21. Januar 2008
Die Mode- und Kosmetikbranche ist positiv gestimmt. Vor allem die großen Unternehmen haben im letzten Jahr satte Gewinne eingefahren und glauben an eine Fortsetzung im Jahr 2008. Bis auf den Bereich Modedesign finden junge Akademiker überall gute bis sehr gute Einstiegsmöglichkeiten.
Mode
Wenn Thomas Rasch auf die Zahlen des Jahres 2007 blickt, bekommt er richtig gute Laune: Die Geschäfte laufen besser, die Unternehmen sind wieder positiv eingestellt, sagt der Hauptgeschäftsführer des Modeverbands German Fashion. Im Jahr 2006 setzte der Handel nach Berechnungen des Bundesverbandes des deutschen Textileinzelhandels (BTE) insgesamt 55,24 Milliarden Euro um. Eine Umfrage von German Fashion ergab für das erste Halbjahr 2007 ein deutliches Wachstum: Wir sprechen von einem netten Plus von 8,3 Prozent, jubelt Rasch.
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| Wir brauchen wirtschaftlich gut ausgebildete Leute, die die Märkte kennen und zunehmend Fremdsprachen beherrschen.
Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer des Modeverbands German Fashion |
40.000 Arbeiter und Angestellte arbeiten in der Modebranche, die nur noch 4 Prozent der in Deutschland verkauften Mode produzieren. Der Rest kommt aus Osteuropa, der Türkei und aus Asien. Eine Entwicklung, die hierzulande Arbeitsplätze für Akademiker schafft. Je stärker die Internationalisierung der Branche fortschreitet, desto höher steigen die Anforderungen an die Mitarbeiter, sagt Rasch. Denn mit der Verlagerung ins Ausland steige auch der Bedarf an Experten für den Einkauf und die Beschaffung der Waren. Wir brauchen wirtschaftlich gut ausgebildete Leute, die die Märkte kennen und zunehmend Fremdsprachen beherrschen.
Die Chancen für akademische Nachwuchskräfte wachsen zudem durch die fortschreitende Filialisierung und die sogenannte Vertikalisierung der Unternehmen in der Modeindustrie. Vertikal organisierte Unternehmen konzentrieren unter einem Dach die gesamte textile Lieferkette von der Produktion bis zum Handel und können somit enorme Kosten sparen. Beispiele sind Esprit, New Yorker, H&M, Gerry Weber oder Zara. Sie schaffen schon seit einigen Jahren Arbeitsplätze im In- und Ausland und planen auch in diesem Jahr, eine zweistellige Anzahl von Hochschulabsolventen einzustellen. Sie investieren verstärkt in Traineeprogramme oder bieten den Absolventen einen Direkteinstieg in das Unternehmen an. Gerry Weber in Halle/Westfalen will in den kommenden Jahren seine derzeit 170 Filialen auf 400 aufstocken. Wir möchten im In- und Ausland kräftig wachsen und brauchen dafür qualifizierte Mitarbeiter, sagt PR-Managerin Kerstin Rahmann.
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| Die Nachfrage nach Hochschulabgängern ist sehr stark, da Deutschland nach den USA und Japan immer noch der weltweit drittgrößte Kosmetikmarkt ist.
Bernd Stroemer, Geschäftsführer des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel |
Nicht nur die vertikalen Modeunternehmen suchen akademischen Nachwuchs. Auch die anderen Unternehmen in Handel und Industrie merken, dass sie in das Recruiting von Hochschulabsolventen investieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Generell lässt sich sagen: Gute Karrierechancen für Einsteiger bieten die Bereiche Verkauf, Vertrieb und Einkauf. Neun von zehn Mode-Unternehmen melden nach einer Umfrage der Verbandszeitschrift Textilwirtschaft in diesen Bereichen großen Bedarf und schaffen auch Stellen. Im Verkauf entstehen zum Beispiel neue Jobs für Store-Manager oder Abteilungsleiter. Insbesondere Ketten wie H&M, Zara oder New Yorker suchen hier qualifizierten Nachwuchs, weil sie ständig neue Dependancen eröffnen.
Im Einkauf steigt der Bedarf an Nachwuchskräften für die internationale Beschaffung und das Qualitätsmanagement. Das wirkt sich auf die Aus- und Weiterbildungsangebote der Unternehmen aus. So fiel bei der Otto-Gruppe im November 2007 der Startschuss für eine Traineeausbildung in den Bereichen Einkauf Textil, Einkauf Hartwaren und internationale Beschaffung. Gesucht werden vor allem Absolventen mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium.
