Bahnunglück

ICE rast in Schafherde - zahlreiche Verletzte

Kam nach einem Kilometer zum Stehen: Entgleister ICE im Landrückentunnel

Kam nach einem Kilometer zum Stehen: Entgleister ICE im Landrückentunnel

27. April 2008 Mit mehr als 200 Stundenkilometern ist ein ICE am späten Samstagabend zwischen Fulda und Würzburg in eine Schafherde gerast und in einem Tunnel entgleist. Bei dem Zugunglück wurden 23 Insassen verletzt, drei von ihnen mussten mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus gebracht werden, teilte ein Sprecher der Bundespolizei Koblenz am Sonntagmorgen. Die Schafherde hatte laut Polizei im Einfahrtsbereich des Tunnels die Gleise blockiert.

Das Unglück im Landrückentunnel, dem mit elf Kilometern längste Eisenbahntunnel Deutschlands, ereignete sich gegen 21 Uhr auf der Fahrt der Zuges von Hamburg nach München. Der ICE mit zwölf Waggons und zwei Triebköpfen kam nach Angaben der Polizei erst einen Kilometer nach dem Aufprall in dem Tunnel zum Stehen. 20 Schafe wurden getötet.

Wie gelangten die Tiere auf die Gleise?

Wie die Tiere auf die Gleise gelangen konnten, war zunächst unklar. Der Schäfer sei jedoch zum Zeitpunkt des Unglücks nicht bei der Herde gewesen, sagte der Polizeisprecher. Gegen ihn werde ermittelt. Ob die Schafe eingezäunt waren oder sich frei in der Nähe des Tunnels bewegen konnten, ist bisher nicht bekannt. Die insgesamt rund 170 Fahrgäste wurden mit Bussen ins Bürgerhaus Mittelkalbach in der Rhön gefahren und von dort aus zu ihren Zielorten gebracht.

Die Bahn rechnet laut Bundespolizei in den kommenden Tagen noch mit erheblichen Beeinträchtigungen des Nah- und Fernverkehrs, bis die Bergung und Instandsetzung in dem 15 Kilometer südlich von Fulda gelegenen Tunnel abgeschlossen sind. Betroffen sind demnach alle ICE-Verbindungen über die Schnellfahrstrecke Würzburg-Fulda. Die Züge müssen umgeleitet werden. Bahn und Technisches Hilfswerk berieten am Sonntag, wie der entgleiste Zug aus dem Tunnel entfernt werden kann.

Text: FAZ,NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa

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Fast alle Waggons sprangen aus den GleisenMit dem Schrecken davon gekommen: ICE-Passagiere warten auf ihre WeiterreiseDurch den Aufprall beschädigt: Die Spitze des Unglücks-ICEErmittler markieren die Waggons für ihre UntersuchungenDie Strecke Würzburg-Fulda wird mehrere Tage lang gesperrt bleiben Drei der Verletzten mussten ins Krankenhaus gebracht werdenDas Unglück ereignete sich im längsten Bahntunnel DeutschlandsAufgerissen: Fenster an einem der entgleisten Waggons„Aufräumen” an der UnfallstelleExperten beraten, wie der Zug aus dem Tunnel geborgen werden kann