitglieder: keine Angabe, jedes an einer Hochschule eingeschriebene SPD-Mitglied unter 35 Jahren ist automatisch Mitglied.
Hochschulpolitische Bedeutung: Die Juso-HSG verfügt über 16 Landeskoordinationen und ist an circa 80 Hochschulen vertreten. In zahlreichen Studierendenparlamenten stellen die Juso-HSG die Mehrheit.
Programm: Die Juso-HSG wollen sich für die sozialen Belange von Studierenden und eine Verbesserung von Studienbedingungen einsetzen. Chancengleichheit - vor allem Bildung für alle, unabhängig von sozialer Herkunft -, mehr Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit sind Ziele und Maßstäbe ihres Handelns. Mit und in der SPD kämpfen die Juso-Hochschulgruppen gegen Ungerechtigkeiten an den Hochschulen und auch in der Gesellschaft.
http://www.jusohochschulgruppen.de
LHG (FDP) Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen
Vorsitzender: Johannes Knewitz ist 26 Jahre alt und studiert Geschichte, Volkswirtschaftslehre und Öffentliches Recht im neunten Semester an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Vom Lateiner bis zum Chemiker, mit Lederstiefeln oder im Anzug, hochbegabt oder Langzeitstudent - wir von den LHG haben alle nur eins im Blick: Hochschulpolitik für freie, eigenverantwortliche Studierende, die später undogmatisch und verantwortungsvoll unsere Gesellschaft tragen können und es gelernt haben, selbst zu denken.
Gründungsjahr: 1987
Mitglieder: ca. 900
Hochschulpolitische Bedeutung: Der Bundesverband LHG arbeitet mit sechs Landesverbänden, insgesamt ist die LHG an 60 Hochschulstandorten vertreten. Da die meisten Studierendenschaften nach wie vor links geprägt sind, sitzt die LHG meist in der Opposition. Vereinzelt ist sie stärker im Asta vertreten, so zum Beispiel an der RWTH Aachen oder an der Universität Duisburg-Essen.
Programm: Universitätsbildung ist laut LHG keine Erziehung, sondern muss frei von politischer Doktrin oder tradierten Dogmen geschehen. Daher ist die Hochschulautonomie oberstes Anliegen des Verbandes. Politiker sollen zum Beispiel nicht in Prüfungsordnungen und Lehrpläne hereinreden können. Zudem tritt die LHG für einen Wettbewerb um die besten Lehrenden und Studierenden ein. Sie fordert eine Flexibilisierung der Bolognastudiengänge sowie eine Privatisierung der Studentenwerke. Die LHG spricht sich zudem gegen allgemeine Studiengebühren aus.
http://www.bundes-lhg.de
Campusgrün (Bündnis 90/Die Grünen) Das Bündnis grün-alternativer Hochschulgruppen
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| Johannes Knewitz |
Vorsitzende: Inga Müller ist 25 Jahre alt, studiert Erziehungswissenschaften und Anglistik auf Lehramt im zehnten Semester an der Uni Bielefeld. Das Besondere an Campusgrün ist die Vielfalt der verschiedenen Mitgliedsgruppen. Es ist ein buntes Bündnis, dessen Vernetzungsarbeit sich in den vergangenen Jahren immer stärker verbessert hat.
Gründungsjahr: 1999
Mitglieder: keine Angabe
Hochschulpolitische Bedeutung: Campusgrün verfügt über einen Landesverband in Bayern und hat zudem weitere 45 Mitgliedsgruppen an deutschen Hochschulen. Diese wirken über die Beteiligung an Asten oder über Senate, Konzile und Konvente in der aktiven Hochschulpolitik mit.
Programm: Der Verband Campusgrün betreibt in seiner Arbeit eine Mischung aus ökologischen und hochschulpolitischen Themen. Einerseits steht der Kampf gegen Studiengebühren ganz oben auf der Agenda. Andere wichtige Bereiche sind Bafög, Studienfinanzierung, Gleichberechtigung und demokratische Hochschule. Andererseits setzt sich Campusgrün für die ökologische Mensa ein und treibt an einigen Standorten Unisolarprojekte voran, bei denen Solaranlagen auf den Universitätsdächern installiert werden.
<a href=http://www.campusgruen.de target=_new> http://www.campusgruen.de </a>
RCDS (CDU/CSU) Ring Christlich-Demokratischer Studenten
Vorsitzender: Gottfried Ludewig ist 26 Jahre alt und Promotionsstudent der VWL im dritten Semester an der TU Berlin. Der RCDS macht Politik für und im Sinne der Studenten, ist an der Sache und nicht an einer Ideologie ausgerichtet, schaut über den eigenen Tellerrand und vergisst dabei nie, dass ehrenamtliches Engagement vor allem auch Freude machen soll.
Gründungsjahr: 1951
Mitglieder: ca. 8.000
Hochschulpolitische Bedeutung: Der RCDS ist in 13 Landesverbänden organisiert und an 100 Hochschulen vertreten. Oft ist er die größte Oppositionskraft, da linke Gruppierungen sich meist zu einer Koalition zusammenschließen. Zuletzt ist der RCDS in Bonn mit 37, 5 Prozent stärkste Kraft im Studentenparlament geworden. Programm: Der RCDS tritt für eine weitgehende Autonomie der Hochschulen ein, da die besseren Entscheidungen meist direkt vor Ort gefällt werden. Auf Bundesebene steht er für eine konsequente Durchsetzung des Leistungsprinzips an den Hochschulen. Wichtige Schwerpunktthemen im RCDS sind die mangelnde soziale Durchlässigkeit und die Abbrecherquoten an den Hochschulen. Der RCDS fordert auch eine Verbesserung der Betreuungsrelationen.
http://www.rcds.de
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| Inga Müller |
Vorkämpfer der Hochschulpolitik: Weitere Gruppierungen von bundesweiter Bedeutung für studentische Politik
Amnesty International: Amnesty International ist die bekannteste Non-Profit-Organisation, die sich weltweit für Menschenrechte einsetzt. An zahlreichen Hochschulen ist sie mit Gruppen vertreten, in denen sich Studierende engagieren können.
http://www.amnesty.de
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| Gottfried Ludewig |
Attac: Attac ist die bekannteste Organisation von Gegnern der Globalisierung. Sie verfügt über viele Campus-Gruppen, die speziell auf Studierende und Bildungsthemen ausgerichtet sind. Manche von ihnen kandidieren für Studierendenparlamente und sind dort auch vertreten.
http://www.attac.de
Deutsches Studentenwerk: Der Dachverband der Studentenwerke in Deutschland ist zuständig für die Förderung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Belange der Studenten. Er setzt sich vor allem für die finanzielle Chancengleichheit von Studienanfängern ein.
http://www.studentenwerke.de
Freier Zusammenschluss von StudentInnenschaften: Der FZS vertritt auf Bundesebene die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Interessen von circa 1 Million Studierenden an rund 90 Hochschulen. Eines seiner wichtigsten Vorhaben ist der Kampf gegen Studiengebühren.
http://www.fzs.de