Der Konzern Karstadt setzt in seinem Traineeprogramm auf das sogenannte Category-Management. Im Mittelpunkt der Ausbildung steht die Steuerung der Warenströme vom Einkauf auf die Verkaufsfläche. Absolventen der Fächer Betriebswirtschaft, Bekleidungstechnik oder Textilmanagement lernen in 15 bis 18 Monaten die Beschaffungsseite kennen. Karstadt stellt aber auch direkt für das Filialmanagement ein. Egal welchen Weg die Hochschulabsolventen gehen: In den ersten drei Monaten müssen sie sich im Kundenkontakt beweisen. Das heißt: im Laden stehen, aufräumen und bedienen.
Ein schwieriges Jahr erwartet die Modedesigner. Im kreativen Bereich gibt es immer noch zu wenige Jobs für viel zu viele Absolventen. In der Vergangenheit versuchten einige nach der Hochschule, in den Modemetropolen Frankreichs und Italiens Fuß zu fassen, andere gründeten ihr eigenes Label. Leider oft mit mangelndem Erfolg: Es fehlt häufig das kaufmännische Know-how, sagt Rasch und fordert, dieses schon in die Ausbildung der Modehochschulen zu integrieren. Wie dem auch sei: 2008 setzt sich für die Modemacher der Trend fort, der da lautet: Der Gürtel bleibt eng geschnallt.
Kosmetik
L'Oréal, Henkel, Unilever, Beiersdorf und Procter & Gamble: Nur wenige Konzerne beherrschen den Kosmetikmarkt, deren gigantische Umsätze sich auch auf die Startchancen für Absolventen auswirken. Die Nachfrage nach Hochschulabgängern ist sehr stark, da Deutschland nach den USA und Japan immer noch der weltweit drittgrößte Kosmetikmarkt ist. Es wird in Mitarbeiter investiert, sagt Bernd Stroemer, Geschäftsführer des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW). Nach Angaben des IKW arbeiten 45.000 Menschen im deutschen Kosmetikmarkt, der 2006 einen Umsatz von 11,71 Milliarden Euro erwirtschaftet hat. Stroemer prognostiziert für das Jahr 2008 eine positive Entwicklung: Der Bereich Gesundheit, Fitness und Wellness boomt. Das wird sich glänzend auf unseren Markt auswirken.
Der Branchenprimus L'Oréal will in diesem Jahr 70 Hochschulabsolventen einstellen - vor allem Wirtschaftswissenschaftler, aber auch Kommunikationswissenschaftler und Ingenieure, die im Marketing, Vertrieb, Controlling, in der Logistik und der Produktion eingesetzt werden. Einsteiger sollten neben Praxiserfahrung, guten Englisch- und Französischkenntnissen eine Leidenschaft für das Metier mitbringen, sagt Personalmanagerin Marion Perissutti. Die jungen Akademiker beginnen ihre Konzernlaufbahn grundsätzlich im Außendienst. Das ist in der Branche üblich. Ein halbes Jahr lang sollen die Akademiker so die Grundlagen des Geschäftes kennenlernen: Sie beschäftigen sich mit Produkten und Handelspartnern und bekommen so auch ein Gefühl für die Anliegen unserer Kunden, erklärt Perissutti. Der nächste Schritt auf der Karriereleiter führt zum Regionalverkaufsleiter.
Nicht nur L'Oréal legt großen Wert auf akademischen Nachwuchs. Der Mischkonzern Henkel will in diesem Jahr für den Bereich Kosmetik- und Körperpflege 30 Absolventen rekrutieren. Auch hier verbringen die Einsteiger zunächst ein halbes Jahr im Außendienst. Ist der erste Karriereschritt absolviert, wechseln sie in den Innendienst und besetzen dort zwei Jahre lang Assistentenpositionen in den verschiedensten Bereichen. Wer gut ist, dem steht danach der Weg zu einer Führungsposition im Unternehmen offen, sagt Personalleiterin Christiane Plate.
Konkurrent Beiersdorf will in diesem Jahr 55 Hochschulabsolventen einstellen. Der Konzern bietet Traineeprogramme in den Bereichen Verkauf, Marketing, Personal, Supply-Chain-Management, Finanzen und Controlling sowie IT. Die unternehmensinterne Ausbildung ist ausschließlich für Akademiker geeignet, die ihre Karriere international ausrichten wollen. So wird innerhalb der 18-monatigen Ausbildung ein sechsmonatiger Auslandsaufenthalt in einer Tochtergesellschaft erwartet.
In der gesamten Kosmetikindustrie spielt Auslandserfahrung eine große Rolle. Absolventen erhöhen ihre Berufsaussichten, wenn sie ein Praktikum oder einen Studienaufenthalt in einem anderen Land vorweisen können. Darüber hinaus verlangen die Unternehmen eine Affinität zu den Produkten. Bisher zieht es vor allem weibliche Akademiker in die Branche. Eine Tatsache, die Christiane Plate von Henkel bedauert: Immer noch identifizieren sich insbesondere Frauen mit kosmetischen Produkten. Unsere Manager von morgen sollen aber auch Männer sein.
