03. Januar 2004 Der Absturz einer ägyptischen Chartermaschine ins Rote Meer hat alle 148 Menschen an Bord das Leben gekostet. Niemand habe das Unglück überlebt, sagte ein Sprecher der französischen Botschaft in Kairo. Unter den Todesopfern waren nach Angaben des französischen Außenministeriums 133 französische Touristen, die nach einer Urlaubsreise von Scharm al Scheich nach Paris zurückfliegen wollten. Die ägyptischen Flugsicherungsbehörden nannten einen technischen Defekt als wahrscheinliche Unglücksursache.
Bisher ist die Ursache eine technische, sagte der Minister für den zivilen Luftverkehr, Ahmed Schafik, im staatlichen Fernsehen. Es gab eine Fehlfunktion, die es für die Besatzung schwer machte, das Flugzeug zu retten. Der französische Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau sagte, Flug FSH604 habe am Samstag Probleme beim Start in Scharm al Scheich gehabt. Der Pilot habe daraufhin versucht, zum Flughafen zurückzukehren. Die ägyptischen Behörden erklärten, ein Notruf sei nicht abgegeben worden. Der ägyptische Außenminister Ahmed Maher sagte, der Unfall stehe nicht in Zusammenhang mit einem terroristischen Anschlag.
Neben den Touristen waren nach Angaben der französischen Botschaft in Kairo ein marokkanischer Staatsbürger und 13 Besatzungsmitglieder an Bord. Die Nationalität eines weiteren Passagiers war nicht bekannt. Die Maschine der privaten ägyptischen Gesellschaft Flash Airlines vom Typ Boeing 737 startete kurz vor 5 Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) und verschwand rund elf Kilometer südlich des Flughafens von den Radarschirmen. Das Flugzeug war auf dem Weg nach Kairo und sollte nach einem Besatzungswechsel von dort nach Paris weiterfliegen.
Noch Ungewißheit über die Umstände
Rettungsmannschaften entdeckten das Wrack laut Flash Airlines 15 Kilometer vom Flughafen entfernt in der Nähe der Küste. Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin traf in dem am Flughafen Roissy bei Paris eingerichteten Krisenzentrum mit Angehörigen der Opfer zusammen und sprach ihnen sein Beileid aus. Noch herrsche Ungewißheit über die genauen Umstände des Absturzes, sagte Raffarin am Nachmittag. Auch sei den französischen Behörden noch nicht die Identität aller Opfer bekannt. Die Regierung kündigte an, Ermittler nach Ägypten zu schicken, um die Suche nach der Unglücksursache zu unterstützen.
Die Boeing 737 hatte am frühen Samstag morgen zunächst Fluggäste von Venedig nach Scharm al Scheich gebracht. Sie war nach Angaben von Flash Airlines eine von lediglich zwei Boeing 737 der Fluglinie, die der Verlautbarung zufolge seit sechs Jahren im Geschäft ist. Gewartet worden sei das Flugzeug in Norwegen, bei der letzten Überprüfung seien keine Probleme festgestellt worden. In Beileidsschreiben an den französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak sprach Bundeskanzler Gerhard Schröder den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Mit großer Erschütterung habe er von dem Flugzeugabsturz erfahren, erklärte Schröder. Auch Bundespräsident Johannes Rau sprach in einem Brief an Chirac und Mubarak sein Beileid aus. Bundesaußenminister Joschka Fischer kondolierte Maher und seinem französischen Kollegen Dominique de Villepin. In Scharm al Scheich fanden in der Vergangenheit mehrfach Verhandlungen über den Nahost-Friedensprozeß statt.
Text: AP
Bildmaterial: AP, dpa, Reuters