Antarktis

Erste Explorer-Passagiere ausgeflogen

Von Josef Oehrlein

25. November 2007 Eine Gruppe von 77 der insgesamt 154 Passagiere an Bord des gekenterten Kreuzers „Explorer“ ist in der Nacht zum Sonntag in der chilenischen Stadt Punta Arenas eingetroffen. Sie kamen von den chilenischen und uruguayischen Basen auf den südlichen Shetland-Inseln und waren alle in guter gesundheitlicher Verfassung.

Einige nutzten die Gelegenheit, die Basis Eduardo Frei und ihre Umgebung zu erkunden. Die übrigen warteten auf ein Herkules-Flugzeug der chilenischen Luftwaffe, das sie weiter nach Santiago de Chile fliegen sollte.

Unter den Passagieren befinden sich auch deutsche Staatsbürger. Das Schiff fährt unter liberianischer Flagge und wird von einer kanadischen Firma betrieben, es war am Freitag 1200 Kilometer südlich von Punta Arenas gekentert. Das Schiff weist zwei Löcher an der Steuerbordseite auf, die offenbar ein Eisberg in den Rumpf gerissen hatte.

Umwelt ist nicht schwer belastet

„Zunächst dachte ich, wir wären mit einem Wal zusammengestoßen“, sagte der schwedische Kapitän Bengt Witman. In den an der Unglücksstelle bis zu 1500 Meter tiefen Gewässern wird es schwer sein, die Reste des Schiffes zu bergen. Um die 185.000 Liter Diesel abzupumpen, die das Schiff getankt hatte, sollen Taucher Schläuche an dem Wrack anbringen. „Die Umwelt ist zwar nicht schwer belastet, aber es ist eine Warnung“, sagte die argentinische Umweltministerin Romina Picolotti, die den Unglücksort besuchte, angesichts des Ölflecks von rund acht mal fünf Kilometer.

Der Tourismus in dieser Gegend nehme ständig zu, so dass ein solcher Unfall irgendwann einmal passieren musste, sagte Picolotti. Die Zahl der Besucher verdoppele sich von Jahr zu Jahr. Für die beginnende Sommersaison auf der Südhalbkugel werden 30.000 Touristen erwartet, während nur tausend Personen ständig in der Antarktis leben.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, F.A.Z., REUTERS

 
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Besser unter solchen Umständen die Antarktis verlassen als gar nicht Langsam sank das Schiff Von Eisschollen umschlossen Alle Passagiere konnten gerettet werden Die Aufnahme von der “Nordnorge“ aus, die in der Nähe war Die „MV Explorer” auf einem Archivbild Februar 2005: Die “Explorer“ vor der atemberaubenden Eis-Landschaft Flexibilität beim Koffer packen Alle Menschen an Bord konnten gerettet werden Stunden nach dem Zusammenprall geht das Schiff unter Bei Minusgraden im Rettungsboot Die argentinische Küstenwache kann nur noch zuschauen Das Schiff wurde 1969 gebaut, ist aber für die Fahrt durch Eis ausgestattet Rettungswesten treiben im Meer