Hier gibt's Jobs für Hochschulabsolventen
Mode
Gerry Weber
Bedarf 2008: 20 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: Modedesign, Textilingenieurwesen, Betriebswirtschaft.
Für welche Bereiche wird gesucht: Traineestellen bereiten auf alle wichtigen Aufgabenbereiche im Unternehmen vor.
http://www.gerryweber.de
H&M
Bedarf 2008: steht noch nicht fest
Gesuchte Fachrichtungen: Wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge, aber auch Abschlüsse anderer Studiengänge mit Modebezug
Für welche Bereiche wird gesucht: Shop-Manager und Floor-Manager sowie in den Bereichen Logistik, Controlling, Management und Einkauf (auf internationaler Ebene)
http://www.hm.com
Karstadt
Bedarf 2008: 13 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: BWL mit Schwerpunkt Marketing, im Bereich Category-Management BWL mit Schwerpunkt Textil
Für welche Bereiche wird gesucht: insbesondere für das Management, d.h. Einkauf, Logistik, Steuerung, Stabsführung, IT, Controlling und Marketing (Direkteinstieg oder Traineeprogramm) http://www. karstadt.de
Otto
Bedarf 2008: 12 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: Wirtschaftswissenschaften, idealerweise BWL-Studium mit einem Textil- oder Modestudiengang
Für welche Bereiche wird gesucht: nach dem Traineeprogramm eigenständiger Verantwortungsbereich in den Bereichen Textil, Einkauf Hartwaren oder Internationale Beschaffung
http://www.otto.de
Peek & Cloppenburg Düsseldorf
Bedarf 2008: ca. 45 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: Wirtschaftswissenschaften und Jura
Für welche Bereiche wird gesucht: für den Einkauf und Verkauf, Vorbereitung auf spätere Top-Positionen - z. B. Zentraleinkäufer (Karriere mit internationaler Ausrichtung) oder Geschäftsleiter (Karriere mit Personalverantwortung) - durch ein General-Management-Programm
http://www.peek-cloppenburg.de
Puma
Bedarf 2008: ca. 10 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: Textil-/Bekleidungstechnik, Textilmanagement, Modedesign, BWL und Sportökonomie.
Für welche Bereiche wird gesucht: überwiegend Junior Designer, Junior Developer, Junior Produktmanager in den Bereichen Apparel (Textil), Footwear (Schuhe) und Accessoires
http://www. puma.com
Tchibo
Bedarf 2008: 20 Hochschulabsolventen als Trainees
Gesuchte Fachrichtungen: eine Mischung aus betriebswirtschaftlichem Wissen und einem zweiten fachlichen Schwerpunkt
Für welche Bereiche wird gesucht: Vertrieb & Marketing, Unternehmenssteuerung, Personal & Organisation, Non-Food- und Supply-Chain-Marketing. Führungsnachwuchsprogramm bereitet auf Top-Positionen vor.
http://www.tchibo.de
Kostmetik
Beiersdorf
Bedarf 2008: ca. 55 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsingenieure für das Traineeprogramm, darüber hinaus auch Biologie, Chemie und Biotechnologie bei Direkteinsteig (überwiegend für den Bereich Forschung und Entwicklung)
Für welche Bereiche wird gesucht: für 18-monatiges Traineeprogramm (inklusive sechsmonatiger Auslandsaufenthalt) für die Bereiche Marketing, Verkauf, Controlling, Supply-Chain, Informationstechnologie und Personal; Direkteinstieg als Junior Controller oder Projektingenieur möglich
http://www.beiersdorf.de
Henkel
Bedarf 2008: 30 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: Betriebswirte, Wirtschaftsingenieure, Ingenieure und Naturwissenschaftler
Für welche Bereiche wird gesucht: insbesondere für Marketing und Vertrieb, wie zum Beispiel im Category-Management, Key-Account-Management oder Promotion & Sales Management, darüber hinaus auch für Forschung und Entwicklung
http://www.henkel.com
L'Oreal-Gruppe Deutschland
Bedarf 2008: 70 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: Wirtschafts-, Kommunikationswissenschaftler und Ingenieure
Für welche Bereiche wird gesucht: für Marketing, Vertrieb, Controlling, Kommunikation sowie Ingenieure für die Produktion und Logistikzentren
http://www.loreal.de
Procter & Gamble
Bedarf 2008: ca. 150 Hochschulabsolventen
Gesuchte Fachrichtungen: Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften
Für welche Bereiche wird gesucht: für Marketing, Finance & Accounting, Sales und IT; Direkteinstieg mit individuellen Trainingsprogrammen zur Einarbeitung, sowie Coaching und Mentoring
http://www.pgcareers.com/ger