La nouvelle Orleans, gegruendet 1718, Kolonialansiedlung unter franzoesischer, spanischer, dann wieder franzoesischer Herrschaft war beruechtigt und gefuerchtet als die Heimat der Piraten Jean und Pierre Lafitte.
Frankreich deportierte seine Verbrecher nach hier, wie jedem Opernbesucher aus "Manon" bekannt. Eine bunte, gesetzlose Gesellschaft von Abenteurern und Prostituierten, Kreolen, Sklaven, Mulatten gab sich hier ein Stelldichein. Geblieben ist davon nur die Touristenromantik, die sich entwickelte seit die Amerikaner Louisiana 1803 kaeuflich erwarben.
Die Altstadt mit ihrem Tingeltangel, ihren Hotels, Bars, Strip Joints und Sex Shops blieb zwar erhalten und ist bereits wieder mehr oder weniger in Betrieb. Aber nicht alle alten Bewohner kehren zurueck. Die Amerikaner sind nun mal beweglicher. Man hat sich schon anderswo eine neue Existenz gesucht. Grosse Bauunternehmen sind bereits im Begriff, ganze Strassenblocks zu erwerben.
Was bleibt, ist die Schiffahrt und die Oelindustrie, die an den Mississippihafen gebunden sind. Aber New Orleans von morgen wird kleiner werden als zuvor, es wird weniger Einfamilienhaeuser und mehr Hochhaeuser mit Eigentumswohnungen aufweisen. Aber es wird kaum wieder "the big easy" werden, wo nichts eilte, wo man so wenig wie moeglich zu tun suchte, denn das feuchtwarme
Sumpfklima eignet sich schwerlich fuer die amerikanische
Arbeitsethik.